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Nächtliche Unruhen in Saarlouiser Altstadt und im Stadtgarten

Von SZ-Redakteur Mathias Winters

Saarlouis.
Nächtliche Unruhen in Saarlouis sind offensichtlich ein Thema, das viele Leute in der Kreisstadt und in der Nachbarschaft interessiert. Lösungen für das Problem liegen nicht gerade auf der Hand, und mitunter scheint es so, als würden sich die Beteiligten oder auch Verantwortlichen den schwarzen Peter zuschieben.

Nachdem Patrick Müller aus Saarwellingen sich über Begleitumstände des Oktoberfests beschwert hatte, ergänzte Stefan Neuhäuser aus Berus dessen Schilderungen. Die Nacht auf den 3. Oktober beschreibt er in düsteren Farben und merkte an, dies sei kein Einzelfall. Dies wiederum bestätigte mit Roland Kunz ein Anwohner der Silberherzstraße. „Das stinkt zum Himmel“, war dabei im übertragenen Sinne gemeint, aber auch tatsächlich, weil Erbrochenes und andere Körperausscheidungen zum Bild der Stadt an den Morgen danach gehören (wir berichteten).

Die Polizeiberichte von den Wochenenden zeigen in die gleiche Richtung, obwohl die Saarlouiser Polizei nicht jede Schlägerei in der Altstadt oder im Ausweich-Areal Stadtgarten vermeldet. Die größeren Ereignisse mit Verletzten und Einsatz von Rettungskräften sind keine Seltenheit, und viele Saarlouiser hören davon.

Oberbürgermeister Roland Heinz gab sich in einem Gespräch mit der SZ besorgt und auch etwas zerknirscht. Das sei „nicht erquickend“. Das so genannte Freitagabend-Event in der Altstadt sei zwar eingedämmt worden, dafür habe sich aber die Lage im Stadtgarten verschlimmert. „Die Stadt allein kann es nicht richten“, sagt Henz. Er ärgert sich zum Beispiel über Tankstellen, die zeitlich und mengenmäßig unbegrenzten Alkohol-Nachschub ermöglichen.

Eine SZ-Umfrage unter den Ratsfraktionen brachte, wie nicht anders zu erwarten, auch keine Patentrezepte auf den Tisch. Mehr Präsenz von Polizei, Streetworkern oder Freiwilligen, Nachtbusse nicht nur bei Großereignissen: Vieles ist denkbar, manches machbar. Konsens scheint zu sein, dass die Stadt es nicht alleine richten kann.

Also ist es Aufgabe der Polizei? Die stößt an ihre (personellen) Grenzen. So mussten etwa jüngst bei einer Randale in der Sonnenstraße Dillinger Kollegen zur Verstärkung angefordert werden.

Die Beurteilung der Lage ist nicht einheitlich. Die SZ fragt die Leser, wie sie es sehen. Und sie wird weiter über Saarlouis bei Nacht berichten.


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