Saarland: Im Bereich Nordsaarland: Gefahr durch Schnee- und Eisglätte. (09:50)

Priorität: Dringend

4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Namhafte Künstler beim 10. Saarbrücker Jazz-Festival ab November

Zwischen dem 5. und dem 21. November bietet das 10. Saarbrücker Jazz-Festival zwölf Konzerte (Symbolfoto - Golden Swing Big Band aus Idar Oberstein).

Zwischen dem 5. und dem 21. November bietet das 10. Saarbrücker Jazz-Festival zwölf Konzerte (Symbolfoto - Golden Swing Big Band aus Idar Oberstein).

 „Es ist schon ein Risiko“, gibt Wolfgang Krause zu. Der künstlerische Leiter des Saarbrücker Jazz-Festivals meint den Beginn des 10. Jahrgangs. Am 5. November treten zwei mehr als renommierte Bigbands in der Congresshalle auf: das Jazz Orchestra of the Concertgebouw und die NDRBigband, zudem noch eine deutsche Jazzlegende, Vibraphonist Wolfgang Schlüter. Die Qualität des Festivalauftakts steht also außer Frage, nur über die Resonanz des aufwendigsten Konzerts des Jubiläumsfestivals kann man sich nicht sicher sein. Auch die Jazzfans würden ihre Karten immer sehr spät kaufen, sagt Krause, und so kläre sich die Frage nach Erfolg oder Misserfolg meist erst am Konzerttag.

„200 Karten haben wir bisher verkauft. Aber ich könnte nicht sagen, ob das nun beruhigend ist oder katastrophal.“ Risiken sind nichts Neues für den knapp 100-köpfigen Förderverein Jazz-Syndikat, der das Festival ehrenamtlich auf die Beine stellt. Um die 140 000 Euro kostet das Festival, das der Verein mit den Eintrittsgeldern, Sponsorengeldern, Spenden sowie der Unterstützung von Stadt und Land wieder hereinholen muss.

„Rücklagen können wir da nicht bilden“, sagt Marlene Krieger, Vorsitzende des Vereins; man sei froh, wenn man nach dem Festival ohne Verluste dastehe. „So ein Verein lebt von Jahr zu Jahr“, sagt Saarbrückens Kulturdezernent Erik Schrader über die rührigen Jazzförderer und lobt neben der Qualität der Programme auch das „Herzblut“ der Macher.

Dieses Herzblut spürt man deutlich, wenn Krause das Programm 2013 vorstellt und die nicht eben niedrigen Ziele: „zeitgenössischen Jazz auf internationalem Niveau“ wolle man zeigen und, etwa mit dem Bigband-Doppel, „einen Griff nach ganz oben“ wagen. Ein Schwerpunkt ist diesmal das Saxophon. Sechs Konzerte im Domicil Leidinger sollen die Spielarten des Instruments ausloten, von Tradition bis zur Avantgarde: mit Künstlern wie Karolina Strassmayer aus Österreich, Shauli Einav aus Israel oder auch Miguel Ztenón aus New York. Ein neuer Spielort kommt diesmal dazu: der u2raum in der Ufergasse 2, im Haus neben dem legendären, 2000 geschlossenen Jazzclub „Giesskanne“. Der Raum sei mit seinem Holzboden akustisch und atmosphärisch ideal, sagt Krause, für den eigenwilligen Kontrabassisten Renaud Garcia-Fons, der auf seinem selbstkonstruierten Instrument improvisieren wird. Viel Zuspruch von einem jungen Publikum verspricht sich das Festival vom Auftritt der Bigband Flat Earth Society – die 18 Belgier begleiten Ernst Lubitschs Stummfilm „Die Austernprinzessin“ von 1919.

So groß die Freude über das Programm 2013 ist – nicht alle Programmwünsche hätten sich diesmal erfüllt, sagt Krause. Schlagzeugerin Cindy Blackman Santana etwa hätte ihre Zusage ohne erkennbaren Grund wieder zurückgezogen; und Kyle Eastwood, Sohn von Clint Eastwood, käme nun doch nicht. Manchmal wäre alles eben ein wenig einfacher, „wenn man mit mehr Geldscheinen winken könnte“. Aber es muss eben auch ohne gehen – die ersten Ideen für 2014 werden schon ausgebrütet.

AUF EINEN BLICK

Alle Konzerte:
5. November, Congresshalle: Wolfgang Schlüter Quartet & NDR Bigband und das Concertgebouw Jazz Orchestra. 7. 11.: Olivier Franc Quintet.
8.11.: Miguel Zenón Quartet.
9.11.: Shauli Einav Quintet.
10.11.: Grant Stewart European Quartet.
11.11.: Karolina Strassmayer und das Drori Mondlak Quartet.
12.11.: David Murray Infinity Quartet (Konzerte 7. bis 12.11. alle im Domicil Leidinger).
14.11.: u2raum: Renaud Garcia-Fons.
15.11.: Magnus Öström Quartet.
16.11.: Nguyen Le Quintet und Bill Evans.
17.11.: Aula der Universität: Flat Earth Society mit dem Film „Die Austernprinzessin“ (Konzerte 15. bis 17.11. in der Aula der Uni).
Funkhaus Halberg:Marcel Löffler Trio und Ludovic Beier Quartet. red

 Karten gibt es unter www.jazz-syndikat.de, bei allen ticket regional Vorverkaufsstellen, bei Musikhaus Arthur Knopp und im Domicil Leidinger in Saarbrücken.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein