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National-Kicker sprinten schneller als andere Fußballer

Saarbrücken. (ml) Die Sportmediziner der Saar-Uni betreuen nicht nur Fußballspieler, sondern auch Kaderathleten und Nachwuchstalente aus anderen Sportarten. Bei einer Leistungsdiagnostik werden bei allen Sportlern zuerst Größe, Gewicht und Körperfettanteil gemessen. Dann folgen je nach Sportart unterschiedliche Tests. Für Fußballteams sind das in der Regel Ausdauer-, Sprint- und Sprungtests.

Um die Ausdauer zu ermitteln, wird ein Laktat-Stufentest durchgeführt. Beim Laufen auf dem Sportplatz oder in der Leichtathletikhalle, in seltenen Fällen auch auf dem Laufband, wird die Belastungsintensität in regelmäßigen Abständen erhöht. Vor jeder Tempo-Steigerung entnimmt der Diagnostiker aus dem Ohrläppchen einen Tropfen Blut, um die darin enthaltene Menge an Laktat (Milchsäure) zu messen. Ein solcher Test wird üblicherweise bis zur Erschöpfung durchgeführt. Die Wissenschaftler können anhand der gemessenen Laktatwerte exakt bestimmen, wie ausdauerstark der Proband ist und wie er gegebenenfalls trainieren muss, um seine Kondition zu optimieren.

Der zweite Test ist ein Sprinttest. „Wir messen mithilfe von Lichtschranken die Sprintschnelligkeit der Sportler“, erläutert der Sportmediziner Professor Dr. Tim Meyer. „In vielen Sportarten – so auch im Fußball – ist ein guter Antritt wichtig.“ Die Wissenschaftler haben bei sehr kurzen Sprintdistanzen häufiger mit einem Problem zu tun: Die Messergebnisse mehrerer Läufe variieren, weil der Sportler zuerst mit anderen Körperteilen als dem Rumpf, wie es gefordert ist, den Lichtstrahl durchbricht. Außerdem schwankt die Laufgeschwindigkeit auf kurzen Strecken aus dem Start heraus stärker als auf längeren. Um solche Fehlerquellen auszuschließen, haben die Saarbrücker bereits mit Doppellichtschranken experimentiert, was jedoch keine deutlich besseren Ergebnisse brachte. „Doch trotz solcher methodischer Schwierigkeiten liefern die Sprinttests gut brauchbare Ergebnisse, sofern sie präzise durchgeführt werden“, so Meyer.

Auf Wunsch wird der Sprinttest um einen Richtungswechselsprint erweitert. In diesem Fall wird mit Hütchen eine Bahn vorgegeben, in der auf kurzer Distanz die Richtung gewechselt werden muss. Damit werden Situationen simuliert, wie sie in den meisten Ballsportarten immer wieder auftauchen: Man muss in vollem Lauf einen Gegner umkurven oder einem heranstürmenden Gegenspieler ausweichen.

Beim dritten Test wird die Sprungkraft gemessen. Dazu absolvieren die Athleten auf einer Sprungmessplatte drei unterschiedliche Sprünge. Der erste Sprung erfolgt aus einer 90-Grad-Kniebeuge, um die „rohe“ Sprungkraft zu ermitteln. Bei der zweiten Varianten springen die Sportler nach einer aktiven Beugung im Kniegelenk ab. „Im Spiel sind solche Sprünge die Regel, sie imitieren die sportliche Realität am besten“, erklärt Tim Meyer. Beim dritten Sprung schließlich stehen die Probanden auf einem 30 bis 35 Zentimeter hohen Kasten und springen auf die Messplatte herunter. Hierbei geht es um die sogenannte Reaktivkraft, die Elastizität und Spannungsfähigkeit der Muskeln.

Anhand der Testergebnisse erstellen die Wissenschaftler für jeden Teilnehmer ein individuelles konditionelles Profil und geben Trainingsempfehlungen. Über die Daten einzelner Sportler machen die Mediziner keine Angaben. „Das fällt nach meiner Auffassung unter die Schweigepflicht. Es soll außerdem keiner an den Pranger gestellt werden“, sagt Meyer. „Das Ziel ist ja, bei Bedarf die individuelle Leistungsfähigkeit zu verbessern.“

Auf ganze Mannschaften bezogen, kann der Mediziner jedoch interessante Ergebnisse präsentieren. Bei den Ausdauertests erreichen die Fußballspieler der unteren Profiligen nicht selten ähnlich gute Werte wie manche Bundesliga-Kicker. Die Auswertung der Sprinttests zeigt hingegen: Die schnellsten Fußballer spielen in der 1. Bundesliga beziehungsweise der Nationalmannschaft. In den Klassen darunter haben die Profis im Schnitt einen schlechteren Antritt. Auch beim Sprungtest schneiden die Erstliga- und Nationalspieler etwas besser ab als die Fußballer aus den Profiligen darunter.

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