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Naturpark Saar-Hunsrück und Nationalpark legen erste gemeinsame Veranstaltungsübersicht vor

Im Wildfreigehege Wildenburg können Besucher Wölfe beim Anheulen des Mondes erleben. Das ist nur eine von 174 Veranstaltungen bis Mai im Hunsrück. Foto: Naturpark Saar-Hunsrück/Klaus Görg

Im Wildfreigehege Wildenburg können Besucher Wölfe beim Anheulen des Mondes erleben. Das ist nur eine von 174 Veranstaltungen bis Mai im Hunsrück. Foto: Naturpark Saar-Hunsrück/Klaus Görg

Die Sonne scheint am Dienstagmorgen, ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. „Vielleicht können wir den Frühling mit der Vorstellung unseres Programms endgültig aus der Deckung locken“, scherzt Udo Recktenwald , Vorstandsvorsitzender des Naturparks Saar-Hunsrück und Landrat des Kreises St. Wendel. Er ist ins Infozentrum nach Hermeskeil gekommen, um dort das erste gemeinsame Veranstaltungsprogramm von Naturpark, Nationalpark Hunsrück-Hochwald und dem Hunsrückhaus am Erbeskopf vorzustellen.

174 Veranstaltungen an 92 Tagen von März bis Mai listet die Broschüre auf, die ab sofort in den Touristinformationen und Naturpark-Infozentren ausliegt. Das Spektrum reicht von naturkundlichen Wanderungen zu Biber und Wildkatze über Frühlingsmärkte, Vorträge und Workshops bis hin zu geologischen Exkursionen. Bis zum 3. April dreht sich beispielsweise bei den Bettsäächertagen alles um den Löwenzahn mit Wanderungen inklusive kulinarischer Kostproben. Für 22. April lädt das Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld (Kreis Birkenfeld) zur Vollmond-Wolfsheulnacht ein. In Reinsfeld (VG Hermeskeil ) startet am 23. April eine Biber-Burgen-Märchentour. Kriminell wird es am 26. Mai bei einer Lesewanderung am Erbeskopf.

Der Naturpark habe sein vielfältiges Programm nochmals ausgebaut, sagt Recktenwald. Laut dem Trägerverein besuchten 2015 rund 47 000 Gäste die Veranstaltungen. Ein Schwerpunkt liegt laut dem Vorsitzenden weiter auf der Umweltbildung : „Wir bieten die Chance, die Natur vor der eigenen Haustür zu entdecken.“ Der neue Nationalpark mitten im Naturpark-Gebiet, betont Recktenwald, sei „eine Perle, die wir gemeinsam pflegen wollen“. Er biete die Möglichkeit, in „enger Kooperation“ beide Schutzgebiete gemeinsam „voranzutreiben“. Durch den Nationalpark werde das Veranstaltungsprogramm „wertvoll ergänzt“. Auch bei Marketing und Öffentlichkeitsarbeit werde man „eng zusammenarbeiten“.

Das bestätigt Harald Egidi, Leiter des Nationalparkamts. Das primäre Ziel des Nationalparks sei zwar die Schaffung eines Wildnisgebiets und die begleitende Forschung. Aber Umweltbildung und Naturerlebnis, stellt Egidi klar, seien ebenfalls eine zentrale Aufgabe. Den Plan eines gemeinsames Programms mit dem Naturpark habe man daher „von Anfang an verfolgt“. Laut Touristik-Experten sei die Nachfrage nach dem Nationalpark „überall sehr groß“, sagt Egidi. „In einem Wildnisgebiet gibt es aber keine originär touristischen Angebote.“ Der Nationalpark profitiere von seinem direkten Umfeld: „Für uns ist das die bestmögliche Konstellation.“ Das gemeinsame Programm, das quartalsweise erscheinen soll, informiere die Gäste nun „topaktuell, was sich in der Region tut“.

Der Nationalpark steuert unter anderem die 2015 gestarteten Rangertouren bei, die laut Egidi „sehr beliebt“ sind. Dabei können Gäste von verschiedenen Startpunkten aus die Parkranger bei der täglichen Arbeit begleiten. „Diese Touren kann man aber nicht buchen. Dafür gibt es die Touren mit unseren 57 zertifizierten Nationalparkführern.“

19 Veranstaltungen werden am Hunsrückhaus am Erbeskopf organisiert. Der Vorsitzende des Zweckverbands und Thalfanger VG-Bürgermeister Marc Hüllenkremer sieht im Erbeskopf „ein verbindendes Element, das auch gemeinsam vermarktet werden sollte“. Er freut sich darüber, dass „die Region weiter zusammenwächst“. Der Nationalpark sei auch für den Zweckverband, der „finanziell nicht so gut aufgestellt ist“, ein „Glücksfall“. Das Hunsrückhaus als Umweltbildungsstätte zu erhalten, habe schon „auf der Kippe gestanden“, nun sei es „zukunftssicher gemacht“. Laut Harald Egidi will der Nationalpark dort eine Ausstellung zur Entwicklung von Wald- und Moorlandschaften einrichten. Das Land hat das Hunsrückhaus zu einem von drei Eingangstoren in den Nationalpark erklärt und will es langfristig übernehmen. Die Verhandlungen dazu laufen laut Hüllenkremer: „Wir sind auf einem guten Weg.“

naturpark.org

 

Zum Thema:

Der Naturpark Saar-Hunsrück erstreckt sich auf 200 000 Hektar über die zwei Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland. Damit ist das Schutzgebiet der zehntgrößte Naturpark in Deutschland. Es umfasst sieben Landkreise: Bernkastel-Wittlich, Birkenfeld, Merzig-Wadern, Neunkirchen, Saarlouis, Trier-Saarburg und Sankt Wendel. Im Naturpark-Trägerverein sind weitere 30 Kommunen Mitglied. Leitidee des Naturparks ist der Erhalt einzigartiger Landschaft, diese regional weiterzuentwickeln und unter Wahrung der Interessen von Naturschutz und Landschaftspflege einen nachhaltigen Tourismus zu fördern. Der Naturpark soll den Menschen als Erholungsraum dienen und ihre prägenden Kulturlandschaften schützen. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald liegt als besonderes Schutzgebiet mit etwa 10.000 Hektar Fläche mitten im Naturpark. Sein Zweck ist der Erhalt der Artenvielfalt und der Schutz der Natur vor menschlichen Eingriffen. cweb
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