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Nauwieser Viertel: Viel Lärm um nichts

 St. Johann. Wenn die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Försterstraße ihren Buchladen eröffnet, dann kehrt die Drogenszene ins Nauwieser Viertel zurück. Die drei dort beschäftigten Drogenkranken, die mit Hilfe von Ersatzstoffen (unter anderem Methadon) von der Droge wegzukommen versuchen, seien eine Gefahr fürs Viertel. Die Awo schade einem Wohn- und Geschäftsquartier, das sich positiv entwickle. Davor hatten viele Menschen im Saarbrücker Nauwieser Viertel Angst Und dagegen, so kündigten Anwohner und Geschäftsleute bei einer Informationsveranstaltung der Awo vor zwei Monaten an, werde man mobil machen, Unterschriften Sammeln, vor Gericht gehen.

Eine Klage? Unterschriftenlisten? Im Endeffekt ist nichts von alledem eingetreten. „Davon ist mir nichts bekannt“, sagte Bürgermeister Kajo Breuer (Grüne) am Mittwochabend bei einem zweiten Infoabend der Awo. Das Treffen war vor zwei Monaten vereinbart worden, um zu überprüfen, ob die Befürchtungen berechtigt sind. Oder ob das passiert ist, was Polizei, Awo und Stadtverwaltung vor zwei Monaten schon vermutet haben: nämlich nichts.

Bei der Polizei sei in dieser Angelegenheit seit der Infoveranstaltung vor zwei Monaten kein einziger Anruf eingegangen, sagte der Kontaktpolizist Clemens Gergen. Auch die Fußstreifen, die im Viertel unterwegs sind, seien auf nichts Ungewöhnliches gestoßen. Bezirksbürgermeisterin Christa Piper (SPD) zeigte sich am Mittwochabend ebenso zufrieden wie FDP-Stadtratsspitzenkandidat Friedhelm Fiedler. Auch bei der Awo gab es keine Beschwerden mehr. Ganz im Gegenteil.

Projektleiter Elmar Schütz. „Die Resonanz ist nur positiv. Ich habe keine negative Rückmeldung. Wir sind gut angekommen im Viertel“, sagt Schütz. Es habe nach der teilweise sehr emotionalen Debatte vor zwei Monaten „viele Solidaritätsbekundungen“ gegeben“, sagt Bernhard Schwarzwald, der Direktor der Awo-Sozialpsychiatrie. „Aus der Geschäftswelt und dem privaten Bereich sind Leute auf uns zugekommen und haben gesagt: So wie da diskutiert wurde, das ist nicht unser Viertel“, sagt er. Es seien auch Buchspenden abgegeben worden. Die Bücher werden im Laden verkauft – für Preise von 50 Cent bis zu fünf Euro. Der Betrieb sei gut angelaufen. Am 7. Oktober um 18.30 Uhr will die Awo in ihrem Café in der Nauwieser Straße nochmal über das Projekt reden, um zu sehen, ob alles gut läuft. Martin Rolshausen 
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