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Nauwieser Viertel wehrt sich gegen zunehmenden Verkehr

Mit selbst gestalteten Schildern will die Initiative Nauwieser Viertel die Autofahrer überzeugen. Foto: Becker&Bredel

Mit selbst gestalteten Schildern will die Initiative Nauwieser Viertel die Autofahrer überzeugen. Foto: Becker&Bredel

Sigrid Jost erlebt das fast jeden Tag, aber sie kann sich jedesmal aufregen, als wäre es das erste Mal. „Eine Frechheit“ sei das „durchs Viertel zu fahren, als wäre das eine Autobahn“. Wie manche Autofahrer über die Nauwies „rasen“ sei „skandalös“. Sigrid Jost mag ihr Viertel auch, weil „die Menschen hier entspannter sind als sonstwo in der Innenstadt“, weil man alle paar Meter stehen bleibe, um mit jemandem zu reden. Es seien vor allem Autofahrer , die durchs Viertel fahren, weil sie einen Weg durch die Stadt abkürzen wollen, die diese Ruhe stören, sagt Jost. Dabei ist das Nauwieser Viertel „Tempo 30“-Zone.

 

Die Stadt habe zwar an den Eingängen zum Viertel „Tempo 30“-Schilder aufgestellt, „aber die nimmt kaum jemand wahr“, sagt Jost. Deshalb wollen sie und andere Viertler an diesem Montag etwas mehr Aufmerksamkeit fürs Tempolimit erzeugen und eigene Schilder aufhängen. Es gehe auch darum, dass es nicht nur die Fahrradfahrer sind, die durch Autos gefährdet sind, sondern die Fußgänger, die auf Autofahrer und Radfahrer aufpassen müssen.

 

„Das Nauwieser Viertel hat eine Dorfstruktur, es geht kommunikativer zu als in vielen anderen Vierteln“, sagt auch Lieselotte Hartmann, die Sprecherin der Initiative Nauwieser Viertel. Deshalb wünscht sich die Initiative, „dass die Verkehrssituation diesem Charakter des Viertels angepasst wird“. Wie in Metz und Saargemünd, wo stellenweisen nur 20 Kilometer pro Stunde schnell gefahren werden dürfe. „Wir wären schon glücklich, wenn alle Autos nur 30 führen und nicht ab dem Kurzen Eck Gas geben und viel schneller aus dem Viertel rausfahren, es als Schleichweg benutzen für Bruchwiese und Rotenbühl“, sagt Hartmann. Auch der städtische Verkehrsentwicklungsplan sehe eine „Anpassung von Straßenräumen und Kreuzungen im Hinblick auf die Belange aller Nutzer und Anlieger“ vor, weiß Hartmann. Es sei da die Rede „von Verkehrsberuhigung von Wohnstraßen mit Piktogrammen und weißen Querstreifen“. Das befürworte die Initiative ausdrücklich.

 

Mit ihrer Aktion wolle die Initiative nun schonmal vorweggreifen und die Idee aus dem Verkehrsentwicklungsplan mit „künstlerisch verfremdeten Straßenschildern realisieren“. Alle Straßen um Spielplatz und Schule werden zur „verkehrsberuhigten Zone“, im restlichen Viertel werden „Tempo 30“-Schilder aufgehängt, „so dass alle Autofahrer darauf aufmerksam werden“, erklärt Hartmann. Und sagt: „Wir sind gespannt auf die Reaktionen.“
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