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Nebenkosten in Homburg steigen

In den nächsten Tagen verschicken die Stadtwerke wieder die alljährlichen Bescheide für Nebenkosten und Entsorgungsgebühren. Dabei erwartet Verbraucher in vielen Bereichen ein neuer Preisaufschlag. Die Preise in Homburg werden vom Land mitbestimmt.



Homburg. Wenn im Frühjahr die Abrechnungen für Nebenkosten im Briefkasten liegen, hält man nicht selten ein schwer nachzuvollziehendes Dokument aus Zahlen und Tabellen in den Händen. Die allerdings meistens auf eines hinauslaufen: eine Aufforderung zur Nachzahlung. Bis Ende Februar sollen laut Stadtverwaltung die Bescheide für die Bürger von Homburg rausgehen, wobei sich auch hier die Kosten in vielen Bereichen rückwirkend zum 1. Januar erhöht haben (wir berichteten).

Die Stadt geht dabei von folgenden Rechenbeispielen aus (siehe Infografik): Eine Mülltonne mit 120 Litern Volumen alle zwei Wochen leeren zu lassen, kostete bisher 165,60 Euro im Jahr. Seit dem 1. Januar kommen dafür Kosten in Höhe von 179,04 Euro auf die Bürger zu. Ein Preisanstieg von acht Prozent.

Mit Beginn des neuen Jahres müssen Homburger auch Mehrkosten für die Straßenreinigung einplanen: Bei wöchentlicher Kehrung werden pro laufendem Meter, den ein Grundstück entlang einer Straße aufweist, 1,97 Euro Reinigungsgebühren fällig. Ein etwa zehnprozentiger Anstieg. Laut Stadtverwaltung gibt es aber Ausnahmen: Die Niederschlags-Gebühren bleiben mit 71 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche, also zum Beispiel einem Hausdach, bereits seit dem Jahr 2003 gleich.

Im Bereich der Abwasserentsorgung wird es den vergleichsweise heftigsten Preisanstieg geben, wie Jürgen Schirra von den Homburger Stadtwerken berichtet: 2008 bezahlten Bürger hier 2,11 Euro pro Kubikmeter - seit Januar 2009 sind es 2,77 Euro. Der Preisanstieg liegt damit bei über 30 Prozent. Auch die bauliche Grundsteuer steigt mit Beginn dieses Jahres: Der Stadtrat beschloss einen Steuerhebesatz von 360 Prozent.

Weniger durchsichtig sind die Heizkostenentwicklungen, da die Preise hier häufigen Marktschwankungen unterliegen, so Jürgen Schirra. Bei Strom und Gas etwa entwickeln sich die Kosten unterschiedlich: Durch Finanz- und Wirtschaftskrise ist der Gaspreis momentan niedriger als 2008, Strom werde jedoch um etwa acht Prozent teurer. Schirra: "Hier wirken zeitversetzte Einkäufe auf den Endpreis des Kunden nach" Bei Heizkosten kann man die Aufschläge demnach pauschal auf etwa zehn Prozent beziffern, bedingt durch den harten Winter 2008.

Jürgen Kruthoff von der Stadt Homburg ahnt, dass steigende Kosten bei den Bürgern keinen Jubel auslösen: "Das sind natürlich noch mehr Belastungen, die in harten Zeiten obendrauf kommen. Doch die Kommune hat bei diesen Kosten kaum Spielraum." Denn der städtische Haushalt werde vor dem Beschluss vom Landesamt für Verwaltungsangelegenheiten überprüft, so Kruthoff. "In Zeiten leerer Haushaltskassen werden folglich möglichst viele Zusatzeinnahmen gefordert."



Meinung

Vorhersehbare Entwicklung

Von Ingo Hinz

Der Preisanstieg bei den Nebenkosten überrascht wohl die wenigsten Homburger wirklich. Dass sich die Preise für Rohstoffe und Energie zu Krisenzeiten auf einer Berg- und Talfahrt befinden, lässt ohnehin viele den Überblick über die tatsächlichen Kosten verlieren. Umso heftiger erscheint die jetzige Erhöhung allerdings angesichts der Tatsache, dass die Stadt Homburg in den vergangenen Jahren - zu Gunsten der Bürger - in vielen Bereichen die jährliche Kostenanpassung nicht mitgemacht hat. So rechtfertigt man angesichts leerer Kassen jetzt den finanziellen Nachholbedarf, ebenso wie das Land damit rechtfertigt, die kommunalen Haushalte in Form des neuen Landesamts für Verwaltungsangelegenheiten unter die Lupe zu nehmen, bevor diese beschlossen werden. Die Rezession ist da, was folgt sind Mehrkosten für die Bürger - und die werden ab jetzt dann wohl wieder jährlich weiter steigen.

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