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Negativtrend: Zahl der Drogentoten im Saarland vor Höchststand

Im Saarland sterben immer mehr Menschen nach Einnahme harter Drogen wie Heroin. Foto: dpa</p>

Im Saarland sterben immer mehr Menschen nach Einnahme harter Drogen wie Heroin. Foto: dpa

Vor einer Woche ist ein 43-jähriger Merziger in einem Saarbrücker Parkhaus gestorben. Er war das 26. Drogenopfer in diesem Jahr. Damit steuert das Saarland auf einen Höchststand an Drogentoten zu. Das hat sich im September angekündigt, als mit 19 Drogentoten so viele gezählt wurden wie im gesamten Vorjahr. 1992 waren mit 28 die meisten Toten gezählt worden.

Der erschreckende Anstieg fällt in die Amtszeit des Landesdrogenbeauftragten Stephan Kolling ( CDU ), der Staatssekretär im Gesundheits- und Sozialministerium ist. Welche Maßnahmen plant Kolling, um den fatalen Trend zu stoppen? „Beim Anstieg der Drogentoten im Saarland handelt es sich keineswegs um einen spezifischen saarländischen Trend. Die Zahl der Drogentoten steigt weltweit, europaweit und auch in anderen Bundesländern“, betonte Kolling auf SZ-Anfrage. Bei der Bewertung der Zahl der Drogentoten falle auf, dass etwa ein Drittel höheren Jahrgängen (zwischen 40 und 60 Jahren) angehöre. „Gerade bei dieser Altersgruppe gibt es eine Vielzahl von Komorbiditäten (weiteren Erkrankungen, Anm. d. Red.), die mitursächlich am Tod sein können“, sagte Kolling. Deshalb sei er in einem ständigen Dialog mit den Fachleuten der Polizei , der Ärzteschaft, des Drogenhilfezentrums, der Rechtsmedizin und den Trägern der psychosozialen Begleitung Substituierter, um nach Lösungen zu suchen. Eine der Maßnahmen könnte Kolling zufolge die Vergabe des Medikaments Naloxon an Süchtige sein. Das Notfallmedikament Naloxon rettet Leben bei Drogen-Überdosierungen durch Laien. Bereits im September hatte Kolling die Prüfung des Naloxon-Einsatzes angekündigt, auf den Drogensüchtige noch warten.

„Darüber hinaus muss nach neuen Wegen gesucht werden, die Situation belasteter Familien zu verbessern und neue Wege der Prävention, Beratung und Therapie zu entwickeln“, sagte Kolling. Bei genauer Interpretation der Ursachen der Drogentoten-Fälle sei aufgefallen, dass die Todesursache in der Mehrzahl die klassischen Drogen Heroin, weitere Opiate, Psychopharmaka und Alkohol gewesen seien. Bei der toxikologischen Ursachenbestimmung des Drogentodes werde nach Feststellung der wesentlichen Drogen, die zum Tod geführt hätten, keine weitere Untersuchung durchgeführt, da neue psychoaktive Substanzen schwer zu bestimmen seien. Das heiße aber nicht, dass keine neuen psychoaktiven Substanzen mit im Spiel waren. Die Öffnung des Druckraums im Drogenzentrum Saarbrücken auch für Patienten, die Ersatzmedikamente von Ärzten verordnet bekommen, werde weiter geprüft. Unter den Toten dieses Jahres seien überwiegend keine Substituierten gewesen.

Der Drogenbeauftragte weiß nicht, wie viele Jugendliche dieses Jahr erstmals mit Haschisch-Konsum aktenkundig wurden. Das könnten nur Justiz und Polizei beantworten. Ebenso unklar ist, wie viele der 37 jungen Erst-Konsumenten nach der Teilnahme am „Fred“-Präventionsprogramm rückfällig geworden sind. Dafür müsse man viele Verfahrensakten „händisch“ auswerten, sagte Dennis Zahedi, Sprecher des Justizministeriums. Das sei unzumutbar.

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