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Neubaugebiet Franzenbrunnen: Ist der Boden verseucht?

Ein Gutachten warnt vor chemischen Belastungen im künftigen Neubaugebiet Franzenbrunnen.

Ein Gutachten warnt vor chemischen Belastungen im künftigen Neubaugebiet Franzenbrunnen.

49 Tagesordnungspunkte hat der noch amtierende Stadtrat heute in seiner letzten Sitzung vor der Wahl abzuarbeiten. Unter anderem geht es um die geplante gebundene Ganztagsgrundschule Füllengarten, Straßenbenennungen und ein kostenfreies Mittagessen für Schüler. Und er soll die Offenlegung des Bebauungsplans für den Franzenbrunnen beschließen. Eine Passage aus dem Entwurf sorgte gestern schon für Aufregung. Ein Ingenieurbüro, das von der Stadt mit Bodenuntersuchungen beauftragt wurde, hat festgestellt, „dass die Messwerte einer Teilfläche über den Prüfwerten für Wohngebiete liegen.“ Es geht dabei um polychlorierte Biphenyle (PCB).

Diese Schadstoffe seien stellenweise in einer so hohen Konzentration vorhanden, dass „ eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit nicht auszuschließen“ ist, schreiben die Gutachter. Teilweise seien Bodenproben aus einer Tiefe von 10 bis 35 Zentimetern höher belastet als die nahe der Geländeoberfläche. Das Gutachten, das der SZ vorliegt, ist vom 31. August 2012 datiert.

Alleine, dass die Stadtverwaltung seit knapp zwei Jahren vom Gift im Boden weiß und das Neubauprojekt trotzdem weiter verfolgt, ist für Matthias Westermann, den Vorsitzenden der Initiative, die das Projekt verhindern will, ein starkes Stück. Er fragt sich, wie die Stadt es zulassen kann, dass die Neue Arbeit Saar dort weiter auf einem Grundstück aktiv ist, und wieso die Stadt dort eine Kindertagesstätte gebaut hat.

Die Stadtverwaltung habe das Gelände, auf dem die Kita gebaut wurde, auf PCB-Belastung untersuchen lassen, teilte Stadtpressesprecher Thomas Blug gestern auf Anfrage mit. „Die gemessenen Werte lagen alle deutlich unter den für Kinderspielflächen zulässigen Werten“, sagt er. Auch für das Gelände der Neuen Arbeit Saar sieht die Stadt kein Problem. „In dem von der Neuen Arbeit Saar sporadisch noch genutzten Zierpflanzen-Bereich liegen die gemessenen PCBWerte unterhalb der Prüfwerte für Park- und Freizeitanlagen“, sagt Blug. „Spazierengehen, Sport wie Joggen, landschaftsgärtnerische Tätigkeiten“ zum Beispiel seien dort „unbedenklich und zulässig“.

Blug räumt aber ein, dass es für den Teil des Geländes, auf dem Wohnungen entstehen sollen, Probleme geben kann. „In Wohngebieten gelten strengere PCB-Grenzwerte, weil im Zuge des Wohnens ein weit intensiverer Kontakt der Menschen mit dem Boden (insbesondere Nutzpflanzengärtnerei) ohne Gesundheitsgefährdung möglich sein muss“, sagt Blug. „Für den Fall einer Bebauung“ – und das ist ja geplant – sei „daher ein umfangreicher Bodenaustausch vorgesehen“.

Dieses Vorgehen sei mit dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz abgesprochen. Solange sich an der aktuellen Nutzung des Geländes nichts ändere werde daher „für die Zeit bis zum Bodenaustausch keine akute Handlungsnotwendigkeit gesehen“. Die PCB-Belastung könne daher kommen, dass die Baumschule, die dort einst ansässig war, mit belastetem Klärschlamm gedüngt hat.

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