A62 Landstuhl Richtung Nonnweiler Zwischen AS Nohfelden-Türkismühle und AS Nonnweiler-Otzenhausen Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle (19:35)

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Neue Bahnverbindungen nach Frankreich?

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Das Saarland, Unternehmen aus der Saar-Wirtschaft und Politiker aus Lothringen wollen die grenzüberschreitenden Zugverbindungen im Personen- und Güterverkehr verbessern. Hierzu hat das Saarland eine Studie in Auftrag gegeben, die von dem Technik- und Logistik-Dienstleister Mosolf in Überherrn mit finanziert wird. Auch die EU in Brüssel soll sich beteiligen, da die Studie als „Interreg-Programm“ angemeldet ist. Die Gesamtkosten für die Studie belaufen sich auf rund 275 000 Eur o.

In einem ersten Schritt wird die Reaktivierung der Bahn-Strecke von Wadgassen über Überherrn nach Frankreich geprüft. „Wir haben starkes Interesse an diesem Projekt“, bestätigt Mosolf-Vertriebsleiter Heiko Scheuermann. Das Unternehmen bekommt regelmäßig Transporte von Autoherstellern aus dem Ausland zur Weiterverarbeitung von Fahrzeugen. Mit der Reaktivierung der Bahnstrecke könnte auch das Industriegebiet Lisdorfer Berg besser angebunden werden, das vom Land überregional als Aushängeschild für Neuansiedlungen vermarket wird.

Die Mosolf-Gruppe ist mit 2000 Mitarbeitern an über 30 Standorten europaweit vertreten und hat 2014 rund 310 Millionen Euro Umsatz gemacht. Konkret plant Mosolf in Überherrn den Bau eines öffentlichen Güterverkehrszentums. Die Studie untersucht vier mögliche Routen von Überherrn in das übergeordnete deutsche und französische Bahnnetz. Schätzungen zufolge ließen sich jährlich 30 000 Lkw-Ladungen in einem Umkreis von 50 Kilometern von der Straße auf die Schiene verlagern.

Die Investitionen für den Bau des Terminals und Arbeiten an der Bahnstrecke werden mit 15 Millionen Euro veranschlagt. In diesen Kosten enthalten ist auch die notwendige Elektrifizierung von Teilstrecken der Bahn auf saarländischer und französischer Seite. Es geht um 19 Kilometer von Überherrn bis Völklingen-Fürstenhausen beziehungsweise fünf Kilometer nach Falck. Die Studie geht davon aus, dass in der Region weitere Auto-Zulieferer sowie Ford Interesse an verbesserten Anschlüssen nach Frankreich haben. Auch eine Wiederbelebung des grenzüberschreitenden Personennahverkehrs sei wahrscheinlich.

Über dieses Projekt hinaus gibt es weitere Überlegungen. So diskutieren das Land, die Deutsche Bahn sowie Kommunalpolitiker aus dem Saarland und Lothringen über eine stärkere Nutzung der Niedtalbahn von Dillingen über Rehlingen-Siersburg nach Bouzonville und darüber hinaus. Denkbar ist eine Verlängerung von Bouzonville bis Thionville, was auch für Saarländer eine bessere Zuganbindung nach Luxemburg bringen könnte. Zudem hält in Thionville auch der TGV Luxemburg-Paris. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der sich mit eigenen Vorschlägen für bessere Zugverbindungen im grenzüberschreitenden Verkehr einsetzt, begrüßt die Entwicklung. Nach einer Elektrifizierung zwischen Völklingen und Überherrn könne auch die Saarbahn durchgehend von Saarbrücken bis Überherrn fahren, was zahlreiche zusätzliche Nutzer bringe, so der VCD.
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