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Neue Demo am Grenzübergang Goldene Bremm geplant

Unter den 9000 Menschen, die am Montagabend für Menschenrechte und Toleranz auf die Straße gingen, waren auch viele Gewerkschafter. Foto: Becker&Bredel

Unter den 9000 Menschen, die am Montagabend für Menschenrechte und Toleranz auf die Straße gingen, waren auch viele Gewerkschafter. Foto: Becker&Bredel

. Nach der größten Demonstration im Saarland seit langem, der Kundgebung „bunt statt braun“ für Menschenrechte am Montagabend, werden bereits Ideen für weitere Aktionen entwickelt. Wie der katholische Pastoralreferent Heiner Buchen, der einer der Redner bei der Kundgebung auf dem St. Johanner Markt war, gestern der SZ sagte, könne er sich gut vorstellen, gemeinsam mit den Franzosen am Grenzübergang Goldene Bremm zu demonstrieren. „Die Franzosen haben die gleichen Probleme wie wir, die Themen und die politische Lage ähneln sich sehr“, erklärte Buchen. Der Saarbrücker verfügt über Kontakte nach Forbach, zu Vertretern des Sozialwerks Emmaüs und den Jugendlichen, die mit gleichaltrigen Saarländern und Bosniern im Sommer ein Tanzstück in Sarajevo aufführten. Ein gutes Beispiel sei zudem, dass man 2014 gemeinsam fremdenfeindliche Politik grenzüberschreitend verhindert habe, sagte Buchen. Man habe den späteren Gewinner der Bürgermeisterwahl, den Sozialisten Laurent Kalinowski, im Wahlkampf gegen den Kandidaten des rechtsextremen Front National Florian Philippot unterstützt.

Die Kommentare, die er gestern per E-Mail und Facebook auf seine Rede bekommen habe, hätten ihn sehr berührt, sagte der evangelische Pfarrer Jörg Metzinger, der die „bunt statt braun“-Demo angemeldet hatte. „Die Härte des Herzens, mit der viel zu viele in unserem Land auf die treten, die noch viel weniger haben – das schmerzt nicht nur mich, den Jesus-Anhänger, das trifft ihn selbst, das verletzt ihn selbst, diesen Jesus“, hatte Metziger erklärt und auf Matthäus verwiesen, der Jesus so zitiere: „Was ihr einem meiner geringsten Geschwister getan habt, das habt ihr mir getan!“ Dass 9000 Menschen kamen, während „Saargida“ nur 300 Leute auf die Straße brachte, sei eine „gewonnene Schlacht“, sagte der Pastor, aber kein „gewonnener Krieg“. Man müsse nun beobachten, was „Saargida“ und die NPD machten.

Saar-DGB-Chef und Saar-SPD-Vize Eugen Roth erklärte, man müsse sich „kleine, nachhaltige und fantasievolle“ Aktionen ausdenken. Er setze auf den interreligiösen Dialog, um Ängste in der Bevölkerung abzubauen. „Wir sollten die Kollegen in den Gewerkschaften, die für solche Ängste anfällig sind, nicht alleine lassen“, betonte Roth. Die Sicherheitsbedürfnisse in der Bevölkerung müssten durch Politik, Polizeiarbeit und Friedensarbeit befriedigt werden. „Wenn ich mehr Infos über Saargida und NPD von der Antifa als vom Verfassungsschutz bekomme, mache ich mir meine Gedanken“, sagte Roth.

Danny Walter, 23, Hauptredner der „Saargida“-Demo, sagte, es habe ihm „überhaupt nicht geschmeckt, dass so viele Hooligans und NPD-Vertreter“ unter den 300 Demo-Teilnehmern gewesen seien. Damit wolle er sich nicht zufrieden geben. Wann die nächste „Saargida“-Demo in Saarbrücken stattfinde, müsse er mit der „Pegida“-Leitung in Dresden abstimmen, sagte Walter.
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