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Neue Dino-Show in Reden voraussichtlich im Frühjahr 2013

Saarbrücken. Kuhls Riesen-Echsen bewegen sich schon, in einer Fabrik in Tokio. Die Bilder, die der Gondwana-Betreiber Matthias Michael Kuhl auf seinem Handy vorführt, zeigen einen täuschend echten, geradezu filmtauglichen „Star“, einen sechs Tonnen schweren Titanosaurus. Der spaziert gemächlich vor sich hin. Laufbänder schieben den Roboter-Giganten nach vorne, nicht Menschen, wie sonst üblich, wenn es um „Liveauftritte“ von Dinosauriern geht. Das sieht dann eher wie eine putzige Kindergeburtstags-Überraschung aus. Nein, in Reden wird laut Kuhl eine technische Pioniertat für zukünftige Dino-Präsentationen zu erleben sein. In der neuen 4500 Quadratmeter großen Ausstellungshalle des Prähistoriums liefern sich bald vier robotisch animierte Echsen einen packenden Kampf um ein Gelege. Sechs bis zehn Minuten lang soll diese filmreife Szene sein und auf einer ausladenden, 1200 Quadratmeter großen Spielfläche stattfinden. 60 Zuschauer können gleichzeitig zuschauen, von einer Grotte aus. Die Vorführung ist Höhepunkt und Rauswerfer für einen neuen menschheitsgeschichtlichen Rundgang. Denn die neue Halle wird nicht nur, wie man zunächst hätte meinen können, als Show-Room dienen, sondern wird eine veritable Erweiterung der Ausstellungsinhalte bieten. Bisher endete die Prähistorium- Ausstellung mit dem Verschwinden der Dinosaurier. Jetzt

 

geht es um das Erscheinen des Menschen. Zwölf neue Stationen führen von der heutigen Weltraumeroberung über das Alte Ägypten zurück bis zum „Homo ergaster“, dem ersten werkzeugmachenden, noch affenähnlichen Wesen. Kuhl bleibt für Gondwana II seinem alten Team und Konzept treu: Es muss wackeln und beben, enge Wege führen über Baumstämme, Dunkelheit und Musik sorgen für Stimmung. Die „Belehrung“ findet über eine Erzählstimme statt.

Die Verdoppelung des Angebotes wird jedoch nicht für eine massive Preiserhöhung genutzt. Rund drei Euro mehr könnten es werden (18 Euro), meint Kuhl. Zum Vergleich: In den üblichen Science-Centern und Sealife-Aquarien ohne Show-Teile zahlt man im Schnitt 15 Euro.

Dem Dresdner Rechtsanwalt und Geschäftsmann Kuhl geht es nach eigener Aussage sowieso nicht darum, durch die Redener Aktivitäten „Reichtümer anzuhäufen“, sondern um die Durchsetzung eines Herzens- Projektes. Letzteres drohte 2010 zu scheitern, der Reden- Untersuchungsausschuss riss Gondwana laut Kuhl in eine Besucher- Krise. 2011 seien dann wieder 130 000 Menschen gekommen, 60 Prozent davon von außerhalb (Rheinland-Pfalz, Hessen). Diese Situation sei „auskömmlich“, sagt Kuhl, der sich damit von der ursprünglichen Wirtschaftlichkeits-Quote von 200 000 Besuchern distanziert. Denn: „Es geht nicht nur um Eintritte, es geht darum, was der Kunde insgesamt an Geld da lässt“ (Shop, Gastronomie). 7,7 Mio. Euro kostet Gondwana II. Kuhl ist jedoch nicht mehr Investor wie in der ersten Phase, sondern nur noch Betreiber der Halle, die das Land gebaut hat und durch Mietpacht refinanziert. Was die Landespolitik angeht, fühlt sich Kuhl mittlerweile wieder „von Sympathie getragen“: „Ich spüre überall das Bemühen, damit der Standort vorankommt.“ Gondwana II wird dazu rund drei Monate später als geplant beitragen. Kuhl hält die Eröffnung frühestens im Frühjahr 2013 für möglich. Die Hülle der neuen Halle steht, innen ist sie noch eine Baustelle.


MEINUNG

Man darf optimistisch sein

Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus

Der Themenpark Gondwana war schon totgesagt. Umso erfreulicher ist der Wachstumsschub. Dass der sich nicht nur auf ein Spektakel beschränkt, sondern mehr Inhalte bringt, ist bemerkenswert. Wer künftig zu den Dinos fährt, bekommt endlich ein akzeptables Angebot, kann sich über Stunden aufhalten. Außerdem wird das Prähistorium, das bisher auf dem Areal verloren und mickrig wirkte durch die zweite Halle erstmals zu einem wahrnehmbaren Faktor im „Freizeitpark“ Reden. Blockhütten und Wassergärten gibt es schon, eine Rodelbahn kommt hinzu, die just vor Kuhls Haustür endet. Vorsichtiger Optimismus ist also nicht falsch. Denn auch die Stimmung in der Landespolitik hat sich gedreht. Die rabiatesten Schlechtredner und Skeptiker saßen in SPD-Reihen. Diese Störer sind verstummt. Die große Koalition erweist sich für Gondwana als segensreich.
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