L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Priorität: Dringend

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Neue Führungs-Struktur: Was wird aus der Saarbrücker Stadtgarlerie?

Innenhof der Stadtgalerie: Für eine der letzten sichtbaren Saarbrücker Kulturinstitutionen soll mittelfristig womöglich eine neue Organisationsstruktur gefunden werden. Diskutiert werden drei Modelle.

Innenhof der Stadtgalerie: Für eine der letzten sichtbaren Saarbrücker Kulturinstitutionen soll mittelfristig womöglich eine neue Organisationsstruktur gefunden werden. Diskutiert werden drei Modelle.

Saarbrücken. Während Zukunftsmodell eins die Kooperation mit der Stiftung Saar-Kulturbesitz fortführte – deren Teil die maßgeblich städtisch finanzierte Galerie seit 1994 ist – , sehen die anderen die Alleinregie vor, wobei in Variante 1 ein (neuer) hauptamtlicher Leiter bestallt würde. In Variante 2 sparte man die Leitungsstelle ein und würde auswärtigen Kuratoren die Programmhoheit übertragen. „Curators in Residence“ sozusagen. „Interessant und praktikabel“ nennt Kulturdezernent Erik Schrader Option eins (mehr oder minder der Status quo) und Option drei (Alleinregie ohne Leitung). Letztere wäre ein neues Modell – auch ein tragfähiges?

„Völlig unrealistisch“

Als „völlig unrealistisch“ bezeichnet der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV), Johan Holten, das mit ins Auge gefasste Kuratorenmodell. Holten, Direktor des Heidelberger Kunstvereins, hält es für ,,eine Illusion, ohne feste Zuständigkeiten vor Ort eine tragfähige Programmpolitik machen zu wollen“. Selbst dann, wenn eine im Kulturamt (2011/2012) freiwerdende Leitungsstelle fachkompetent besetzt würde. Es reiche eben nicht aus, dass „so jemand zehn Prozent seiner Arbeitszeit auf die Galerie verwendet“, gibt Holten zu bedenken. Neben dem Part des reinen Ausstellungsmachers – Auswahl und Zusammenspiel von Künstlern (und Themen) – hängt jede Kunstschau von zahllosen betriebstechnischen Details ab. Eine Einsicht, mit deren Verbreitung Holten im Kulturbetrieb Eulen nach Athen trüge, anders als in der meist äußerst kunstfernen Welt der Politik. Zwar sei es heute verbreitet, auswärtige Kuratoren (per Werkvertrag) auf Zeit an ein Haus zu binden, ihm sei jedoch deutschlandweit kein einziger Fall eines gewissermaßen führungslosen Kunsthauses bekannt, so Holten.

Auf dieser Basis sei „kein Effizienzgewinn“ möglich, prophezeit er. Auch Saarbrückens Kulturdezernent favorisiert eher Option eins: Nicht zuletzt, weil das Dezernat den für eine Kuratorenlösung unabdingbaren Sachverstand nicht hat. Mit der Stiftung im Boot sei dies anders. „Verhandelt man mit Kuratoren, ist es ein Unterschied, ob das die Stiftung oder ein Kulturamtsreferent tut“, meint Schrader. Schwebt ihm am Ende – nach dem Motto: mit der Stiftung, aber ohne eigene Galerieleitung – etwa eine Kombination beider Optionen vor? cis

Hintergrund

282 Mitglieder hat derzeit die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV). Zu Beginn des 19. Jhr. mit Erstarken des Bürgertums entstanden, leben diese vom ehrenamtlichen Engagement sich organisierender kunstsinniger Bürger, die aus eigener Tasche aktuelle (oft nicht etablierte) Kunst fördern und vermitteln. Infolge des Booms neuer Kunst (und deren Einzug in Museen) seit den 80ern büßten sie ihre Vorreiterrolle ein. Ob ihrer überalterten Mitgliederstruktur gelten sie manchen bereits als unzeitgemäß.

Weil Mitgliedsbeiträge zur Finanzierung nicht ausreichen, leben (gerade größere) Kunstvereine von Sponsoren und Zuschüssen der öffentlichen Hand (Kommunen/Länder). Deren Finanzkrise traf sie bislang weniger als erwartet. Auf der Deutschlandkarte der ADKV ist das Saarland ein weißer Fleck. Was nicht heißt, dass es dort keine Kunstvereine gäbe. Man kann sie aber an einer Hand abzählen. Keiner ist im ADKV. cis

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