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Neue Halberg Guss baut in Zukunft auch Motorblöcke aus Aluminium

Blick in die Produktion bei Halberg Guss in Saarbrücken Die Halberg Guss GmbH in Saarbrücken stellt Motorenblöcke für die Autoindustrie her.

Blick in die Produktion bei Halberg Guss in Saarbrücken Die Halberg Guss GmbH in Saarbrücken stellt Motorenblöcke für die Autoindustrie her.

Der Saarbrücker Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) will auch in China Fuß fassen. Zusammen mit einem chinesischen Partner wollen die Brebacher in einem Gemeinschaftsunternehmen eine Eisen-Gießerei aufbauen, um die europäischen Kunden aus dem Pkw- und Nutzfahrzeugbau in China mit Grauguss-Motorblöcken und Zylinderköpfen aus lokaler Produktion zu versorgen. „Wenn alles gut geht, können wir im Frühjahr 2014 starten“, sagt Michael Weis, Geschäftsführer von NHG. Die Absichtserklärung sei unterschrieben, „und die Gießerei entsteht auch schon“.

Die Gießerei-Gruppe NHG, deren Vorgänger Halberg Guss 2009 in die Insolvenz gerutscht war und vor zwei Jahren von dem niederländischen Fonds HTP Investments übernommen wurde, „steht heute wieder gut da“, so Weis. „Die Auslastung liegt derzeit bei über 100 Prozent im Vergleich zum Plan.“ Auch für den Rest des Jahres sei die Auftragslage gut. Außerdem würden schwarze Zahlen geschrieben. Beim Ergebnis vor Steuern (EBT) „übertreffen wir sogar unsere Planung“. In den ersten fünf Monaten 2013 hat NHG mit seinen beiden Standorten in Saarbrücken und Leipzig rund 170 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet.

In Brebach sind rund 1550 Mitarbeiter beschäftigt, in Leipzig etwa 850. Der größte Kunde ist mit einem Umsatz-Anteil von rund 50 Prozent der VW-Konzern – sowohl mit seiner Pkw- (VW oder Audi) als auch mit seiner Lkw-Sparte (Scania). Rund 1,4 Millionen Motorblöcke der neuen Baureihe MDB (Dieselmotoren mit 1,6 sowie zwei Liter Hubraum) und der alten Diesel-Aggregate verlassen pro Jahr die Brebacher Gießerei. Hinzu kommen einige 100 000 Benziner. Der zweitwichtigste Kunde (Umsatzanteil 14 Prozent) ist der Kölner Motorenbauer Deutz, dann folgen General Motors (Opel) und Daimler (jeweils zehn Prozent). Im Nutzfahrzeug-Segment konnten kürzlich neue Aufträge eingefahren werden, die sowohl in Leipzig als auch in Saarbrücken bearbeitet werden können, sagt Weis. Der Standort Leipzig sei bis 2020 voll ausgelastet.

„Auch in Brebach sind wir mit gebuchten Aufträgen heute schon gut aufgestellt.“ Die ab 2016/2017 „geringen offenen Produktionskapazitäten wollen wir mit einem oder zwei passenden Aufträgen im Bereich Pkw-Motorblock vollends belegen“. Der Fonds HTP hat für die beiden NHG-Standorte in Saarbrücken und Leipzig ein Investitionsprogramm angestoßen, das „sich im dreistelligen Millionenbereich bewegt“, sagt der Geschäftsführer. Davon werde eine „hohe zweistellige Summe an der Saar investiert“. Das Geld fließt sowohl in die Verbesserung der Arbeitsprozesse als auch in die Umwelttechnik (Abluftanlagen).

Michael Weis, der zusammen mit Matthias Schwabbauer die Geschäfte bei NHG führt, ist seit September 2012 an Bord. Zuvor war der 44-Jährige an führender Position im Aluguss- Bereich tätig. Daher kennt er den Markt. Bei Autos würden die Konstrukteure von neuen Benzin-Motoren inzwischen ausschließlich auf dieses leichtere Metall setzen, meint er. Im Diesel-Bereich sei dies noch nicht der Fall, und für Nutzfahrzeug- Motore „ist die Alu-Variante noch in weiter Ferne“. Seit April werden auch erste Blöcke aus Aluminium in Brebach als Prototypen gegossen und ausgeliefert. „Bei einem Anlauf der Produktion von Aluminium- Motorblöcken könnten langfristig weitere 150 Arbeitsplätze entstehen“, sagt Weis.




MEINUNG

Zwei mutige Entscheidungen Die Eisengießer am Fuß des Saarbrücker Halberg haben die Zeichen der Zeit erkannt. Mit dem Bau einer Fabrik in China zusammen mit einem lokalen Partner folgen sie ihren Kunden auf den größten Automarkt der Welt. Ein Schritt, der absolut notwendig war.

Auch die Hinwendung zum Aluguss ist eine strategisch richtige Entscheidung. Denn in immer mehr Autos werden Motoren eingebaut, deren Blöcke aus dem Leichtmetall bestehen. Daher muss man trotz harter Konkurrenz der etablierten Alu-Gießer dieses Standbein aufbauen. Beide Entscheidungen erfordern Mut, Geld und Standhaftigkeit. Möge alles ausreichend vorhanden sein.
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