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Neue Hurensteuer soll allen helfen

Denn: Fehlende Steuereinnahmen aus dem Rotlichtmilieu können dem Staat ganz schön schaden. Der Bundesrechnungshof schätzt, dass dem Staat durch die unzureichende Besteuerung jedes Jahr über zwei Milliarden Euro durch die Lappen gehen. Das kommt daher, dass zum einen der Steuervollzug schwierig ist, wenn die Damen ständig ihre Arbeitsorte wechseln. Und zum anderen stellten die Finanzbehörden bislang so manche Hure vor größere Probleme. Marita Kirsch von der Hurenselbsthilfe in Saarbrücken: „Viele Frauen wissen beispielsweise nicht, wo sie wie etwas versteuern sollen.“ Andere hätten keine Kenntnis, ob der Clubbesitzer tatsächlich ihre Steuer abführe. Bei Razzien gäbe es da oftmals böse Überraschungen.

Doch das alles könnte im Saarland bald der Vergangenheit angehören – dank des Düsseldorfer Verfahrens . Das Saar-Finanzminsterium erarbeitet derzeit einen Erlass. Er soll noch in diesem Quartal an die Finanzämter gehen. Das Konzept sieht folgendes vor: Selbstständige Prostituierte sollen pro Arbeitstag 25 Euro zahlen – als Vorauszahlung auf ihre Steuern. Für Damen, die in Bordellen ein Zimmer gemietet haben, führt der Bordellbesitzer das Geld quartalsweise ab.

Das Ganze ist freiwillig. In Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz wird das Verfahren schon praktiziert. Mit Erfolg, berichtet die Sprecherin der Oberfinanzdirektion Koblenz, Viebke Girolstein: „Wir zielen darauf ab, dass wir mit den Betreibern zusammenarbeiten. Die wollen schließlich nicht häufig die Fahndung im Haus."

Die Saarbrücker Hurenselbsthilfe -Sprecherin Marita Kirsch derweil ist zuversichtlich, dass die Neuerung bei den Prostituierten auf Interesse stoßen wird. Sie sei schließlich zu deren eigener Sicherheit. szn/up

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