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Neue ICEs bleiben noch aus – Strecke Saarbrücken-Paris betroffen


Die Zulassung von 16 neuen ICE-Zügen der Deutschen Bahn verzögert sich weiter. Eigentlich sollten die bereits fertig gebauten sogenannten Velaro-D-Züge von Siemens im Juni 2012 auf deutschen Gleisen rollen, jetzt wird der Start frühestens für das Jahr 2014 erwartet. Schuld seien Unstimmigkeiten in Detailfragen. Das erfuhr die SZ von den Beteiligten: von der Bahn, Siemens sowie vom Eisenbahn- Bundesamt. Dabei würden die Züge dringend gebraucht, unter anderem auch auf der für das Saarland wichtigen ICE-Strecke von Frankfurt nach Paris. Derzeit stehen nach Aussage eines Bahn-Sprechers in Berlin nur noch fünf ICE-Züge zur Verfügung, die auch das französische Schienennetz nutzen können. Sie werden allerdings im Winter regelmäßig auf ihren Fahrten über französische Schienen durch Schotterflug und Schneelawinen stark beschädigt – und fallen aus (die SZ berichtete).

Im vergangenen Winter hatte dies zu permanenten Zugausfällen und hohen Verspätungen auf dieser Strecke geführt. Thorsten Bischoff, Sprecher des saarländischen Wirtschafts- und Verkehrsministeriums, betonte die Wichtigkeit dieser Schienenanbindung und sagte: „Wir warten händeringend auf die Zulassung dieser Züge.“ Die saarländische Landesregierung könne zwar den Prozess der Zulassung der Züge nicht beschleunigen, doch müsse gemeinsam eine Lösung gefunden werden. „Die anhaltende Verzögerung ist aus Sicht des Landes sehr ärgerlich und es liegt in der Verantwortung des Herstellers, gemeinsam mit dem Eisenbahnbundesamt schnellstmöglich die technischen Voraussetzungen für die Zulassung zu schaffen“, stellte Bischoff klar.

Um in jede Richtung die fünf täglichen Verbindungen zwischen Paris und Frankfurt stemmen zu können, hat die Deutsche Bahn nun angekündigt, einen TGV-Hochgeschwindigkeitszug vom französischen Partnerunternehmen SNCF anzumieten. Der TGV habe eine andere Antriebstechnik und sei von den Problemen weniger betroffen. Der Sprecher des Eisenbahn- Bundesamtes (EBA) äußerte sich zurückhaltend: „Einen wesentlichen Teil des Zulassungsprozesses hat Siemens bereits nach hinten verschoben, er ist nun für November angekündigt. Das ist ein sehr enger Zeitplan, wenn man bedenkt, dass der Velaro D zum Fahrplanwechsel im Dezember 2013 in Betrieb gehen soll.“

Die für die Zulassung notwendigen Unterlagen sollten vier Monate vor dem gewünschten Starttermin beim EBA eingegangen sein. Die Bahn bemerkte zu der Situation: „Wir haben noch keinen verbindlichen Lieferplan der Baureihe 407, dem Siemens Velaro D.“ Siemens selbst sagt zum Status des offenbar aufwändigen Zulassungsprozesses nur: „Ein Endtermin kann nicht genannt werden.“




MEINUNG

Bahn soll auf den TGV setzen

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Bisher setzte die Deutsche Bahn aus Prestigegründen nur auf den ICE und Siemens als deutschen Hersteller. Mehr noch als das Image sollte die Zuverlässigkeit zählen, bei der Herstellung der Züge und ihrer Auslieferung genauso wie bei der Bedienung der Strecke. Siemens hat die Sache „vermurkst“. Deshalb sollte die Deutsche Bahn künftig bei der französischen SNCF mehr TGV mieten oder beim französischen Hersteller Alstom solche Züge kaufen. Zumal die witterungsbedingten Störungen und Beschädigungen wegen Schotterflug nur am ICE auftreten, nicht am TGV. Es kann nicht sein, dass wegen dieses Problems im Winter ständig Züge ausfallen.
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