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Neue Kampagne soll Saarbrücker Luisenviertel zum "In"-Quartier machen

  Nichts gegen das Nauwieser Viertel – es ist das alternative und junge Quartier in der Saarbrücker Innenstadt. Aber das eine oder andere Element dieser „anderen“ Szene wirkt nicht mehr so ganz frisch, sondern etwas gekünstelt, etabliert, aufgesetzt. „Ein richtiges Original ist das Nauwieser Viertel jedenfalls nicht mehr“, sagt Ivica Maksimovic, Professor an der Hochschule der Bildenden Künste (HBK) Saar – und legt sich für etwas Neues, nämlich das Luisenviertel ins Zeug. Eisenbahnstraße, Stengelstraße, Hohenzollernstraße und Gutenbergstraße haben nach Überzeugung des Hochschullehrers ebenfalls die Kraft, charmant anders zu sein und ein Kreativ-Zentrum in der City zu werden. Die Studenten Lukas Ratius und Dominik Cermann haben dazu bereits eine Plakat- und Postkartenkampagne entworfen. Sie heißt „Unverfälscht“, zeigt Metzger und Zapferin, Eismann und Musiker bei der Arbeit und möchte noch weitere „individuelle Charaktere“ für Selbstverwirklichung und unternehmerisches Engagement in einem Quartier interessieren. Das Luisenviertel habe es nicht verdient, mit „kultureller Brache“ und „geistigem Stillstand“ in Verbindung gebracht zu werden.

Neben Ratius und Cermann hat sich ein halbes Dutzend weiterer HBK-Studierende unter Anleitung der Professoren Maksimovic und Indra Kupferschmid in den letzten Wochen intensiv mit dem Luisenviertel beschäftigt. Die jungen Leute quartierten sich in einem „Designkiosk“ ein, befragten Passanten zu ihrer Meinung über die Straßen und dachten mit Geschäftsinhabern über Möglichkeiten nach, Ladeneinrichtungen und Schaufenster aufzuwerten. Es ging darum, den Charme der 50er und 60er, als die Eisenbahnstraße lebendige Einkaufsstraße war, wieder hervorzuholen. Ein für jeden sichtbares Ergebnis dieser Bemühungen ist ein hübsch geschwungenes „L“ für Luisenviertel, das bereits als Stempel vertrieben wird und sich als Erkennungszeichen durchsetzen soll (siehe auch den Artikel „Darf es eine Idee mehr sein“, SZ vom 6. Juni). Darüber hinaus wurden neue Gestaltungen für einige Geschäfte entwickelt, es gab einen Schildermaler-Workshop, es wurde ein wöchentliches „Luisenblatt“ als Wandzeitung gedruckt (um Ideen zusammenzutragen), ein Geschäftsmann lässt sich von den Kreativen einen neuen Briefkopf erstellen.

Ende des Monats endet das Semester und vorerst auch der Unterschlupf des Projektes in der Hausnummer 27. Was nachkommt, ist noch offen. „Unsere Arbeit sollte eine Frischzellenkur gewesen sein, wir selbst sind dabei zu Luisenviertel- Fans geworden, alles weitere hängt auch von den Hausbesitzern, den Ladeninhabern, der Stadt und von Sponsoren ab“, so Maksimovic. Die Sparkasse Saarbrücken, selbst Anlieger der Eisenbahnstraße, hat unterdessen angekündigt, die Aktivitäten weiter „aktiv“ zu unterstützen. „Eine gute Geschichte, die dem ganzen Viertel nutzt“, beschrieb Vorstand Uwe Johmann das Engagement.

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