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Neue Müllgebühren für Saarbrücker

Saarbrücken. Wenn alles so kommt, wie Umweltdezernent Kajo Breuer und Bernd Selzner, der Chef des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE), gestern bekannt gaben, dann müssen die Saarbrücker zumindest 2011 – grob gerechnet – ungefähr dieselben Vorauszahlungen auf ihre Müllgebühren leisten wie 2010. Das war die Quintessenz einer Pressekonferenz, zu der die Stadt am Donnerstag (25.11.2010) ins Rathaus St. Johann geladen hatte. Dort stellten Breuer und Selzner die Methode vor, nach der Saarbrücken künftig die Müllgebühren berechnen will. Die Methode trägt den irreführenden Namen „Müllverwiegesystem“ – weil ein Teil der Gebühren vom Gewicht des Mülls abhängt. Aber das ist nur die letzte von insgesamt vier Komponenten in diesem Rechenmodell. Die ersten beiden sind Grundgebühr (Mülltonnen-Miete) und Leerungsgebühr – die hängen davon ab, wie groß die Tonne ist und wie oft sie geleert wird.

Komponente drei ist die Gebühr für eine jährliche „Mindestmasse“ an Müll – gemeint ist ein „Mindestgewicht“. Das muss jeder bezahlen, egal ob er Müll mit diesem Gewicht produziert oder nicht.



Gebühren sollen gerechter sein und die Bürger dazu motivieren, weniger Müll zu machen

Die Mindestgewicht-Gebühr, so hieß es gestern, solle verhindern, dass Bürger allzu schnell versucht sind, ihren Müll in den Wald oder in die Tonne ihres Nachbarn zu kippen – wer nämlich eine „Mindestmasse“ bezahlen muss, der werde zumindest diese Masse auch in seinen eigenen Eimer kippen, das ist schließlich am bequemsten. Erst jener Müll, mit dem die Bürger das Mindestgewicht überschreiten, wird ihnen nach einzelnen Kilos berechnet – und das Kilo kostet dann 29 Cent. Damit die Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit 240- oder 1100-Liter-Tonnen nicht benachteiligt werden, steigt die Grundgebühr (Miete) für die Tonnen nicht analog mit dem Volumen, sondern weniger stark.

Falls der Stadtrat dieses System am 7. Dezember absegnen sollte, wird der ZKE einen „Gebührenrechner“ auf seiner Internetseite installieren, mit dem jeder Bürger seinen persönlichen Fall durchspielen kann.

Mit dem neuen System hat der ZKE auch schon Vorauszahlungen für 2011 kalkuliert. Ergebnis: Bürger, die beispielsweise eine 120-Liter-Restmülltonne alle 14 Tage leeren lassen (oder eine 240-Liter-Tonne jede Woche), müssen 2011 fürs ganze Jahr rund 20 Euro mehr vorauszahlen als 2010. Bei einer 1100-Liter-Tonne sind es rund 30 Euro weniger. Die endgültige Rechnung kommt natürlich erst 2012, wenn klar ist, wie viele Kilos tatsächlich in der Tonne waren.

Und weil der ZKE weiß, dass der Mensch schwach ist – besonders wenn er Gebühren sparen kann, hält der ZKE Schlösser für alle Mülltonnen bereit: für 120-, 240- und 1100-Liter-Tonnen. Wer jetzt beim ZKE ein Schloss für seine Mülltonne bestellt, der wird innerhalb von 14 Tagen bedient. Wer sein Schloss erst 2011 bestellt, muss wahrscheinlich erheblich länger warten.

Das neue System soll erstens gerechter sein und zweitens dafür sorgen, dass die Saarbrücker weniger Müll machen. Denn jeder statistische Saarbrücker – vom Baby bis zum Opa – wirft jährlich 232 Kilo weg, das sind 62 Kilo mehr als im Bundesdurchschnitt.
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