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Neue Regeln für staatlich organisierte Jagden

Saarbrücken. Das saarländische Umweltministerium hat neue Regeln für repräsentative Jagden festgelegt. An diesen staatlich organisierten Jagden nehmen traditionell auch bedeutende Persönlichkeiten aus dem Saarland teil. Für die nächste Gesellschaftsjagd am kommenden Samstag im Holzhauserwald bei Türkismühle haben mehr als 50 Teilnehmer zugesagt.
„Diese Veranstaltung soll eine neue Jagd-Philosophie demonstrieren“, sagte Klaus Borger (Foto: bub), Staatssekretär im Umweltministerium, gestern im Gespräch mit der SZ. Erstmals trage sie die Bezeichnung „Waldschutzjagd“ und soll unter diesem Namen einmal im Jahr stattfinden. Sie unterliege völlig veränderten Voraussetzungen: Teilnehmer müssen vorab besondere Schießfertigkeiten nachweisen, das heißt neben dem Jagdschein auch die sogenannte Drückjagdnadel besitzen. Zudem müssen die Schützen das erlegte Wild selbst versorgen. „Auch darf nur geschossen werden, was später gegessen werden kann“, sagte der Staatssekretär – also nur Schwarz-, Reh- und Rotwild.
„Die Zeit von ‚Staatsjagden’ als gesellschaftlichem Großereignis ist vorbei. Jagden in Verantwortung des Landes werden nicht mehr mit dem Ziel veranstaltet, wirtschaftliche Kontakte zu fördern“, sagte Borger. Stattdessen solle die „Waldschutzjagd“ zu einer Bewusstseinsveränderung beitragen: „Jagd muss heute eine dienende Funktion für die Entwicklung unserer Kulturlandschaft haben.“ Sie sei ein Instrument, um Verbiss-Schäden an Bäumen und die damit einhergehende Reduzierung der Baumarten-Vielfalt zu verhindern.
Borger sagte, dass auch Jagd-Kritiker bei der „Waldschutzjagd“ willkommen seien. Wer seine ablehnende Haltung – zum Beispiel in Form einer Mahnwache – zum Ausdruck bringen wolle, bekomme über die Saarforst-Betriebsleitung einen entsprechenden Standplatz zugewiesen.
Der Staatssekretär betonte, dass die neue Form der repräsentativen Jagd unabhängig von der Verabschiedung eines neuen Jagdgesetzes zu sehen sei. Der entsprechende Entwurf sei derzeit in der Ressortabstimmung und werde in zwei bis drei Wochen an die maßgeblichen Verbände geschickt.

Das Umweltministerium weist darauf hin, dass wegen der „Waldschutzjagd“ am Samstag, etwa zwischen zehn und 13 Uhr Wanderwege im Holzhauserwald bei Türkismühle gesperrt werden.





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