L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Neue Saar- Abfall-Satzung belohnt Mülltrennung

Von SZ-Redakteur Dietmar Klostermann

Saarbrücken. Die Verbandsversammlung des Entsorgungsverbandes Saar (EVS) hat gestern in Saarbrücken mit einer Mehrheit von drei Vierteln der 45 angeschlossenen Saar-Kommunen einer neuen Abfallgebührensatzung zugestimmt, die einen Wechsel zum Identsystem mit sich bringt. Mussten die etwa 600.000 Haushalte bisher einen einheitlichen Preis von 216 Euro im Jahr für die 26 Leerungen von Restmüll- und Biotonne im vierzehntägigen Abfuhr-Rhythmus bezahlen, richtet sich die Gebühr ab 2011 nach der Häufigkeit der Leerungen.

„Wenn ein Haushalt sein Müllgefäß zum Beispiel nur an zehn Tagen im Jahr an die Straße stellt, spart er fast 64 Euro. Wenn der Haushalt wie bisher die 26 Leerungen in Anspruch nimmt, wird die Gebühr um 44 Euro teurer“, erläuterte EVS-Geschäftsführer Heribert Gisch die neue Gebührensatzung. Ziel sei es, das höchste Müllaufkommen pro Kopf der Bevölkerung in Deutschland zu senken:

Jeder Saarländer wirft bisher 209 Kilogramm Müll in die graue Tonne, der Bundesschnitt liegt bei 168 Kilogramm. „Wir wollen das Aufkommen bis 2016 um 20 Prozent senken“, so Gisch, der von einem „epochalen Schritt“ schwärmte. Wenn die Bürger nun mitmachten und den Müll besser nach Wertstoffen getrennt entsorgten, könne der Vertrag mit Eon, dem Betreiber der Müllverbrennung in Neunkirchen, 2016 gekündigt werden.  „Dann sparen wir 30 Millionen Euro im Jahr“, so Gisch.

Doch längst nicht alle Kommunen sind von dem neuen Ident-System begeistert, das die Gebühren nach der Zahl der Leerungen bemisst. Während der härteste EVS-Kritiker, der St. Wendeler Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU), die neuen Satzung ablehnen ließ, stimmten auch elf weitere Bürgermeister gegen die Gebührensatzung. Manche taten kund, sie seien von ihrem Rat dazu vergattert worden, obwohl sie eine andere Meinung hätten.

St. Wendel, Lebach und Eppelborn haben mit der Gebührenberechung nach Müll-Gewicht bereits gute Erfahrungen gemacht und das Hausmüll8aufkommen um die Hälfte gesenkt. St. Ingbert und Losheim wollen diesem Beispiel folgen. „Wir wollen den Bürger langsamer zum Umdenken bewegen, deshalb hat sich die Mehrheit fürs Identsystem entschieden“, meinte Gisch. Die FDP-Fraktion im Landtag sprach von einer versteckten Gebührenerhöhung, da der Bürger erst ab 19 Leerungen im Jahr sparen könne, was von den wenigsten erreicht werde.
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