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Neue Sicherheitsleute in der Saarbahn: Sie fahren abends in den Zügen mit

Nach der bundesweiten Diskussion über Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln regiert das Unternehmen Saarbahn&Bus. Seit gestern werden jeden Abend zwei Sicherheitsleute in den Zügen für Ordnung sorgen.

Von SZ-Mitarbeiter Igor Schindler

Saarbrücken. Günther K. und Giuseppe C. (Namen von der Red. geändert) warten am Bahnsteig des Brebacher Bahnhofs auf die Saarbahnlinie eins. Um 20.02 Uhr fährt sie los in Richtung Siedlerheim. Die zwei kräftigen Herren steigen ein. Seit gestern Abend beginnt ihr Arbeitstag um 20 Uhr in der Saarbahn. Die beiden sind die neuen Sicherheitsleute, die die Firma BCSP aus Saarbrücken im Auftrag der Saarbahn einsetzt. Sie fahren montags bis samstags ab 20 Uhr bis Betriebsschluss um 2 Uhr nachts mit verschiedenen Saarbahnlinien. „Am Sonntag werden zwei Sicherheitsleute ab 21 Uhr bis 1 Uhr eingesetzt“, sagt Sarah Schmitt, Pressesprecherin der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken (VVS).

Durch deren Einsatz soll die Sicherheit in der Saarbahn verbessert werden – damit mehr Bürger auch abends mit den Zügen fahren. Denn viele Kunden hätten nach einer Umfrage der Saarbahn große Hemmungen, die Bahn nach 20 Uhr zu nutzen, sagt Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Reuter.

Henrike Werth fährt schon seit Jahren täglich mit der Saarbahn – aber normalerweise nicht abends. Gestern war sie aber dann noch nach 20 Uhr unterwegs und hatte ein gutes Gefühl. Werth: „Die zwei Herren geben allen Fahrgästen ein sicheres Gefühl.“

Auch die Saarbahnfahrer und Fahrscheinkontrolleure profitieren davon. „Es ist sehr beruhigend, wenn man weiß, dass hinten im Abteil zwei Leute aufpassen“, sagt Saarbahnführer Thorsten Dostert. Jugendliche finden den Einsatz der Sicherheitsleute ebenfalls in Ordnung. „Es ist gut, dass die zwei Männer in der Saarbahn Präsenz zeigen“, sagt Daniel Scherer (17). Sein Freund Kevin Bach weiß wieso: „So lassen sich bestimmt viele Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen vermeiden.“

Um Streit zu schlichten, sind die Mitarbeiter extra geschult. Die beiden haben langjährige Erfahrung in der Sicherheits-Branche. Dazu gehört auch eine gesetzliche Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK). Eine Regel, die sie in der Ausbildung gelernt haben, beherzigen die beiden besonders: Immer höflich bleiben. „Dadurch lassen sich die meisten Auseinandersetzungen einfach lösen“, betont K. Wenn jemand ihn beleidigen sollte, werde er darauf nicht reagieren. „Wir lassen uns nicht provozieren. Und bitten den Fahrgast die Beleidigungen zu unterlassen“, sagt er.

Wenn das immer noch nicht hilft und die Auseinandersetzung sich verschärft, kann es aber Konsequenzen geben. Dann muss der aufmüpfige Fahrgast die Saarbahn verlassen. Kinder würden aber nicht so einfach vor die Tür gesetzt, versichern die beiden.

Sollte so ein Fall eintreten, sorgen sie dafür, dass die Erziehungsberechtigten oder die Polizei das Kind in Obhut nimmt. Doch die beiden hoffen, dass es zu solchen Fällen nicht kommt. Dann geht K. plötzlich in den hinteren Bereich der Saarbahn und fragt eine junge Dame, ob er ihr beim Raustragen des Kinderwagens behilflich sein soll. „Dafür sind wir auch da“, sagt er.



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