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Neue Zukunft für Bergbaubrachen im Warndt



Petite Rosselle. Nur einen Katzensprung liegt es von der saarländisch- lothringischen Grenze entfernt, das Bergbaumuseum in Petite Rosselle. Doch was Atmosphäre, Sitten und Gebräuche angeht, fühlt man sich man beim Termin, zu dem die RAG Montan Immobilien (MI) und das Etablissement Public Foncier Lorrain (EPFL) am Donnerstag eingeladen haben, ganz tief in Frankreich. Rednerpult, Lautsprecheranlage und Stuhlreihen sind aufgebaut, Kaffeetassen und Konditorhäppchen stehen parat – Gastgeber-Perfektion, repräsentativ, très français. Mit gallisch-entspannter Verzögerung – erstmal wird geplaudert – geht es los: Gastgeber Gérard Bruck, Präsident des Museums- Zweckverbandes, lobt in zwei Sprachen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Rudolf Krumm von der RAG MI tut es auf Deutsch, EPFL-Chef Jean-Paul Bolmont auf Französisch. Schließlich unterzeichnen Bolmont und Krumm einen Kooperationsvertrag.

Das war’s schon, auf zu Kaffee, Konditorhäppchen und Geplauder. Was es auf sich hat mit der geplanten Zusammenarbeit, erläutert Rudolf Krumm auf SZNachfrage genauer: Die beiden Bergbaunachfolge-Unternehmen wollen sich gemeinsam darum kümmern, neue Nutzungen für ehemalige Grubenstandorte beiderseits der Grenze zu entwickeln. Das Projekt „Der Warndt nach dem Bergbau“ (siehe „Hintergrund“) war ein erster Versuch, bei dem es aber nur ums Pläneschmieden ging. Jetzt wollen die Partner handfeste Projekte angehen. Sie setzen dabei auf Synergien statt auf Konkurrenz.

„Der schlimmste Fall“, sagt Krumm, „ist, dass an zwei Nachbar- Standorten jeweils 50-Hektar- Gewerbegebiete geplant werden, aber insgesamt nur 30 Hektar gebraucht werden. Dann beginnt der Wettlauf, bei dem letztlich beide Orte verlieren – das wollen wir nicht.“ Auf beiden Seiten der Grenze gehe es um jeweils 1000 Hektar Fläche, die eine neue Zukunft brauchen. Und Standorte so zu entwickeln, dass aus den Projekten wirtschaftlicher Nutzen entspringt, sei bei Unternehmen leichter als bei der Politik: „Wir brauchen Partner, die ähnlich denken und handeln wie wir.“ Die neue Kooperation ziele auf „klassische“ Umnutzungen von Industriebrachen, also Gewerbe- und Freizeitflächen. Und auf erneuerbare Energien, deren Bedeutung auch in Frankreich zunehme. Der Finanzrahmen? Nein, noch keine konkreten Absprachen, die werde man jeweils für einzelne Projekte treffen. Aus der Kaffee-Runde sind die Leute von der EPFL und der RAG MI dann rasch verschwunden. „Wir haben noch eine Besprechung“, sagt Krumm, „Photovoltaik“ – très français: Geselligkeit und Geschäft, das gehört zusammen.


HINTERGRUND
 „Der Warndt nach dem Bergbau“ hieß das Projekt, mit dem die RAG Montan Immobilien (MI) GmbH und das Etablissement Public Foncier Lorrain (EPFL) ihre Zusammenarbeit begonnen haben. Dabei wurde – gefördert von der Europäischen Union – von 2008 bis 2010 ein gemeinsames Entwicklungskonzept für die Bergbaubrachen in der grenzüberschreitenden Region erarbeitet. Die RAG MI kümmert sich um ehemalige Bergbauflächen im Saarland, die EPFL hat die gleiche Aufgabe in Lothringen. Von diesen Brachen liegen jeweils 1000 Hektar in Grenznähe. dd



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