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Neuer Chef bei Saargummi ab Dienstag

Die Führungsfrage für die Saargummi-Standorte Wadern-Büschfeld und Losheim mit ihren zusammen rund 1300 Beschäftigten ist geklärt.

Die Führungsfrage für die Saargummi-Standorte Wadern-Büschfeld und Losheim mit ihren zusammen rund 1300 Beschäftigten ist geklärt.

Wadern. Die Führungsfrage für die Saargummi-Standorte Wadern-Büschfeld und Losheim mit ihren zusammen rund 1300 Beschäftigten ist geklärt. Eine Woche nach dem Rücktritt des Sanierers Wolfgang Kirsten kündigte Detlev Bartels, Chef der in Remich ansässigen CQLT Saargummi Holding, gestern den neuen Geschäftsführer an. Am kommenden Dienstag soll Holger Oertel den Spitzenposten bei dem angeschlagenen Auto- und Industriezulieferer übernehmen. Der Mittvierziger war zuletzt im Management von ZF Boge Elastmetall tätig, davor in der Geschäftsführung der Phoenix AG. Damit bringt er Führungserfahrungen aus der Gummi-, Kunststoff- und Metallbranche sowie aus der Autozuliefer-Industrie mit. Er sei „sanierungserfahren“, sagte Bartels. Damit sei sichergestellt, dass ohne Unterbrechung an der Umstrukturierung von Saargummi weitergearbeitet werden könne.

Oertel komme zunächst als Übergangs-Geschäftsführer, um das Unternehmen aus den roten Zahlen zu führen. Bartels schloss aber nicht aus, dass der Neue dauerhaft an der Spitze des Büschfelder Saargummi-Werks stehe.
Am Mittwoch vergangener Woche war Wolfgang Kirsten nach nur sieben Monaten als Geschäftsführer zurückgetreten – aus persönlichen Gründen, wie es offiziell hieß. In Unternehmenskreisen sprach man jedoch davon, dass Kirsten und die Holding-Führung über den Sanierungskurs uneins gewesen seien. Bartels bekräftigte gestern aber erneut, dass er den Weggang Kirstens bedauere. Der angestoßene Sanierungsprozess solle wie geplant fortgeführt werden.
Einer der wichtigsten Schritte dabei ist die Integration des Losheimer Ela-Tech-Werks in den Standort Büschfeld. Dies war eine der zentrale Forderungen, die der chinesische Staatskonzern CQLT im Zuge der Übernahme der insolventen Saargummi-Gruppe erhoben hatte. „In den nächsten Monaten werden die Realisierungsschritte zu sehen sein“, kündigte Bartels an. Dabei werde aber anders als zunächst geplant auf den Neubau einer Halle verzichtet. In dem zurzeit bei weitem nicht voll ausgelasteten Büschfelder Werk könnten Flächen freigemacht werden, um die Produktion aus Losheim zu integrieren.

Saargummi leidet darunter, dass vor und während der Insolvenz keine neuen Aufträge von Autobauern hereingekommen sind. Zudem war viele Jahre kaum investiert worden. „Wir müssen jetzt Schritte machen, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen“, sagte Bartels. Dabei geht es um Modernisierung und Kostensenkung. Laut Sanierungstarifvertrag sollen innerhalb von fünf Jahren 15 Millionen Euro investiert werden, allein die jetzt unmittelbar geplanten Projekte haben laut Bartels einen Umfang von bis zu neun Millionen Euro. So soll etwa die lange vernachlässigte Datenverarbeitung (IT) ausgebaut werden, um alle Bereiche des Werks zu modernisieren. Und es soll in eine Lackieranlage investiert werden. Damit können Dienstleistungen, die bisher nach außen vergeben wurden, nach Büschfeld zurückgeholt werden. Der Vorteil: Dann biete Saargummi die „höchste Fertigungstiefe“ – von der Mischerei der Gummi-Materialien über die Produktion von Dichtungen bis zu deren Veredelung durch Beschichtungen. „Ich bin überzeugt, dass wir in nicht allzu ferner Zukunft neue Aufträge gewinnen“, sagte Bartels.

Darüber hinaus kündigte Bartels eine Großinvestition in China an. Dort soll „eine neue Fabrik entstehen, das Gelände ist gekauft, Baubeginn ist in diesem Jahr“. Das neue Werk soll für 150 Millionen Euro Jahresumsatz stehen. Zum Vergleich: Das Werk Büschfeld erlöst derzeit 158 Millionen Euro. mzt
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