B423 Stadtgebiet Blieskastel, Zweibrücker Straße bis Saar-Pfalz-Straße Zwischen Blieskastel und Aßweiler Vollsperrung, Baustelle bis 28.10.2017 06:00 Uhr Zwischen Ortsausgang Blieskastel und Ortseingang Biesingen (09.10.2017, 06:27)

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Neuer Globus-Baumarkt in Saarlouis: Öko-Frage wird jetzt entschieden

Logo des Globus Supermarktes

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Die Firma Globus ist mit ihrem Projekt eines „Globus Bau- und Fachmarktes“ in Saarlouis, zwischen B.51 und Saar, Höhe Heinemann-Brücke, einen Schritt weiter. Der Rat billigte in seiner Jahresschluss-Sitzung weitere Schritte Richtung Genehmigung. Angesichts von 19.000 Quadratmetern Verkaufsfläche (samt Tankstelle und Reifencenter) ist ein Raumordnungsverfahren (ROV) erforderlich, einschließlich Umweltverträglichkeitsprüfung.

Für das ROV wurde ein Gutachten erstellt, das den Raum bis Merzig, Lebach und Völklingen umfasst. Darin heißt es laut Zusammenfassung der Stadtverwaltung, dass der neue Markt den Konkurrenzdruck auf andere Baumärkte deutlich erhöhen werde. Ein „Randsortiment“ mit Waren (zehn Prozent des Angebots) anderer Branchen werde sich in Saarlouis nicht schädlich auswirken.

Mit täglich 5600 zusätzlichen Autos sei zu rechnen, was so lange problematisch bleibe, bis die B51 neu bis Dillingen gebaut sein wird.

Eine Herausforderung stellt der ökologische Ausgleich dar. Die Fläche („Salbei-Glatthaferwiese“) ist Natura 2000 gelistet. Sie gilt mit 37 Pflanzenarten als reich und als in hervorragendem Zustand. Außerdem geht eine Kaltluftentstehungsfläche verloren.

Das Umweltministerium hat grundsätzliche Bedenken geäußert: mit Verweis auf den Natura-2000-Status, in Verbindung mit den ebenso gelisteten Rodener Wiesen und dem Naturschutzgebiet Nonnenwies in Bous. Ähnlich sieht es das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz. Und das Innenministerium (Stadtentwicklung) bezweifelt die städtebauliche Verträglichkeit.

Dennoch kam „nach umfassender Prüfung der Stellungnahmen“ die Abteilung Landesplanung im Innenministerium zur Auffassung, das Projekt sei mit den Erfordernissen von Raumordnung und Umweltbelangen „vereinbar“. Unter den „Empfehlungen“ dazu stehen unter anderem: „Lösung“ der Überschneidung des Plan-Gebietes mit den für Saar-Überschwemmungen ausgewiesenen Flächen, Festlegung geeigneter ökologischer Ausgleichmaßnahmen; Prüfung der Lärmbelastung für Gerberstraße und Herrenstraße in Roden.

Parallel betreibt die Stadt ein Bauleitplanverfahren. Den Aufstellungsbeschluss dazu hat der Stadtrat im März beschlossen. Er forderte angesichts der Versiegelung der Fläche und der so entstehenden „Wärmeinsel“ eine Dachbegrünung. Globus habe 20 Prozent Begrünung zugesagt.

Nach Berechnung der Stadt muss Globus rund eine Million Ökowerteinheiten (ÖWE, „Ökopunkte“) ausgleichen. Nur 200.000 davon könnten auf dem Gelände selbst umgesetzt werden. Anderswo („extern“) werden gut 100.000 Ökopunkte in die Auenrenaturierung in Hostenbach gesteckt, 150.000 in ein Stück von Mühlen- und Weiherbach, 130.000 in die Entwicklung einer Glatthaferwiese in Ensdorf, 130.000 in den Rückbau des Sportplatzes Neuforweiler.
225.000 Punkte offen

Rund 225.000 Ökopunkte sind offen. Der Ausschuss für Stadtentwicklung fordert dazu, nicht 20 sondern 100 Prozent des Dachs zu begrünen.

Der Stadtrat nahm diese Planungen jetzt an. Bald steht eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange, darunter der Naturschutz, an. „Die Öffentlichkeit kann sicher sein, dass alle Belange ausreichend gewürdigt werden“, versicherte Gabriel Mahren (Grüne) für die Jamaika-Koalition. Kritik vor der Abstimmung (drei Nein, zwei Enthaltungen) kam von der FWG: Altomaro Locurcio bezweifelte die Sinnhaftigkeit eines weiteren Baumarktes in der Region. Er kritisierte das Ausgleichskonzept und monierte, dass „ausgerechnet“ Mahren das Konzept als nachhaltig verteidige.

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