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Neuer Rekord beim Saarbrücker CSD: Bunter, schriller und viel, viel größer

Na, wenn das keine Hingucker sind: Der Fantasie der Kostüme waren beim CSD in Saarbrücken mal wieder keine Grenzen gesetzt. Foto: Becker & Bredel

Na, wenn das keine Hingucker sind: Der Fantasie der Kostüme waren beim CSD in Saarbrücken mal wieder keine Grenzen gesetzt. Foto: Becker & Bredel

Mit einem Rekordbesuch von 65 000 Zuschauern endete gestern Abend der diesjährige „Christopher Street Day SaarLorLux“. In den Vorjahren waren lediglich bis zu 35 000 Besucher beim CSD in Saarbrücken üblich. Offenbar lockte auch das schöne Wetter viele Gäste. 23 Fußgruppen und Personenwagen mit insgesamt rund 1000 Teilnehmern demonstrierten bei der Parade unter dem Motto „Vielfalt lieben“ für mehr Rechte von Homosexuellen. Viele Gruppen kamen auch aus Luxemburg, Trier und Frankreich. Die Parade mit etlichen Wagen führte wie in den vergangenen Jahren bereits von der Congresshalle über die Bahnhofstrasse und den Sankt Johanner Markt.

 

„Ein thematischer Schwerpunkt in diesem Jahr war die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare“, erklärte Hasso Müller-Kittnau vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD). Erstmals nahmen an der Veranstaltung auch die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) teil. Auch deren Vorsitzender Alexander Vogt, nahm höchstpersönlich an der Parade teil. Vogt setzte sich für die Erweiterung des Artikels 3 des Grundgesetzes. Er forderte die Ehe für alle, sowie die Möglichkeit einer gemeinschaftlichen Adoption. Zudem macht sich der Bundesvorsitzende für die Entschädigung sowie die Rehabilitation der Opfer des Paragrafen 175 stark. Dieser Paragraf, der noch bis 1994 Geltung hatte, stellte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe. „Wir dürfen uns nicht von rechten Köpfen auseinander dividieren lassen“, sagte Vogt.

 

Die Bundespolitik war dieses Mal ebenfalls sehr stark beim CSD in Saarbrücken vertreten, darunter etwas die Generalsekretärin der SPD , Katarina Barley, sowie die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundes-Familienministerium Elke Ferner ( SPD ).

 

Bei der Abschlusskundgebung in der Mainzer Straße sprachen unter anderem Oberbürgermeisterin Charlotte Britz ( SPD ), Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ( SPD ) und Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter . Die SPD-Bundestagsabgeordnete Elke Ferner sieht Chancen für die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare noch vor der Bundestagswahl. Die Frage sei nur, ob alle Fraktionsführungen im Bundestag ihre Abgeordneten frei abstimmen ließen, erklärte sie am Samstagabend bei einer Diskussion im Rahmen des CSD in Saarbrücken . Die saarländische Grünen-Chefin Tina Schöpfer erklärte, dass die Grünen im Bundestag einen Antrag stellen wollten. In der laufenden Legislaturperiode hält Ferner auch eine Entschädigung für Homosexuelle für möglich, die nach dem Paragrafen 175 verurteilt wurden. Der sogenannte Schwulenparagraf bestand noch bis 1994 fort.

 

Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Nadine Schön sieht „gute Chancen“ für eine Entschädigung. Die Öffnung der Ehe könne allerdings noch einige Monate oder Jahre dauern, betonte sie.

 

Der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze (Linke) und der FDP-Vorsitzende im Saarland, Oliver Luksic, zeigten sich pessimistisch, was eine Umsetzung im kommenden Jahr angeht. In Koalitionen mit der CDU hätten weder die FDP noch die SPD auf Bundesebene oder die Grünen auf Landesebene in diese Richtung etwas umsetzen können, erklärte Luksic.
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