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Neuer Saarbahn-Geschäftsführer: Große Aufgaben erwarten ihn

Welche Zukunftsaussichten gibt es für die Saarbahn?

Welche Zukunftsaussichten gibt es für die Saarbahn?

Nicht mehr am Automaten eine Fahrkarte kaufen, sondern bargeldlos mit Chipkarte oder per Handy bezahlen: Das könnte in einigen Jahren Wirklichkeit werden. Andreas Winter, neuer Geschäftsführer der Saarbahn GmbH, will so das Bus- und Bahnfahren gerade bei der jungen Generation attraktiver machen. Gleichzeitig sei die steigende Zahl von Senioren für das Unternehmen wichtig. Seit Mai führt Winter die Geschäfte – zusammen mit Peter Edlinger, kaufmännischer Geschäftsführer des VVS-Konzerns, zu dem die Saarbahn GmbH gehört. 2013 fuhren 700 000 Fahrgäste mehr als 2012 mit Bus und Saarbahn, sagt Edlinger. Das seien insgesamt 44 Millionen Kunden. Der Umsatz stieg nach seinen Angaben auf 43,7 Millionen Euro. Einerseits fuhren viele Bürger entlang der Köllertalstrecke mit der Saarbahn, andererseits sei Saarbrücken deutlich attraktiver geworden. Davon profitiere auch die Saarbahn GmbH. Die Fahrgastzahlen könnten weiter steigen, falls die geplante zweite Strecke von Schafbrücke in Höhe der BMW-Niederlassung bis nach Burbach gebaut wird.

„Wir haben mit dem Verkehrsministerium vereinbart, dass bis Ende des Jahres eine Entscheidung stehen muss. Sonst können wir nicht gewährleisten, dass das Bundesgeld bis 2019 verbaut und abgerechnet wird“, sagt Edlinger. Winter ergänzt, dass derzeit Bund und Länder über die Zuschüsse für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) streiten. Ob die zweite Strecke gebaut wird, hänge davon ab, wie viel Geld künftig aus den Steuereinnahmen vom Bund ins Saarland fließt. Wird sie nicht gebaut, könnten Rückzahlungen von über sechs Millionen Euro fällig werden, sagt Edlinger, unter anderem für den Bau der Eisenbahnbrücke am Römerkastell: „Ich will keine Prognose abgeben, ob die zweite Strecke gebaut wird. Die Chancen stehen 50:50.“

Bei der zweiten Strecke würde es sich um einen reinen Straßenbahnverkehr handeln, für den es nach dem saarländischen ÖPNV-Gesetz – wie für die Strecke zwischen Brebach und Etzenhofen – keine Zuschüsse für die Betriebskosten gibt. Denn Zuschüsse fließen nur für Abschnitte, die als Eisenbahnstrecken gelten. So würde die zwölf Kilometer lange zweite Strecke dann für einen jährlichen Verlust von 4,5 Millionen Euro sorgen. Dagegen gebe es Geld pro Kilometer für die reinen Eisenbahnstrecken Saargemünd-Brebach und künftig für den Abschnitt Etzenhofen-Lebach. Die Saarbahn GmbH verhandele nun mit dem Land über einen Zuschuss von zwei Millionen Euro pro Jahr für das Defizit zwischen Brebach und Etzenhofen.

Die Kosten für die Strecke von Scheidt nach Burbach beziffert Edlinger auf 48 Millionen Euro, neun Millionen Euro müsste der VVS-Konzern zahlen. Das Unternehmen wolle möglichst wenige neue Züge kaufen, um die Betriebskosten gering zu halten. Eine weitere Strecke zur Universität sei derzeit kein Thema, stellt Edlinger klar. Er betont, dass das Unternehmen deutlich wirtschaftlicher arbeite und 4,5 Millionen Euro jährlich spare. Einerseits beteiligten sich die Umlandgemeinden an den Kosten des Busverkehrs, andererseits zahle das Unternehmen niedrigere Einstiegsgehälter dank eines neuen Tarifvertrags. Für Preissenkungen sieht Edlinger trotz der Einsparungen keinen Spielraum. Darüber entscheide auch nicht die Saarbahn GmbH, sondern der saarländische Verkehrsverbund. Edlinger und Winter wollen aber mit Schnuppertickets für Zugezogene und der Chipkarte die Attraktivität von Bus und Bahn weiter erhöhen.
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