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Neuer Sparkassenbus soll Service auch ins kleinste Dorf bringen

Nach dem Testbetrieb wird der neue Sparkassenbus jetzt häufiger im Saarpfalz-Kreis zu sehen sein.

Nach dem Testbetrieb wird der neue Sparkassenbus jetzt häufiger im Saarpfalz-Kreis zu sehen sein.

Homburg. Satellitenverbindung, Kontoauszugsdrucker und Geldautomat an Bord – mit modernster Technik wartet der neue Sparkassenbus auf, den die Kreissparkasse Saarpfalz (KSK) gestern vorgestellt hat. Die moderne Technik ist aber nur ein Teil der Innovation, denn mit der Inbetriebnahme des neuen Busses weitet die KSK auch ihren Service in der Fläche aus. Gerade in Orten wie Altheim, Pinningen und Peppenkum, in denen die KSK bisher nicht präsent war, will sie mit Hilfe des neuen Busses ihre Dienstleistungen anbieten.

Der Bus ermöglicht ein neues Beratungskonzept vor Ort: Während die sogenannte „Fahrbare Geschäftsstelle“ vornehmlich auf Serviceleistungen ausgerichtet ist, sollen spezielle Beratungsbüros vor Ort, die zeitgleich mit den Bus-Haltezeiten geöffnet werden, die übrigen Sparkassen-Leistungen abdecken. Personell sollen diese Büros, die mal im Pfarrheim, mal in der Schule, in Schwarzenbach sogar in den Räumen einer Fahrschule beheimatet sind, von den umliegenden Geschäftsstellen versorgt werden.

Ein-Mann-Filialen

Für KSK-Vorstandschef Gunnar Feth ist das neue Konzept Ausdruck der Grundidee der KSK Saarpfalz, die Präsenz in der Fläche bestmöglich darzustellen: Es solle „kein Gebiet mehr ohne Sparkassen-Filiale“ geben, sagt Feth. Hierfür setzt die KSK auch auf sogenannte Ein-Mann-Geschäftsstellen. In diesen Filialen ist nur ein Mitarbeiter für den ganzen Geschäftsverkehr zuständig. Ob Kassenbetrieb oder Beratung, „alles läuft bei einer Person zusammen“, sagt Feth. Dass es keine Kollision zwischen Kasse und Beratung gibt, liegt an den Öffnungszeiten der Ein-Mann-Geschäftsstellen: Weil die Kasse nur wenige Stunden am Tag geöffnet ist, gibt es anschließend ein Zeitfenster für die Beratungen. Diese könnten die Mitarbeiter so flexibel legen, dass sie sich ihrem Tagesablauf ebenso wie dem der Kunden anpassen können, sagt Feth. „Teilweise halten sich Mitarbeiter jetzt die Mittagszeit frei, um Zeit für die Familie zu haben, und arbeiten dafür länger“, so Feth.

Dass Ein-Mann-Geschäftsstellen im Saarland mittlerweile eine Seltenheit sind, liegt nach Aussage des KSK-Chefs an der Rationalisierung in den 80er und 90er Jahren. „Früher waren sie die Form der Expansion der Sparkassen“, sagt der KSK-Vorstandschef. Doch weil es keine elektronische Anbindung an die Zentrale gab, mussten alle Buchungen später noch einmal nachvollzogen werden. „Das war aufwendig und teuer“, sagt Feth. Und der Grund, warum die Sparkassen ihr Geschäft zunehmend zentralisiert haben. Heute sei das aufgrund der EDV-Technik kein Problem mehr, weil alle Buchungen per Computer zusammengeführt würden.

Zwar gelten auch für Ein-Mann-Filialen besondere Ausstattungs-Regeln. So muss der Schalterbereich voll verglast sein, die Geldbestände limitiert und die Geschäftsvorgänge müssen von einem zweiten Mitarbeiter kontrolliert werden. Aber: „Vollversorgung in der Fläche darf nicht nur ausschließlich eine Frage der Betriebswirtschaft sein“, sagt Feth. Und Geschäftsstellen wie Reinheim oder Rubenheim, die die Bereinigung der 90er Jahre überstanden haben, seien für die Kreissparkasse Saarpfalz jetzt wertvolle Stützpunkte in der Fläche.


Meinung

Alternative zum Internet

Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

In Zeiten, in denen Internet und Online-Banking immer mehr das tägliche Leben bestimmen, steuert die KSK Saarpfalz gegen: So viel Service wie möglich direkt vor Ort bieten, heißt die Strategie, die der Sparkasse langfristig die Kunden erhalten soll.

Der Grundgedanke ist richtig. Natürlich reicht für die einfachen Bankgeschäfte das Online-Banking vielen aus. Sobald es aber an komplexe Finanzierungen oder sogar Umschuldungen geht, sind langfristige Beziehungen zum Bankberater gefragt. Nicht umsonst sind nach den Erfahrungen der Finanzkrise viele Kunden zu den Sparkassen und Genossenschaftsbanken zurückgekehrt, die vielleicht teurer sind als die Online-Banken, dafür aber auch vor Ort.
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