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Neuer Streit um Don-Bosco-Schulen

Saarbrücken. Der Streit um die antisemitischen Äußerungen des Bischofs der Piusbruderschaft, Richard Williamson, hat längst das Saarland erreicht. Denn auch hierzulande ist die Piusbruderschaft aktiv.

Auch in Sachen Erziehung. Denn zwei Schulen im Saarland, die Erweiterte Realschule Herz Jesu und die Grundschule St. Arnual, beide in Brebach-Fechingen, werden vom Don-Bosco-Schulverein betrieben. Und hinter dem steht die Piusbruderschaft St. Pius X. Die Realschule geriet 2005 in die Schlagzeilen – wegen Prügelvorwürfen. Das Verwaltungsgericht kippte aber 2007 eine Schließungsverfügung. 73 Kinder werden auf den Schulen unterrichtet. Für beide gibt es laut Saar-Bildungsministerium eine staatliche Finanzhilfe, dank Privatschulgesetz.
Laut Ministeriumssprecher Torsten Rott sind das derzeit: 120.000 Euro (Grundschule) und rund 300.000 Euro pro Jahr für die Erweiterte Realschule.
Das ruft im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse Kritik hervor. Barbara Spaniol, bildungspolitische Sprecherin der Saar-Linken, fordert, Lehr- und Lerninhalte der Schulen zu prüfen: „Ein demokratiefeindlicher Schulträger, der die Religionsfreiheit und die Ökumene ablehnt, kann kein zuverlässiger Schulträger im Sinne des saarländischen Privatschulgesetzes sein.“
Kritisch sieht auch Rainer Braun.(60), bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, das Ganze: „Wir hatten ja schon, als die Prügel-Vorwürfe laut wurden, große Bedenken wegen des Geldes.“ Er persönlich würde gerne den Geldhahn zudrehen, wenn es rechtlich zulässig sei. Das, was diskutiert werde, solle erneut Anlass geben, darüber nachzudenken. Persönlich würde er am liebsten „den Geldhahn zudrehen“. Auch die Grünen wollen, „dass genau geschaut wird, was da gelehrt wird“, sagt Markus Tressel (30), Sprecher der Fraktion.
Etwas anders sieht das Saar-FDP-Chef Christoph Hartmann.(36): „Zum einen hat die Bruderschaft Herrn Williamson suspendiert.“ Zum anderen lägen ihm keine Anzeichen vor, dass in der Schule gegen die demokratische Grundordnung verstoßen werde. Und so lange liege die Entscheidung für oder gegen die Schule nur in der Hand der Eltern. Markus Frank (39), Sprecher der CDU-Fraktion: „Die Don-Bosco-Schulen werden von einem Schulverein betrieben, nicht aber von der Piusbruderschaft. Die Schulen unterstehen seit den Prügel-Vorfällen unter ganz besonderer Aufsicht des Bildungsministeriums.“ Der Förder-Anspruch entfalle nicht, wenn sich irgendwo ein Ordensmitglied in fragwürdiger Weise zu einem Thema äußere.

Seitens des Ministeriums hieß es gestern, dass keine verfassungswidrige oder antisemitische Zielsetzungen in Erscheinung getreten seien. Beide Schulen seien genehmigte Ersatzschulen: „Ein Widerruf der Genehmigungen ist nur möglich, wenn die Genehmigungsvoraussetzungen nachweislich nicht (mehr) vorliegen. Mutmaßungen und rechtlich unerhebliche Umstände wie ökumenische oder nicht ökumenische Gesinnung genügen nicht.“ up




SPD und Linke fordern: Privatschulgesetz soll auf den Prüfstand


Von SZ-Redakteur Norbert Freund

Saarbrücken. SPD und Linke fordern angesichts der Debatte um antisemitische Tendendenzen in der erzkonservativen Pius-Bruderschaft Konsequenzen für die von dieser betriebenen zwei Schulen im Land. Vertreter beider Parteien verlangen, das Privatschulgesetz auf den Prüfstand zu stellen – mit dem Ziel, Schulträger mit fundamentalistischer Gesinnung von einer Förderung auszuschließen.
Derzeit erhalten die beiden von der Bruderschaft in Saarbrücken-Fechingen betriebenen Schulen, die Erweiterte Realschule (ERS) Herz Jesu und die Grundschule St. Arnual, Zuschüsse von insgesamt 420.000 Euro im Jahr, die ERS 300.000 Euro und die Grundschule 120.000 Euro.
Der SPD-Bildungsexperte Reiner Braun sagte der SZ, bei der Pius-Brüderschaft sei auf jeden Fall „die Toleranz gegenüber anderen Religionen eher unterentwickelt“. Braun fügte hinzu: „Die Neigung, denen die Gelder zu streichen, ist bei mir eher hochentwickelt.“ Die linke Abgeordnete Barbara Spaniol äußerte sich ähnlich und forderte, die Lehr- und Lerninhalte der beiden Schulen einer genauen Überprüfung unterziehen. Letzteres regten auch die Grünen an. Die CDU-Abgeordnete Gisela Rink sagte der SZ, aus der aktuellen Situation heraus ergebe sich „nicht unbedingt“ ein Grund für ein Einschreiten der Schulaufsicht. Allerdings stünden die beiden Schulen „weiter unter einer besonderen Aufsicht“, und die Eltern, die ihre Kinder dorthin schickten, trügen eine „besondere Verantwortung“. FDP-Chef Christoph Hartmann sagte, solange nicht klar sei, dass die Betreiber der Schule „die grundrechtliche Ordnung untergraben“, gelte die „Unschuldsvermutung“.

bevor sahen indes derzeit keinen Bedarf Rink sagte, Geben keine Auskünft eemehr von ganz oben anweisungen wir dürfen nichts mehr sagen. Ursula Schmitt, Schulsekretärin, wir haben Verbot bekommen Rink: aus aktueller Situation herausx nicht unbedingt. weiter unter besonderen Aufsicht steht. Eltern besondere Verantwortung. unterliegen der Schulaufsicht. hauptsächlich gegen Williamson. besonderes Auge darauf.

Hartmann: Eltern entscheiden, wenn überzeugeung schlecht für ihre kInder erste Schritt Wenn Allgemeingut, dkann darübe nicht zu reden, diesen Menscnen Williamson jetzt abgesetzt haben , nicht mehr Chef dieses Priesterseminars. haben sie ihn. Erklärung Oberhaupt, dererklärt hat, reflektieren nicht Haltungen unsere Gemeinschaft, scheinbar eine Einzelmeinung von irgendeinem Verrückten. Solange Einzelmeinung, müssen Eltern freie Wahl haben. nicht Pflichtschule in üblicher Form.
Verfassungsschutz: wenn grundrechtliche Ordnung untergraben würde, müsste man das vom Verfassungsschutz beobachten lassen. Solange nicht, Unschuldsvermutung. Nächstes die Sache, ob Eltern zu großen Teil um Eltern handelt, die dort Mitglied sind. Selbst wen Mitglied, so lang nichts verbotenes machen, nichts. nur dann, dann machen wir Rubikon zu.

Linke: Privatschulgesetz ändern.

Braun: aktuelle Diskussion Notwendigkeit mit sich bringt, nochmal genauer hinschaut, was die an Ideologien an Homepage verbreiten, Juden bekehren wollen, Toleranz gegenüber anderen Religionen eher unterentwickelt, noch stärker bemüht, siich von anderen Religionen abzugrenzen. Frage, ob Privatschulgesetz das tolerieren muss, so geschnijten wird, soclhe fundamentalistischen Auffasungsungen nmicht nmoch staatlich alimentiert. genau zu prüfen. sowieso auf den Prüfstand, Finanzierungsfrage.
Merzig-Dietzen, 90 Prozent bei weiterführenden Schulen, Grundschulen 100 Prozent personal- und Sachkosten. Finanzieruungsregelugn etwas restriktiver zu halten-. Im Saarland besonders üppig ausgestattet.
Die Neigung, denen die Gelder zu streichen, ist eher hochentwickelt. Tressel: Jetzt im Lichte der Ereignisse der letzten Tage genauer hinschauen, schon Zweifel bekommen, wenn man hört , was in der Öffentlichkeit dort auf den Markt kommt von denen und dann ggf. konsequent. wenn historische Tatsachen verdreht, Weltbild vermittelt. sehr genau hinschauen, was die dort lehren. nicht die Grundordnung in Frage stellen. Ministerpräsident Peter Müller (CDU) sieht in der Debatte um den Holocaust-Leugner, Bischof Richard Williamson, keinen Anlass, gegen den Betrieb der von den Pius-Brüdern unterhaltenen Privatschulen im Saarland vorzugehen. Müller sagte, die Saar-Regierung sei gegen eine Schule vorgegangen, als es um Vorwürfe ging, dass Lehrer gegen Schüler Gewalt angewendet hätten. Im Hinblick auf antisemitische Tendenzen gebe es im Saarland bisher keine Probleme. Die Pius-Brüderschaft unterhält im Saarland eine Grundschule und eine Erweiterte Realschule in Saarbrücken-Fechingen.

Der Bonner Politikwissenschaftler und Parteienforscher Gerd Langguth hält die Piusbruderschaft für einen "Fall für den Verfassungsschutz". In einem Interview des heute-journals sagte Langguth im ZDF, die Bruderschaft strebe einen "katholischen Gottesstaat an". "Es ist eine Frage des Verhältnisses dieser Organisation zur freiheitlichen und demokratischen Grundordnung. Und dieses sehe ich hier infrage gestellt. Deswegen glaube ich, dass es eine Aufgabe des Verfassungsschutzes ist, sich darum zu kümmern."Papst Benedikt XVI. hatte die Exkommunikation gegen den Holocaust-Leugner Williamson und drei andere Bischöfe der Piusbruderschaft zurückgenommen und damit Kritik innerhalb und außerhalb der Kirche ausgelöst.Der ehemalige Schüler und Weggefährte des Papstes, der emeritierte Regensburger Theologieprofessor Wolfgang Beinert, bezeichnet die Piusbruderschaft im heute-journal als "reaktionär und demokratiefeindlich". Er halte es für "absolut ausgeschlossen, dass die Bruderschaft die Forderung des Papstes erfüllen wird, das Zweite Vatikanische Konzil anzuerkennen".
Als er im Jahr 2006 Auschwitz besuchte, vermied er ein deutliches Schuldbekenntnis der Kirche, und im vergangenen Jahr ließ er eine alte Karfreitagsfürbitte wieder zu, in der für die Bekehrung der Juden gebetet wird.

Mehr als 20 Jahre sind vergangen, seit der Glaubensstreit mit dem französischen Bischof Marcel Lefebvre in kirchlichen Zwangsmaßnahmen seinen Höhepunkt fand. 1988 erging das Dekret der Kongregation in Rom, mit dem Lefebvre, Fellay und Williamson exkommuniziert wurden. Schon damals ging es neben Fragen der Liturgie auch um das Verhältnis zwischen Katholizismus und Judentum. Die Pius-Bruderschaft wollte nicht anerkennen, dass sich das Zweite Vatikanische Konzil von der alten Kirchentradition abwandte, die die Juden für den Tod Christi verantwortlich machte – und sie stattdessen zu „älteren Brüdern“ der Christen erklärte.
Zu den wichtigsten Ergebnissen des Konzils, das Papst Paul VI. nach dem Tod von Johannes XXIII. im Jahr 1963 weiterführte, gehörte auch eine Reform der Liturgie. Sie ersetzte die traditionelle lateinische Sprache der Messe weitgehend durch die Landessprache. Solchen Liberalisierungen widersetzten sich bald Traditionalisten wie der französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905 bis 1991). Dieser gründete 1970 die erzkonservative Priesterbruderschaft Pius X..




Meinung

Keine Staatsgelder für Pius-Brüder


Von SZ-Redakteur Dietmar Klostermann


Es ist gespenstisch: Seit mindestens 20 Jahren verbreitet Bischof Williamson seine Holocaust-Leugnung, war trotzdem bis zum Januar ein hoch angesehener Ausbilder der Piusbrüder. Auch andere Pater dieser fundamentalistischen katholischen Sekte verbreiten Meinungen, die kaum mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik vereinbar sind: Von Meinungsfreiheit hält man nicht viel, die Todesstrafe wird als „Sühne“ angesehen. Deshalb muss die saarländische Landespolitik Farbe bekennen: Die Unterstützung solcher Weltanschauungen mit der Gabe von jährlich 420.000 Euro für die beiden Schulen der Piusbrüder in Fechingen muss beendet werden.



Hintergrund


Gegen Schwule, andere Religionen und die eigene Kirche


Die Priesterbruderschaft St. Pius.X. wurde am 1. November 1970 gegründet. Gründer war der französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905 – 1991). Die Bruderschaft ist insbesondere gegen die freiheitlichen Reformen in der katholischen Kirche, das so genannte II. Vatikanischen Konzil, und die neue Form der Messe. Welche Meinungen die Vereinigung vertritt, lesen Sie hier:
- „Auch für die heutigen Juden ist der fleischgewordene Gott, Jesus Christus, der Erlöser und einzige Weg zum Heil. Es gibt für sie keinen separaten Heilsweg.“ Stellungnahme vom 20. Januar 2009
- „Weil die Erde durch die Sünden der Menschen befleckt wurde, wird sie das Los der Sünde teilen und durch das Feuer vertilgt werden.“ Mitteilungsblatt, Februar, S .27
- ,,Die modernen Kirchenmänner haben … die einzig wahre Religion … mit einer neuen Religion, der Religion des vollkommenen Humanismus. … vertauscht. Die Apostasie (Abfall vom Glauben) und die Blasphemie, in der diese Männer mit Stab und Mitra ganze Scharen von Gläubigen führen, sind ein unerhörter Skandal. Mitteilungsblatt, Februar, S. 32
- „Die vier himmelschreinenden Sünden … (4) die sodomitische Sünde. (Homosexualität). Homepage, Katechismus
- „Im Namen der Kultvielfalt wird der Buddhismus kritiklos protegiert, der in seiner konsequenten Ausführung zu Abscheulichkeiten führt, für die man die Kirche schon längst an den Pranger gestellt hätte.“ Mitteilungsblatt, Dezember 2008, S. 44




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