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Neuer Treffpunkt für „Randständige“ - Platz im Nauwieser Viertel eröffnet

Bürgermeister Ralf Latz (links) begrüßte etwa 25 Gäste bei der Einweihung der neuen Anlaufstelle.

Bürgermeister Ralf Latz (links) begrüßte etwa 25 Gäste bei der Einweihung der neuen Anlaufstelle.

Frischer Holzgeruch liegt in der Luft, ein Dixi- Klo steht bereit, die Tore sind geöffnet – gestern weihte Bürgermeister Ralf Latz (SPD) den neuen Platz für „Randständige“ an der Ecke Johannisstraße/ Richard-Wagner-Straße in Saarbrücken ein. Etwa 25 Menschen begutachteten das noch kahl wirkende Gelände, auf dem neben einer Holzhütte noch ein paar Bänke stehen. „Die Leute sollen noch weiter mitgestalten und den Platz verschönern“, sagte Sozialamtsleiter Guido Freidinger. Auch einige der Betroffenen, die bei der bisherigen Gestaltung geholfen haben, waren vor Ort.

Das Projekt wurde in einer Gemeinschaftsarbeit von der Arbeiterwohlfahrt (Awo), dem Diakonischen Werk, der Wärmestube und der Stadt umgesetzt. Die Meinungen dazu gehen aber auseinander. Manche in der Nachbarschaft reagierten verständnisvoll, andere stehen dem neuen Treffpunkt von Wohnungslosen, Alkohol- und Drogenkranken skeptisch gegenüber. „Noch gab es natürlich keine negativen Vorkommnisse, aber begeistert bin ich nicht. Ich verstehe den Sinn und Zweck dieser Umsiedlung nicht“, sagt Frau M. (Name der Redaktion bekannt), die eine Immobilie um die Ecke besitzt. Warum die Szene nun von der Saarbahnhaltestelle an der Johanneskirche näher ins Wohnviertel rücken soll, ist ihr schleierhaft. Sie hielte es für sinnvoller, den Menschen eine Beschäftigung zu geben, anstatt sie nur an einen anderen Platz zu schicken. „Ich finde, dass das Problem nicht gelöst, sondern nur verschoben wird.“

Die Verantwortlichen stehen jedoch zu ihrem Projekt. „Wir nehmen die Bedenken der Anwohner natürlich ernst. Aber diese Leute gehören nun einmal auch zur Stadt, und sie sollen auch nicht in den Wald getrieben werden“, sagt Wolfgang Edlinger, der im Vorstand der Wärmestube sitzt. Er weist auch darauf hin, dass es sich um keine „Umsiedlung“ handelt, sondern der Platz nur ein neues Angebot für die „Randständigen“ ist. Niemand werde sie zwingen, dorthinzugehen. „Das ist ein Prozess, und die Betroffenen sollen von sich aus hierherkommen. Es soll auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass jemand abgeschoben wird“, stimmt Bürgermeister Ralf Latz zu.

Und Edlinger ergänzte, es gehe darum, der Gruppe, die sich an der Johanneskirche trifft, eine Alternative anzubieten – und so vielleicht den Platz an der Kirche zu entlasten. Dort haben sich täglich bis zu 50 Personen getroffen – und da komme es zwangsläufig zu Spannungen. Edlinger: „Je mehr Menschen da zusammen sind, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass es Ärger gibt.“ Früher gab es mehr Plätze für diese Gruppe, heute sind es nur noch drei: Johanneskirche, Bahnhof und Bürgerpark – mit einer vierten Anlaufstelle wird es übersichtlicher, und es gibt weniger Streit, meint Edlinger.

Das neue Gelände wird künftig von 7 bis 19 Uhr geöffnet sein. Die Awo bietet auch regelmäßig eine warme Mahlzeit an. Um Sauberkeit und Ordnung sollen sich die Besucher selbst kümmern. „Es ist wichtig, den Leuten Verantwortung zu geben“, meint Guido Freidinger. Unterstützt werden sie dabei von Ein-Euro-Jobbern. Wenn sich das neue Areal etabliert hat, wollen die Verantwortlichen noch einmal eine Bürgerversammlung einberufen. Hier soll zusammen mit den Anwohnern ein erstes Fazit gezogen werden. „Wenn alle ein wenig Rücksicht aufeinander nehmen und die Spielregeln einhalten, wird es auch keine Probleme geben“, glaubt Edlinger.

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