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Neuer Zoff an Montessori-Schule Eppelborn

Hinter den Türen der Montessori-Grundschule in Humes brodelte es bereits kurz nach der Eröffnung 2010.

Hinter den Türen der Montessori-Grundschule in Humes brodelte es bereits kurz nach der Eröffnung 2010.

Eppelborn. Das Bildungsministerium untersucht derzeit Vorfälle an der Montessori-Grundschule „Peter Josef Rech“ in Eppelborn-Humes, wonach Eltern pädagogische Maßnahmen als Misshandlung von Schutzbefohlenen sehen. Das bestätigte Ministeriumssprecher Erik Harms-Immand gestern. Damit hat der Streit an der Schule eine neue Dimension erreicht. Den Auseinandersetzungen voraus ging die Kündigung der Schulleiterin und Gründerin der Montessori-Grundschule, Gudrun Hinsberger, die für einige Eltern völlig überraschend und nicht nachvollziehbar ist.



Kompetenzen als Schulleiterin überschritten

Wie Martin Fries, der Vorsitzende des Vereins Montessori Nordsaar (Träger der Schule), erklärte, habe es „starke Zerwürfnisse“ zwischen Hinsberger und dem pädagogischen Team gegeben. Außerdem habe Hinsberger ihre Kompetenzen als Schulleiterin überschritten. Sich diesen Vorwürfen zu stellen, war für die Schulleiterin ein schwerer Schock. „Es gab keine Zerwürfnisse“, sagte sie im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Sie und ihr Mann Dietmar hatten die Idee, eine „humane Schule“ zu eröffnen. Unter ihrer Federführung ist der Verein Montessori Nordsaar gegründet worden, im August 2010 wurde die Montessori-Grundschule in Humes eröffnet. Das Ehepaar brachte Eigenkapital mit ein, quasi als Darlehen an den Träger.

Der Vorstand entschied nun im Februar – nicht einstimmig – Hinsberger als Schulleiterin zu kündigen. Und damit nicht genug. Man bat das Bildungsministerium, Hinsbergers Zuweisung, an der Schule unterrichten zu dürfen, zurückzunehmen. Der Bitte kam das Ministerium nach.

„Ich habe gedacht, das ist alles nur ein böser Traum“, berichtete Hinsberger weiter und fügte hinzu: „Ich bin nicht der Verursacher des Streits.“ Nach den ganzen Querelen befürchtet sie, dass der Montessori-Gedanke an der Schule in Gefahr ist. „Ich habe immer um Humanität gekämpft“, sagte sie. Jetzt habe sie das Gefühl, dass alles, was dem Träger unbequem ist, aus dem Weg geräumt wird. Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, anstatt ihnen aus dem Weg zu gehen, ist Bestandteil des Montessori-Konzeptes. Sie musste gehen, einer Lehrkraft, dem Hausmeister, der Küchenleiterin wurde ebenso gekündigt.

Das Kind in seiner Persönlichkeit zu fördern und nicht zu verletzen, ist der Grundgedanke von Maria Montessori. Und jetzt muss sich die Schule den Vorwürfen einer Misshandlung von Schutzbefohlenen stellen. Auch bei der Polizei Illingen wurden nach SZ-Informationen Strafanzeigen gestellt. Dort heißt es aber: „Der strafrechtliche Gehalt muss erst geprüft werden.“

Zehn Kinder aus der Gruppe, die Hinsberger als Lehrerin betreute, haben mittlerweile die Schule gewechselt. „Gerade die Kinder der Eltern, die uns Vorwürfe machen, sind nicht mehr da. Ich bin sicher, jetzt haben wir Ruhe“, sagte der Vorstandsvorsitzende Fries. Derzeit liefe der Unterricht mit 35 Kindern in zwei Gruppen „ganz normal weiter“. Man wolle alles daran setzen, die Schule in Ruhe zu führen, im Sinne der Kinder. „Wir wollen, dass die Schule weiterlebt“, sagte Fries. hth

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