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Neuer Zoff bei Saargummi: Sanierer wirft das Handtuch

Neue Unruhen bei Saargummi: Der Geschäftsführer von Saargummi,
Wolfgang Kirsten, zieht
sich nach nur sieben Monaten
aus dem Unternehmen zurück.

Neue Unruhen bei Saargummi: Der Geschäftsführer von Saargummi, Wolfgang Kirsten, zieht sich nach nur sieben Monaten aus dem Unternehmen zurück.

Wadern. Neue Unruhe beim Auto- und Industriezulieferer Saargummi in Wadern-Büschfeld. Nach nur sieben Monaten tritt Geschäftsführer Wolfgang Kirsten von seinem Posten an der Spitze des Gummi-Spezialisten zurück. Er war als erfahrener Sanierer geholt worden und sollte das durch die Insolvenz schwer angeschlagene Unternehmen mit seinen rund 1300 Mitarbeitern nach der Übernahme durch den chinesischen Investor CQLT aus den roten Zahlen führen. Bereits am vergangenen Mittwoch hatte sich Kirsten zu dem Rücktritt entschlossen, gestern gab er seine Entscheidung offiziell in einer Mail an enge Mitarbeiter bekannt.

„Gerne hätte ich weiterhin für dieses Unternehmen, gemeinsam mit den dort beschäftigten Mitarbeitern und für seine Erzeugnisse gekämpft. Leider war dies unter den gegebenen Umständen nicht mehr möglich“, heißt es darin zur Begründung. Darüber hinaus wollte Kirsten auf SZ-Anfrage nicht Stellung beziehen. Detlev Bartels, Chef der in Remich ansässigen CQLT Saargummi Holding, spricht von „persönlichen Gründen“, die Kirsten zum Rücktritt bewegt hätten. Dabei habe auch die Gesundheit des 68-Jährigen eine Rolle gespielt. Aus Unternehmenskreisen ist jedoch von ganz anderen Beweggründen zu hören.

Bartels, der selbst rund fünf Jahre lang in Büschfeld auf dem Chefsessel saß, und Kirsten seien sich über den Sanierungskurs uneins gewesen. Auch mit anderen Spitzenkräften der Holding habe es Debatten über den Umbau von Saargummi gegeben. Holding-Chef Bartels habe schneller vorzeigbare Ergebnisse sehen wollen, etwa bei der von CQLT geforderten Verlagerung des Losheimer Werks nach Büschfeld.

Schließlich hat es Saargummi nach wie vor schwer: In der Insolvenz- Zeit waren Aufträge von Autobauern ausgeblieben, und die Materialpreise sind massiv gestiegen. Für Kirsten habe schneller Erfolg weniger gezählt, auf die langfristige Strategie sei es für ihn angekommen. Sein Vorgehen werde sich zwar erst mit der Zeit auszahlen, solle dann aber dauerhaft den Standort Büschfeld sichern, hatte der jetzt zurückgetretene Geschäftsführer noch im Dezember erläutert.

Bartels bestreitet, dass es Auseinandersetzungen über die Sanierungsstrategie gegeben habe. „Wir haben sehr gute Fortschritte mit seiner Arbeit gemacht“, lobt er Kirsten. Bartels verspricht: Das „klare Restrukturierungsprogramm“ solle fortgesetzt werden. Auch die deutlich verbesserte Zusammenarbeit mit Gewerkschaft und Betriebsrat sei ein Gewinn für Saargummi. Betriebsratschef Arno Dühr äußert denn auch großes Bedauern über den Rückzug Kirstens. Keiner der bisherigen Geschäftsführer habe so gut mit dem Betriebsrat zusammengearbeitet wie Wolfgang Kirsten. „Wir waren auf gutem Weg“, lobt Dühr den eingeschlagenen Sanierungskurs.

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