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Neues Baugebiet am Saarbrücker Franzenbrunnen: So geht's weiter

Trotz des Protestes von Anwohnern und Naturschützern hat die Stadt Saarbrücken angefangen, am Franzenbrunnen zu bauen.

Trotz des Protestes von Anwohnern und Naturschützern hat die Stadt Saarbrücken angefangen, am Franzenbrunnen zu bauen.

Alt-Saarbrücken. Schmalere Straßen, dafür mehr Platz für Grundstücke: Das ist die wichtigste Änderung des Plans für das neue Baugebiet am Franzenbrunnen in Alt-Saarbrücken. 296 Einzel- und Reihenhäuser sowie Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, im Verwaltungsdeutsch „Wohneinheiten“ genannt, könnten auf 67 000 Quadratmetern Bauland entstehen. „Das ist aber das absolute Maximum“, erklärt Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer. Sie hat in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU), die das Gelände vermarktet, den städtebaulichen Entwurf des Planungsteams Krieger/Lohrberg überarbeitet. Der Stadtrat hat dem in der Dezember-Sitzung zugestimmt.

Nach Angaben Wandel-Hoefers lassen sich die Grundstücke jetzt besser zuschneiden und auch zusammenlegen, falls Interessenten mehr Platz wollen. Alle Grundstücke verfügten über größere Gärten im Vergleich zum ersten Entwurf. An den größeren Grünflächen ändere sich nichts, versichert die Dezernentin. Wird der Plan so umgesetzt, würden viergeschossige Mehrfamilienhäuser plus ein kleines Geschoss darüber („Staffelgeschoss“) entstehen. Das größte Haus wird fünf Geschosse haben und am Eingang des Wohngebiets in der Nähe der Metzer Straße stehen. Alle anderen Gebäude werden maximal dreigeschossig, schreibt die Verwaltung in der Ratsvorlage. Die Grundstücksgrößen werden zwischen 250 und 600 Quadratmetern liegen, ergänzte Stadtpressesprecher Thomas Blug. Je nach Lage und Nachfrage werde der Quadratmeter im Durchschnitt 230 Euro kosten. Bei der Vorlage handele es sich aber nicht um den endgültigen Plan, sondern einen „aktuellen Zwischenstand“, der mit den Bürgern im Rahmen der Bürgerbeteiligung diskutiert werde, betont Blug.

In dem Zwischenbericht steht auch, dass die Stadt für jede „Wohneinheit“ zwei Parkplätze nachweisen muss. Die Verwaltung überlegt, ob sie auch Plätze für Carsharing zur Verfügung stellt. Dabei teilen sich mehrere Menschen ein Auto. Dadurch könnte die Zahl der Stellplätze noch sinken. In dem neuen Entwurf sei die Zahl der Mehrfamilienhäuser von zwölf auf neun gesunken, teilt Wandel-Hoefer mit. Sie versichert, auch Baugemeinschaften seien möglich, weil mehrere Grundstücke mit einem gemeinsamen Hof ausgewiesen würden.

Naturschützer dürften bei folgendem Satz in der Ratsvorlage aufhorchen: „Nach heutigem Entwurfsstand können 85 von 140 als erhaltenswert eingestuften Bäumen erhalten werden.“ Und was passiert mit dem Rest? Die Baudezernentin erklärt, wenn die Verwaltung Bäume fälle, müsse sie an anderer Stelle neue pflanzen. Das Ziel sei, möglichst viele Bäume zu erhalten. Wichtig sind auch die Aussagen zum Klima. Wandel-Hoefer berichtet, die Stadt habe ein Gutachten in Auftrag gegeben. Demnach entstehe Kaltluft am Deutsch-Französischen Garten, südlich der Folsterhöhe und im Almet. Wandel-Hoefer: „Der Franzenbrunnen zählt nicht dazu.“ Der Einfluss der Bebauung auf das Klima sei gering, erklärt die Verwaltung in der Ratsvorlage. Das hatte die Bürgerinitiative Franzenbrunnen immer bestritten und darauf beharrt, in dem Gebiet entstehe Kaltluft, die wichtig für ein angenehmes Klima sei.

Wandel-Hoefer erklärt, die GIU werde das Gebiet vermarkten, weil sie damit auch auf der Bellevue und auf dem Gelände der ehemaligen Artillerie-Kaserne in St. Arnual erfolgreich gewesen sei. Sie übernimmt die Investitionen und gleicht diese durch die Grundstücksverkäufe aus. Mögliche Verluste müsste der Steuerzahler tragen, weil die Stadt das Defizit der GIU ausgleichen muss.


Hintergrund

Die Verwaltung strebt den Beschluss zur Offenlage des Bebauungsplanentwurfs im Frühjahr 2013 an. Im Herbst soll der Satzungsbeschluss zunächst für den ersten und zweiten Bauabschnitt folgen. Der Bau der Häuser könne im Sommer 2014 beginnen, teilt das Baudezernat mit. Bei der Zeitplanung werde der Artenschutz berücksichtigt. Eine weitere Bürgerinformation ist geplant. sm
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