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Neues Freibad für St. Wendel

Ohne neue Kredite will die Stadt ein neues Schwimmbad bauen. Das hat Bürgermeister Klaus Bouillon während seines Neujahrsempfangs angekündigt.

Ohne neue Kredite will die Stadt ein neues Schwimmbad bauen. Das hat Bürgermeister Klaus Bouillon während seines Neujahrsempfangs angekündigt.

St. Wendel. Für gewöhnlich prosten sich die Gäste eines Neujahrsempfangs höflich zu, sagen sogar Wochen nach dem Jahreswechsel als nette Geste fleißig „Prost Neujahr“ und schütteln sich artig die Hände. Routine-Termin. So auch bei Beginn der Zeremonie, zu der die Stadt St. Wendel am Freitagabend in den Saalbau geladen hatte. Viel Prominenz und jede Menge einfaches Volk stand umher. Und Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU) trat ans Mikro, begrüßte die Masse. Alles wie geplant.

Und dann die Ankündigung, die für viele wie ein verfrühter Aprilscherz gewirkt haben muss. Oder wie Größenwahn. Während alle Städte und Gemeinden unter fürchterlichem Finanzdruck leiden, will St. Wendel tatsächlich ein neues Freibad bauen. Ungläubige Blicke, als der Rathauschef diese Botschaft in seiner gewohnt selbstbewusst-jovialen Art hinausposaunte. Ein neues Schwimmbad also an der Stelle, wo heute jenes ist, dessen ältestes Becken in den 20er-Jahren entstand. Das Ganze hat seinen Preis: 5,5 Millionen Euro. Wie bringt eine Stadt den Betrag auf, deren finanziell beste Zeiten längst vorbei sind?

Der Verwaltungschef habe gleich mehrere Quellen aufgemacht. Ein Jahr lang daran gepuzzelt. Sowohl hinter verschlossenen Türen mit den Architekten an dem Bauplan, als auch an der Finanzierung. Bouillon: „Die City-Garage ist zum 31. Dezember 2014 abbezahlt.“ Das bedeute: Die dafür bislang zuständigen, Gewinn bringenden Stadtwerke haben 1,2 Millionen Euro für die Badeanstalt parat. „Auch Udo Recktenwald unterstützt das Projekt“, verkündete Bouillon auf SZ-Anfrage. So habe der christdemokratische Landrat der Stadt eine Million Euro aus dem Kreishaushalt in Aussicht gestellt. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Kreistag. Bouillon ergänzte: „Der Landrat hält es für notwendig, dass es wenigstens ein beheiztes Freibad im St..Wendeler Land gibt.“ Neben dem städtischen können Schwimmer im Primstaler Naturfreibad planschen und im Bostalsee baden gehen.

Und es gebe noch einen dritten Finanzier: Thomas Bruch, seines Zeichens Globus-Chef. Über die Höhe seines Engagements schwieg sich Bouillon jedoch aus. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich aber ebenso um einen millionenschweren Betrag handeln.

Zurzeit blättere die Stadt jährlich 290.000 Euro für den Betrieb des Freibades hin, allein 40.000 Euro davon für notdürftige Reparaturen unter anderem am porösen Leitungssystem. Des Weiteren sei ein Becken leckgeschlagen, versickere Wasser im Erdreich.

Als 2008 der Neubau fürs Wendelinus-Hallenbad angestanden hatte, sei ein Kombibad nicht in Frage gekommen. Bouillon: „Da hätten die Geldgeber nicht mitgespielt.“ Das Hallenbad schlägt übrigens 890.000 Euro pro Jahr zu Buche. „Wollten wir es Kosten deckend betreiben, müssten wir statt 4,50 Euro zwölf Euro Eintritt verlangen.“

Auf einen Blick

Wenn Stadtrat und Kreistag dem Unterfangen Schwimmbad-Neubau wohlwollend gegenüberstehen, hat St. Wendels Bürgermeister Klaus Bouillon schon einen Zeitplan: erste Vorarbeiten Ende dieses Jahres, Neubau 2014, Neueröffnung zur Sommersaison 2015.

Bis dahin werden die alten Gebäude für Umkleiden, Geräte und Bistro verschwinden, kündigte Bouillon an. Das Schwimmerbecken werde von bisher acht auf fünf 50-Meter-Bahnen verkleinert. Nichtschwimmer-, Sprungturm- und Babybecken sollen umgestaltet werden. Und an der Anliegerseite entstehe eine Schallschutzwand. Zudem sei ein neuer Eingang vorgesehen. Die genauen Pläne sollen bald vorgestellt werden, kündigte Bouillon an. hgn
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