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Neues Kunst-Schaufenster in Saarbrücken

Saarbrücken. Ob der „Feuchte Ludwig“ bald Logenplätze vergibt? Schließlich hat die Traditionskneipe bald ein aufregendes Gegenüber: einen transparenten Hingucker über dem flachen historischen Marstall. Das verglaste Obergeschoss ohne Blick-Barrieren stellt tagsüber sein Inneres demonstrativ zur Schau und läuft im Dunkeln zur Hochform auf, als leuchtende „Medien-Fassade“ und „nächtliche Visitenkarte“ für die Hochschule, so Rektor Ivica Maksimovic. Er stellte der Saarbrücker Zeitung die Pläne vor. Videos wird man auf den Glas-Wänden abspielen, Werbespots installieren – kurzum ein Farb- und Bilder-Feuerwerk entzünden. Auf dass es 20 Jahre nach der HBK-Gründung ein Ende nimmt mit dem Gerede von der „versteckten Hochschule“, die angeblich kein Taxifahrer kennt. Sie sitzt an angestammtem Ort, im Comeniushaus am Ludwigsplatz, einem von Stengel erbauten „Militär-Waisen-Zuchthaus“. Das Campus-Leben spielt sich hinter der Toreinfahrt im Rücken der Barock-Fassaden ab, in den Pavillons. 4852 Quadratmeter Platz hat die HBK für 291 Studenten und Verwaltung zur Verfügung.
 
„Es wird Zeit für eine eigene Stimme, eine eigene Ästhetik, eine eigene Aussage“, sagt Maksimovic. Und bekam Rückenwind aus dem Kultusministerium. Denn die Idee, die HBK mit Kooperationen oder bei Präsentationen in fremden Räumen bekannter zu machen, habe sich als falsch erwiesen. Deshalb wurde auch der Vertrag mit der Stadtgalerie gekündigt. Die 24 000 Euro steckt die HBK zukünftig in das hauseigene Programm. Und auch der seit 2008 erprobte Außenposten K4-Galerie am St. Johanner Markt schließt. Man hat gelernt: Freier Zugang ist unerlässlich. In der Keplerstraße soll niemand mehr an verschlossenen Türen rütteln. Bei räumlicher Nähe sei die Aufsicht leichter zu regeln, meint der Rektor.

998 000 Euro lässt sich das Land den Selbst-Behauptungs-Ehrgeiz der HBK kosten. Bereits 1989 war ein hochschulintegrierter Ausstellungsraum für 1,5 Mio. Mark vorgesehen. Doch damals entschied sich der Lehrkörper für Arbeits- statt „Repräsentationsflächen“. Der Traum starb nie. 2007 nahmen die HBK-Professoren Andreas Brandolini und Burkhard Detzler – beide Architekten – einen erneuten Anlauf. Mittlerweile wurde das Saarbrücker Büro Freese hinzugezogen. „Es war ein Kampf gegen offene Türen“, sagen Brandolini und Detzler. Für Hochbauamt, Kultusministerium, Denkmalpflege „war es offensichtlich, dass hier städtebaulich eine Lücke zu schließen war. Es ist eine Erlösung für die Ecke.“ Denn nun entstehe – trotz dezenter Leichtbau-Optik über dem historischen Flach-Gebäude – ein „konzentrierter Baukörper“. Mehr Werkstatt denn Hochglanz-Charakter ist beabsichtigt.

Flexible Stellwände sorgen bei nur 200 Quadratmetern für die höchstmögliche Präsentations-Nutzfläche. Baubeginn ist im August, fertig werden will man dank Konjunkturpaket II im Sauseschritt, schon 2010. Der Studiengang Kuratieren folgt spätestens ein Jahr später. Prof. Matthias Winzen und seine Studenten sollen die Galerie bespielen. Nicht nur mit eigener Kunst, auch mit Gästen. Maksimovic: „Es können Künstlergespräche und Vorträge stattfinden.“ Keine Kunstoase also, sondern ein Kommunikationsort. Cathrin Elss-Seringhaus 
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