A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Neues Notdienst-System: Nachteile für Patienten im Saarpfalz- Kreis?

Seit vielen Jahren ist die Rufnummer 20 20 in Homburg wichtig für die, die außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Praxen einen Arzt benötigen. Die 20 20 ist der direkte Draht zum Notdienst- Ring der niedergelassenen Ärzte in der Kreisstadt. Und genau das könnte sich nun ändern. Denn die zuständige Kassenärztliche Vereinigung Saarland (KVS) will das Notdienst-System im Kreis neu strukturieren. So soll in der Zukunft eine zentrale Notfall-Praxis in Homburg, ausgestattet mit einem diensthabenden Arzt, mobile Patienten aufnehmen. Die regionale Zuständigkeit für Hausbesuche als wesentlichem Teil des Notdienstes wird sich für einen zweiten Arzt weit über Homburg hinaus, so die Planungen, auch auf Teile des Saarpfalz-Kreises erweitern. Damit allerdings sind die Homburger Ärzte alles andere als einverstanden. So machte Dr. Christian Hagenthau am Freitag im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung seinem Ärger Luft.

Hagenthau gestand offen ein, dass die angestrebte Lösung einer zentralen Notfall-Praxis, möglicherweise angesiedelt am Homburger Universitätsklinikum, für mobile Patienten einen Vorteil bringe. Ganz anders sehe dies aber bei Patienten aus, die einen Hausbesuch benötigten. „Hier kann es nun natürlich aufgrund der weiteren Wege mitunter zu deutlich längeren Wartezeiten kommen.“

So sei „eine Schlechterstellung der Homburger Patienten“ zu erwarten, komme es zur angekündigten Neustrukturierung des Notfalldienstes. Für Dr. Joachim Meiser, Vorstand der KVS, allerdings gestaltet sich die Situation völlig anders. So begründete er die nun in der Frühplanung befindliche Neustrukturierung des Notfalldienstes in Homburg und im Saarpfalz-Kreis mit der demographischen Entwicklung.

Gerade in den ländlichen Bereichen des Kreises gebe es zunehmend weniger Arztpraxen. Dies führe zu einer zeitlichen Ungleichverteilung bei den Notdiensten. Für das geplante neue System mit einer zentralen Notdienst-Praxis, „deren Konzept schon in 90 Prozent des Saarlandes eingeführt ist“, sprechen für Meiser deutliche Vorteile. So erwarte er eine qualitativ verbesserte Notdienst-Versorgung, gebe es im neuen System doch einen Arzt in der zentralen Praxis und einen weiteren, der mit den Hausbesuchen betraut sei.

Zum anderen bleibe der Standort der Notdienst-Praxis immer gleich. Und: Werde die zentrale Notdienst-Praxis, wie angestrebt, am Homburger Universitätsklinikum eingerichtet, stünde unmittelbar eine erweiterte Diagnostik und auch eine Notfallaufnahme zur Verfügung. Einzig gegen die neue Lösung spreche in der Tat der Umstand, dass sich die bislang „sehr komfortable Situation der Homburger Ärzte in Sachen Dienstbelastung“ verschlechtere.

Meiser machte auch klar, dass man als Kassenärztliche Vereinigung nun den Positionsaustausch suche. So gebe es in der kommenden Woche erste Gespräche mit den betroffenen Ärzten. „Und wenn es da Ideen gibt, dann werden wir natürlich versuchen, diese ins Konzept einzubauen“, so Meiser.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein