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Neues Pizzawerk sichert Saar-Standort von Nestlé Wagner

„Oh la la, willst Du eine Pizza?“, das fragte musikalisch die Wagner-Big-Band zum Abschluss des Festaktes im neuen Pizzawerk in Otzenhausen. Die Antwort gaben die Festredner zuvor selbst. Tiefkühlpizza ist ein enormer Wachstumsmarkt. Und für die Region besonders wertvoll: Der Standort Nonnweiler spielt dabei eine wichtige Rolle. In Deutschland werden in jedem Jahr etwa 800 Millionen Pizzen gegessen. Diese Zahl nannte Thomas Göbel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Nestlé Wagner GmbH, in einer Pressekonferenz vor der Werkseröffnung. Göbel: „70 Prozent aller Haushalte in Deutschland kaufen Pizzen ein. Die Hälfte aber nur ein bis zwei Mal im Jahr.“ Das eröffnet Wachstumschancen im Inland. In Deutschland hat Pizza Wagner einen Marktanteil von 30 Prozent, ist Marktführer für Steinofen-Pizza.

Immer wichtiger für das Unternehmen wird das Auslandsgeschäft. Seit dem Einstieg von Nestlé bei Pizza Wagner im Jahr 2005 habe sich der Auslandsanteil von 15 Prozent auf jetzt mehr als ein Drittel erhöht, sagte Gerhard Berssenbrügge, Vorstandsvorsitzender der Nestlé Deutschland AG. Berssenbrügge: „Mit dem neuen Werk können wir weiter wachsen, auch im Ausland.“ Dazu zählen Frankreich, Spanien, Portugal, aber auch die Schweiz, Italien und die Niederlande. Dieses Jahr habe man den Verkauf in Russland in die eigene Hand genommen. Kein Wunder, dass Professor Werner Bauer, Generaldirektor der Nestlé S.A., von einem hoch interessanten Gesamt-Pizzamarkt spricht. Seit dem Einstieg von Nestlé hat das Unternehmen den Pizza-Absatz um 50 Prozent gesteigert. „Von Nonnweiler aus beliefern wir den gesamten europäischen Markt“, sagte Thomas Göbel.

Warum Nestlé im Hochwald investiert hat und nicht gleich im Ausland, das erklärte Gerhard Berssenbrügge: „Hier haben wir die Kompetenz, die Menschen, die das kreiert haben. Hier haben wir das Herzblut. Wir haben Vertrauen in die Qualität der Mitarbeiter.“ Und diese gute Qualität zahle sich aus. Für Berssenbrügge ist das neue Werk dabei auch ein Symbol für die gelungene Integration eines mittelständischen Unternehmens in einen Weltkonzern. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer würdigte die Investition: „Diese macht deutlich, dass der Standort Zukunft hat. Es ist ein wichtiges Signal, dass sie Vertrauen in das Land und seine Menschen setzen.“

Gemeinsam schnitten die Ministerpräsidentin und die Unternehmensführung eine überdimensionale Pizza an und eröffneten somit symbolisch das neue Werk. Danach übergab Projektmanager Frank Weidemann den Schlüssel an Werkleiter Klaus Riebel. Mit dem neuen Pizza-Werk kann Nestlé Wagner die Produktionskapazität von bislang 280 Millionen Pizzen im Jahr um 70 Millionen auf 350 Millionen steigern. Bisher erzielte Wagner einen jährlichen Umsatz von 400 Millionen Euro.

Das neue Werk ist in knapp zwei Jahren Bauzeit entstanden und hat 50 Millionen Euro gekostet. Nestlé Wagner beschäftigt mittlerweile 1500 Mitarbeiter. 50 sind durch das neue Werk hinzugekommen. Dort sind insgesamt etwa 100 Menschen im Drei-Schicht-Betrieb beschäftigt. Noch ist das Werk im Probebetrieb. Das Unternehmen spricht von der modernsten Produktionsanlage für Tiefkühlpizza in ganz Europa. Wobei man auf Energie- und Wassereinsparung großen Wert gelegt habe. Nestlé Wagner hat für das neue Werk eine eigene Energiezentrale gebaut. Die Abwärme beim Pizzabacken wird aufgefangen und wieder in den Produktionsprozess eingespeist.





AUF EINEN BLICK

Das Werk in Zahlen: Grundfläche: 6000 Quadratmeter. Knapp 8500 Kubikmeter Beton wurden eingebracht, das entspricht der Ladung von 1046 Betonmischern. 1000 Tonnen Stahl wurden eingesetzt, 230 Kilometer Elektrokabel verlegt und mit 1,2 Millionen Kabelbindern befestigt. Über 70 Unternehmen waren beim Bau im Einsatz, davon 30 aus der Region. Insgesamt waren beim Bau 600 Menschen beschäftigt, zu Spitzenzeiten waren bis zu 400 Handwerker gleichzeitig vor Ort. Grundsteinlegung war im November 2011. vf


HINTERGRUND

1968 gründete der Bäckermeister Ernst Wagner in Braunshausen die Wagner Tiefkühlprodukte GmbH. Anfang der 1970er Jahre brachte er von einer Italienreise die Idee zur Herstellung tiefgekühlter Pizzen mit. Bereits 1982 waren die Kapazitäten so ausgelastet, dass ein weiteres Werk in Otzenhausen errichtet wurde. Im Januar 2005 stieg Nestlé mit einer Beteiligung von 49 Prozent bei Wagner ein. Seit 2013 firmiert das Werk unter Nestlé Wagner GmbH. Geschäftsführer sind Thomas Göbel (Vorsitzender), Hubert Stücke und Ralf Wagner. vf
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