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Neues Projekt im Rockmobil

Saarbrücken. „Eins Fuß, zwei Hand, drei Fuß, vier Hand“, zählt Peter Eifel vor. Dabei zeigt er abwechselnd auf die große Trommel, die mit dem Pedal gespielt wird, und die kleinere Trommel, die mit der Hand geschlagen wird. Was für einen gesunden 19-Jährigen eine leichte Übung wäre, ist für Matthias eine Herausforderung. Doch der junge Mann, der mit Downsyndrom zur Welt kam, strengt sich an.

Schließlich klappt es: Fuß, Hand, Fuß, Hand. Matthias strahlt. Zum ersten Mal in seinem Leben sitzt er an einem Schlagzeug. Und er macht seine Sache gut, wie ihm Peter Eifel und Markus Becker bestätigen. Seit vielen Jahren arbeiten die beiden Mitglieder des Saarländischen Rockmusikerverbands mit Jugendlichen, geben ihnen die Chance, im Rockmobil – einem zum Studio umgebauten Linienbus – Schlagzeug, Keyboard, E-Gitarre und Bass zu spielen. „Aber ein Projekt mit geistig behinderten Jugendlichen gab es bisher noch nicht“, sagt Markus Becker.

Die Idee, Schüler der Saarbrücker Förderschule für geistige Entwicklung ins Rockmobil einzuladen, stammt von Elisabeth Geiger. Als ehrenamtliche Gesamtbehindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken setzt sie sich dafür ein, die musikalischen Fähigkeiten behinderter Menschen zu fördern. „Das Rockmobil ist dafür besonders gut geeignet“, findet Geiger. „Die Jugendlichen werden da abgeholt, wo sie stehen, ihre Beeinträchtigung wird zur Nebensache.“ So stört es im Rockmobil niemanden, dass Andrea (16) auf dem Keyboard immer wieder die gleichen Töne spielt.

„Wenn Du auf diesen Knopf drückst, kannst du den Klang verändern“, erklärt ihr Markus Becker. Andrea lacht vor Freude und drückt immer und immer wieder auf den Knopf. Mit Iba (17) dagegen kann Markus Becker schwierigere Übungen machen. Regelrecht verliebt hält Iba den E-Bass. Schon recht gekonnt schlägt sie die Saiten an, hört genau hin und vergleicht die Tonhöhen. Markus zeigt Iba, wie man Akkorde greift und bringt ihr den ersten Griff bei.

„Jedes Mal, wenn Du kommst, zeige ich Dir einen neuen“, verspricht er Iba per Handschlag. Die bricht in Jubel aus, als sie hört, dass das Rockmobil in Kürze regelmäßig kommen wird. Nachdem der Testlauf so erfolgreich verlief, soll das Rockmobil nun nach den Sommerferien einmal wöchentlich an die Förderschule für geistige Entwicklung kommen. Vier Schülergruppen können dann jeweils eine halbe Stunde Musik machen.

„Am Ende des Projekts soll jeder Schüler eine CD mit einem gemeinsam gespielten Stück mit nach Hause nehmen“, wünscht sich Elisabeth Geiger. Für sie ist das Projekt mit dem programmatischen Namen „Ich kann's“ ein Beweis dafür, dass Behinderte viel mehr können, als mancher glaubt. Vielleicht sogar mehr, als sie selbst es für möglich halten. Sponsoren sollen nun helfen, die Finanzierung des Projektes dauerhaft zu sichern. Die Schirmherrschaft hat die CDU-Landtagsabgeordnete Gisela Rink übernommen. 
 Alexandra Raetzer 
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