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Neues Stadion in Saarbrücken ist erstmal vom Tisch

Der von Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz geforderte Runde Tisch zum Stadion-Neubau findet nicht statt. Grund: Es liegen noch keine belastbaren Finanz- und Baupläne vor.

Saarbrücken. Der von Saarbrückens Oberbürgeisterin Charlotte Britz (SPD) geforderte Runde Tisch zum Stadion-Neubau ist vom Tisch. Das teilte Stadtpressesprecher Thomas Blug gestern mit. Am 13. Januar hatte Britz die Fraktionsvorsitzenden der Landesregierungs-Parteien für den heutigen Tag eingeladen, um mit ihnen gemeinsam vermeintliche Finanzierungs- und Baupläne für den Stadionneubau zu diskutieren.

Vermeintlich deshalb, da die Oberbürgermeisterin diese nicht kannte und Anfang des Jahres aus Boulevard-Medien "von neuen Planungen der Jamaika-Koalition zum Stadion-Neubau erfuhr", erklärte Blug. So erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Horst Hinschber

ger damals: "Das Projekt ist für Stadt und Land so wichtig, dass wir es nicht von einem privaten Geldgeber abhängig machen können." Der Koalitionsausschuss habe ebenso beschlossen, das Stadion in die "Prioritätsstufe I einzuordnen", sagte Hinschberger. Darüber war Britz nicht erfreut, da die Stadt Eigentümerin des alten Ludwigsparkstadions ist, auf dessen Gelände das neue Stadion entstehen soll. Sie lud daher zum Runden Tisch, um sich zu informieren und um ein gemeinsames Vorgehen bei der Planung und Finanzierung abzustimmen. Zu den Eingeladenen zählte neben Hinschberger, der auch Präsident des 1. FC Saarbrücken ist, auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Meiser. Dieser teilte der Oberbürgermeisterin nach der Einladung mit, dass er es sinnvoll halte, "dass zunächst eine konkrete Planung und Beschreibung sowie ein Finanzierungskonzept vorliegen sollten - als Grundlage für vorbereitende Verhandlungen mit der Stadt als Eigentümerin und der Landesregierung als Zuschussgeber". Das erklärte Meiser gestern. "Vor dem Hintergrund dieses Schreibens teilte auch Horst Hinschberger der Oberbürgermeisterin mit, dass er von einen Runden Tisch zunächst Abstand halten wolle", erklärt Thomas Blug.

Hinschberger sagte gestern, dass "in der Tat für einen solches Treffen noch keine belastbaren Planungen vorliegen". Grundsätzlich halte Hinschberger das Abstimmen aller Beteiligten untereinander "für sehr wichtig. Ich bin Frau Britz dankbar, dass sie diese Gespräche moderieren will. Das ist ein wichtiger Schritt für das gemeinsame Handeln".

Wie dies in nächster Zukunft aussehen sollte, erklärte Meiser: "Das Reden in der Öffentlichkeit darüber muss aufhören. Mir ist es lieber, das Projekt wird hinter den Kulissen sauber vorbereitet. Erst dann sollten wir darüber reden."

Britz hingegen will nun als nächstes eine kleine Runde organisieren. "Bürgermeister Ralf Latz und Sportdezernent Paul Borgard sollen ein Gespräch mit den FCS-Verantwortlichen suchen, bevor das weitere Vorgehen festgelegt wird", erklärte Blug. "Mit den Kommunikationspannen der Vergangenheit muss Schluss sein", sagte Charlotte Britz. Denn: "Unsere Bürgerinnen und Bürger möchten keine weiteren bunten Bildchen, keine neuen Stadionpläne mehr in den Medien sehen. Die Menschen erwarten von der Politik und der Vereinsspitze belastbare Ergebnisse auf der Basis solider Arbeit - und keine Luftschlösser."

In der FDP schwelt ein Streit um einen möglichen Stadionneubau in Saarbrücken

Fiedler empfiehlt: "Klappe halten!"


Saarbrücken. Seine Parteifreunde auf Orts- und Landesebene sollten "einfach mal die Klappe halten". Das empfiehlt der Vorsitzende der FDP-Stadtratsfraktion, Friedhelm Fiedler (Foto: B&B), in der Diskussion um ein neues Stadion. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Horst Hinschberger, hatte ein solches Stadion gefordert. Er geht davon aus, dass das Stadion bis Mitte 2014 auch gebaut ist.

Der Vorsitzende des FDP-Ortsverbands Malstatt, Henning Diehl, hat seinem Parteifreund Hinschberger gestern widersprochen. Er vermisse "bei den derzeitigen Plänen die wirtschaftliche Vernunft", sagte Diehl. Er befürchtet: "Unsere Landeshauptstadt ist bereits pleite und droht mit dem Prestige-Objekt der Stadtmitte am Fluss im Finanz-Chaos zu versinken. Dass die Landesregierung nun ein Stadionprojekt beschließen will, ohne einen Investor zu haben, ist für die Stadt ein finanzieller Super-Gau." Aus diesem Grund hält Diehl auch nichts vom Bau einer neuen Veranstaltungshalle. Wenn Geld da sei, solle das in die Stadtteile und in die Jugendarbeit investiert werden.

Bei einem städtischen Schuldenstand von 640 Millionen Euro müsse man "einen Schritt nach dem anderen gehen", rät Fiedler. "Im Prinzip sind sowohl der Neubau eines Stadions als auch eine neue Halle mit einer damit verbundenen Neuausrichtung der Messe wünschenswert", sagt er. Das Ganze aber nur, wenn auf die Stadt keine höheren Kosten zukommen als bisher. Aber Vorrang habe jetzt die "Diskussion, auf welchen Feldern die Stadt Ausgaben verringern und Einnahmen erhöhen kann". Da solle man nun erstmal die Ergebnisse der von der Oberbürgermeisterin eingesetzten Arbeitsgruppe abwarten.

Auch die Folgekosten für "Stadtmitte am Fluss" seien "noch nicht abzusehen". Fiedler: "Über beide Projekte - das Stadion und ,Stadtmitte am Fluss' - sollten daher keine unnötigen öffentlichen Diskussionen geführt werden. Die dienen allenfalls der Profilierung, nicht der Sache."

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