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Neues Strom-Netz kostet Milliarden



Saarbrücken.
Der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) an der Saar, in dem 24 Ver- und Entsorgungsunternehmen organisiert sind, die mit 3000 Mitarbeitern eine Milliarde Euro Umsatz erwirtschaften, unterstützt die Energiewende in Deutschland. Diese sieht den Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 vor.
Der saarländische Landesgruppenvorsitzende Werner Spaniol rechnet als Folge der bundesweiten Umstellung der Stromversorgung allerdings mit enormen Kosten. So sei alleine ein Ausbau von rund 4400 Kilometern Netzkapazität notwendig. Zudem müsse die Integration der erneuerbaren Energien verzahnt werden mit den vorhandenen Strom-Verteilnetzen. Alleine im Saarland betrage der Investitionsbedarf für den Ausbau der Verteilnetze, insbesondere in ländlichen Gebieten, voraussichtlich rund 2,4 Milliarden Euro, schätzt Spaniol.

Gerade auch deshalb sei es existenziell für die Zukunft des Saarlandes, dass der von Umweltministerin Simone Peter (Grüne) vorbereitete „Masterplan Energie“ bezahlbare Versorgungsstrukturen für Industrie- sowie Privatkunden garantiere. Zumal die Energiewende nach Überzeugung von Spaniol nur gelingen kann „mit dem Zubau neuer Kraftwerke und der Modernisierung bereits vorhandener Kraftwerksstandorte“. Die Energieversorgung müsse auch künftig garantieren, dass im Wettbewerb stehende Industriebetriebe die Energiekosten im Griff halten können.  Sonst drohe die Abwanderung von Großbetrieben.



Ein klares Bekenntnis zur Zukunft der saarländischen Kraftwerkstandorte will Spaniol zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht ablegen. Emotional betrachtet sei dies wünschenswert, auch als Beitrag zur regionalen Versorgungssicherheit, sagt der VKU-Landeschef. Allerdings könne er aus Gründen der Wirtschaftlichkeit derzeit nicht beurteilen, ob wirklich alle Standorte weiter gebraucht werden. Ebenfalls nicht, wie die Energie-Versorgungsstruktur an der Saar künftig im Detail aussehen muss, um eine sichere Energieversorgung nach Abschaltung der Kernkraftwerke zu gewährleisten. Allerdings werde ein Großteil des Zubaus neuer Anlagen schon bis 2015/2016 erfolgen.

Kritik übt Spaniol an Umweltministerin Simone Peter (Grüne). Diese habe die maßgeblichen Energieversorger sowie Verbände nicht in die Vorbereitung des „Masterplan Energie“ einbezogen. Und auch jetzt lasse sie die Beteiligten weiter im Unklaren. „Wäre Frau Peter eine professionelle Unternehmensleiterin: So könnte sie nicht handeln“, beklagt Spaniol, der im Rahmen der Energiewende eine wachsende Bedeutung der Stadt- und Gemeindewerke sieht. Die Energiewende begünstige eine dezentrale Energieversorgung mit überschaubaren Einheiten in den Regionen. Zudem engagierten sich die Energieversorger auch jetzt schon vor Ort selbst mit dem Bau neuer Anlagen auf der Basis erneuerbarer Energien. Hier böte besonders die Windenergie Chancen für alle Seiten. Solche Anlagen brächten Kommunen mehr Steuereinnahmen, beispielsweise zur Renovierung von Schulen. Auch könnten sich Privatpersonen an solchen Projekten gewinnbringend beteiligen.
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