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Neues Zuhause und große Pläne für Saarbrücker Theaterschiff

Die Theatercompagnie Lion, die auch das Theaterschiff betreibt,  hat ein neues Domizil
bezogen.

Die Theatercompagnie Lion, die auch das Theaterschiff betreibt, hat ein neues Domizil bezogen.

Soviel „Lebensfreude“ hat nicht jeder. Eine ganze Wand im neuen Domizil der Theatercompagnie Lion wird vom gleichnamigen Gemälde von Henri Matisse eingenommen. Natürlich nicht vom Original, klar. Der Theatermaler Victor Grell hat das beschwingt- bunte Werk vor vielen Jahren mal für ein Projekt des Saarlandmuseums kopiert.

Frank Lion, der Chef der Theatercompagnie Lion, hat es übernommen und seither auf einen geeigneten Platz dafür gewartet. Den hat er jetzt. Und zwar nicht nur, weil die Decke hoch genug, die Wand groß und das Licht hell ist. Der Matisse passt besonders gut, weil er jetzt sozusagen wieder in einer Galerie hängt. Denn das neue Zuhause der Compagnie Lion ist in den Räumen der ehemaligen Galerie am Pavillon. Viele Jahre war hier, gegenüber vom Rohbau des Vierten Pavillons des Saarlandmuseums eine Galerie – erst Hanstein, dann Besch, zum Schluss am Pavillon. Und jetzt wohnt hier also das Theater. Noch ist das Ladenlokal mit dem großen Schaufenster meist leer. Frank Lion und seine Mannschaft nutzen vor allem die Büros und Lagerräume. So ein Theater besteht ja schließlich nicht nur aus Bühne – in diesem Falle bekanntlich das Theaterschiff Maria-Helena. Es muss auch viel organisiert werden, und die Requisiten und Archive brauchen auch noch Platz. Aber schon bald soll der Galerieraum auch bespielt werden.

„Wir wollen diesen Raum in Zukunft gerne für vorwiegend experimentelle, und auch spartenübergreifende Kunstprojekte zur Verfügung stellen“, sagt Frank Lion im  Gespräch. Der dreifache Vater (das jüngste Kind ist noch ganz frisch) ist voller Pläne für seinen kleinen Kulturbetrieb. Als erster Coup läuft derzeit im Rahmen des Robert- Schuman-Preises eine Videoarbeit von Jeff Desom, der eine Szene aus Hitchcocks „Fenster zum Hof“ bearbeitet hat.

„Im Winter wird der Raum sicher auch mal unser Probenraum, wenn es auf dem Schiff zu kalt ist“, sagt Frank Lion. Derzeit steht im Schaufenster normalerweise nur eine große Holzplanke als Werbung fürs „Theaterschiff Maria-Helena“. Aber mittelfristig will Lion hier noch mehr gestalten. Damit das Büro an diesem zentralen Ort eine Art Visitenkarte von Compagnie und Theaterschiff wird. Auch sonst haben Lion und seine Theaterschiff-Mannschaft aber noch einiges vor.

Gerade schreibt Lion ein neues Stück. Don Quijote will er für Kinder bearbeiten. Im Frühjahr wird die Premiere sein. Die „alten“ Stücke wie das Kindermusical „Bremer Stadtmusikanten“ bleiben im Spielplan – werden aber aktuell nicht alle gespielt. Da Sängerin Meike Ruby ein Baby bekommt, ist die Schauspielerin Marlen Ulonska neu zum Lion-Team gestoßen. Sie übernimmt einige Rollen, aber eben nicht alle, „denn Maike soll ja weiter dabei sein“.

So ist die Schiffsmannschaft auf acht feste Größen angewachsen: fünf Schauspieler und Sänger, ein Kapitän sowie Frank Lion und seine „rechte Hand“ Barbara Bruhn. Techniker und andere Helfer kommen auf Zuruf. Ein kleines Kultur-Unternehmen also. Und das muss sich natürlich rechnen. Weshalb es auf dem Schiff künftig nicht mehr so viele Konzerte geben wird. „Nur noch ein großes im Monat“, sagt Lion. Die vielen kleinen Konzerte lohnen sich nicht, denn dafür gebe es in Saarbrücken zu viele kostenlose Konzerte. „Ich habe keine Lust, mich abends an die Kasse zu stellen und mit den Leuten zu diskutieren, warum sie Eintritt zahlen sollen“. Da hat man als Kultur-Unternehmer sicher Besseres zu tun.

 

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