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Neuner startet erstmals in Püttlingen

Frau Neuner, schon zum siebten Mal trifft sich die Biathlon-Weltspitze in Püttlingen. Warum mussten die Fans so lange auf eine Zusage von Ihnen warten?
Magdalena Neuner: Das Event ist toll, aber im Sommer hat für mich das Training einfach oberste Priorität. In diesem Jahr passt Püttlingen ganz gut in den Terminplan rein.

Haben Sie von Ihren Teamkollegen schon etwas über den City Biathlon gehört? Mit welchen Erwartungen kommen sie nach Püttlingen?
Neuner: Klar tauscht man sich aus. Und bis jetzt habe ich nur Gutes gehört. Immer nur trainieren, das ist auf Dauer schon ein bisschen langweilig. Und unsere Fans sind auch im Sommer immer voll bei der Sache. Auf die Stimmung freue ich mich am meisten.

Was kennen Sie vom Saarland? Gibt es da Verbindungen?
Neuner: Nein, das ist noch ein weißer Fleck auf meiner Landkarte. Es wird also Zeit, dass ich mal in die Gegend komme.

Man kennt Sie als strickende Harfespielerin, die gerne Dirndl trägt und bei ihrer Oma im Haus wohnt. Doch dann haben Sie sich für einen Sponsor in Dessous fotografieren lassen. Haben Sie sich gewandelt, oder sollte sich Ihr Image ändern?
Neuner: Weder noch. Das Bild, das in der Öffentlichkeit von einem gezeichnet wird, hat mit der Realität nicht so wahnsinnig viel zu tun. Da steckt man schnell in einer Schublade. Ich spiele zwar gerne Harfe und trage auch mal ein Dirndl, aber das ist ein kleiner Teil von mir.  Die Idee mit den Dessous-Bildern fand ich einfach gut.

Neben Ihren Erfolgen bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 sorgten Sie mit Ihrem Verzicht bei der Staffel für Aufsehen. Warum lässt die beste Biathletin der Welt freiwillig eine Medaille liegen?
Neuner: Weil ich kein Kannibale bin, der nie genug haben kann. Olympia lief für mich sensationell. Deshalb war das auch kein Problem.

Damals sah man Sie sehr nachdenklich. Bei einer Pressekonferenz war sogar mal kurz vom Karriere-Ende die Rede. Kann es sein, dass es irgendwann die Biathletin Neuner von heute auf morgen nicht mehr gibt?
Neuner: Das wird eines Tages so kommen, denn ich werde bestimmt keine große Abschiedstournee machen. Ich habe ja immer gesagt, dass ich von Jahr zu Jahr entscheiden werde. Aber zur Zeit macht mir mein Sport wieder unglaublich Spaß.

Sie sagten einmal, dass Sie kein typischer Hochleistungssportler seien. Was sind Sie dann?
Neuner: Auf der einen Seite bin ich sicherlich ehrgeizig, so wie man es als Hochleistungssportler sein muss. Auf der anderen Seite gibt es für mich aber noch genug andere Dinge neben dem Sport. Zu Hause bin ich einfach Magdalena. Über Biathlon wird da nicht viel gesprochen.

Ihre Laufstärke ist außergewöhnlich. Schnell fällt da das Stichwort Doping. Wie gehen Sie mit Verdächtigungen um?
Neuner: Also, ganz so groß ist der Unterschied ja auch nicht. Außerdem war ich schon als Jugendliche eine schnelle Läuferin. Aber klar ärgert es einen, wenn solche Verdächtigungen aufkommen. Ich kann nicht mehr machen, außer mich immer und überall testen zu lassen. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich über einen gedopten Sieg nicht freuen könnte.

Mit Ihnen macht der Fan ein Wechselbad der Gefühle durch. Da gibt es die Fahrkarten-Lena, die sich mit der Scharfschützin Neuner abwechselt. Ist diese Einzigartigkeit auch eine Erklärung für Ihre Popularität?
Neuner: Wir hatten es doch gerade von Schubladen, in die man gesteckt wird. Aber vielleicht muss das ja so sein. Ich habe jedenfalls immer gewusst, dass ich schießen kann – und meine Trainer wussten das auch. Letztendlich zählt aber doch immer nur eines: Dass ein guter Platz herauskommt. Biathlon ist zur Zeit sehr populär, und zur Zeit bin ich erfolgreich. Das dürfte die einfache Erklärung sein.

Bei der Weltmeisterschaft in Chanty-Mansijsk im März dieses Jahres meinten Sie nach Ihrem insgesamt zehnten WM-Titel: Jetzt muss ich mir neue Ziele suchen. Haben Sie schon welche gefunden?
Neuner (lacht): Das ist nicht so schwer, wenn man im kommenden Winter in Ruhpolding eine WM vor der Haustür hat...

Auf Einen Blick
Die siebte Auflage des City Biathlons präsentiert ein illustres Teilnehmerfeld. So gehen bei den Damen die besten Sechs der abgelaufenen Weltcup-Saison ins Rennen. Bei den Herren sind es sechs Athleten, die unter den ersten Zehn landeten.  Die Starterliste ist gespickt mit Olympiasiegern, Weltmeistern und Weltcup-Gewinnern.
Neben den Deutschen Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Sabrina Buchholz starten bei den Damen Kaisa Mäkäräinen aus Finnland, die Schwedin Helena Ekholm, Tora Berger aus Norwegen, die Französin Marie Laure Brunet und Darya Domracheva aus Weißrussland. Bei den Herren vertreten Michael Greis, Andreas Birnbacher und Daniel Böhm die deutschen Farben. Weiterhin gehen die Norweger Ole Einar Bjørndalen sowie Tarjei Bø, der Franzose Martin Fourcade, der Schwede Björn Ferry und Ivan Techerezov aus Russland auf den etwa 1,6 Kilometer langen Rundkurs.
Los geht es am Sonntag um 13 Uhr – um 12 Uhr ist Einlass auf der Tribüne. Das Hauptrennen wird durch eine Qualifikation eröffnet. Vor dem Finale ab 15.15 Uhr bekommen um 14.15 Uhr zehn europäische Talente ihre Bühne. Die Zuschauer an der Strecke verfolgen das Spektakel kostenlos. pb
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