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Neunkirchen: Müllbrand hüllt Stadt in stinkende Rauchwolken

Vermutlich durch Selbstentzündung hat im Neunkircher Abfallheizkraftwerk gelagerter Müll in der Nacht zum Freitag einen Großeinsatz ausgelöst. Trotz beißender Qualmentwicklung habe keine Gesundheitsgefährdung bestanden, so die Feuerwehr.

Vermutlich durch Selbstentzündung hat im Neunkircher Abfallheizkraftwerk gelagerter Müll in der Nacht zum Freitag einen Großeinsatz ausgelöst. Trotz beißender Qualmentwicklung habe keine Gesundheitsgefährdung bestanden, so die Feuerwehr.

Neunkirchen. Der Westwind hat in der Nacht zum Freitag stechend riechende Qualmwolken über Neunkirchen hinweg Richtung Osten getrieben. In Furpach, Kohlhof, Ludwigsthal und Wellesweiler rief ein Lautsprecherwagen der Feuerwehr am ganz frühen Morgen dazu auf, die Fenster geschlossen zu halten, entsprechende Durchsagen liefen auch im Rundfunk. Hervorgerufen wurden die stinkenden Schwaden von brennendem Müll im Bunker des Abfallheizkraftwerkes (AHKW) Neunkirchen im Industriegebiet König.

Vorweg: Es bestand zu keiner Zeit Gesundheitsgefahr, so der Feuerwehr-Einsatzleiter Franz Josef Kuhn. Die stündlich vorgenommenen Messungen auf Giftstoffe in der Umgebung mit dem in Ottweiler stationierten Spezialwagen der Feuerwehr hätten keine Gefährdung angezeigt. „Die Warnung an die Bevölkerung ist vorsorglich erfolgt, auch wegen der Rauch- und Geruchsbelästigung“, so Kuhn zur Saarbrücker Zeitung.

Der Einsatzleiter aus Wellesweiler mit mehr als 40-jähriger Feuerwehrerfahrung hatte auch zehn Stunden nach Einsatzbeginn am Freitagvormittag alles im Blick. Da waren noch etwa 30 Feuerwehrleute dabei, die aufflackernden Brandnester abzulöschen, die entstanden, als gegen 6 Uhr damit begonnen wurde, den Müll mit Baggern portionsweise aus den Rampen 3 und 4 ins Freie zu holen. Die abgelöschte Masse wird mit dem Greifer eines THW-Spezialfahrzeugs in große Schlackencontainer gefüllt und zwischengelagert bis die Verbrennungsanlage wieder zur Verfügung steht.  Diese Arbeit – auch während der Nacht – ziehe sich noch mindestens über das Wochenende hin, schätzt Einsatzleiter Kuhn.


Nachdem um 0.23 Uhr der Brandalarm rausgegangen war, waren nach Kuhns Angaben zeitweise 130 Feuerwehrleute aus elf Löschbezirken sowie THW-Helfer im Einsatz (siehe „Auf einen Blick“). Von den Einsatzkräften sei bisher keiner zu Schaden gekommen, so Kuhn. Ebenso wenig die Sechs-Mann-Nachtschicht des AKHW Neunkirchen, das von EON Energy from Waste (früher Sotec) betrieben wird, so dessen Technischer Leiter Gerhard Hans.

1800 Tonnen Müll lagerten im Bunker, so die Angaben von Hans. Er wird normalerweise in den beiden je 250 Tonnen fassenden Heizkesseln verfeuert. Nun war offensichtlich Selbstentzündung die Ursache für das Inferno. Was genau sich entzündete, ist noch nicht feststellbar. „Wir haben da schon alles drin gehabt bis hin zu Munition“, hält Gerhard Hans fest. Er hat einen Brand dieser Dimension in der Neunkircher Müllverbrennungsanlage noch nicht erlebt.



Der Kranfahrer hatte bei Erkennen des Brandes die betriebseigene „Löschwasserkanone“ aktiviert und damit zugleich die Feuerwehr alarmiert. Was die Lage komplizierte: Durch das Feuer verbrannten die Kabel, so dass die in den Bunkern installierten Kräne die Müllstapel nicht mehr entzerren konnten.  Die angerückten Wehren hielten zunächst mit Strahlrohren, später mit Löschschaum in den Bunker.

Das Löschwasser verbleibe in dem als Wanne angelegten Bunker, das in der Umgebung ablaufende Wasser werde im umlaufenden Kanal aufgefangen und bei Bedarf in ein Rückhaltebecken gepumpt, so Betriebsleiter Hans. Davon, dass keine Gefährdung von der Löschaktion ausgeht, überzeugten sich am Freitagvormittag Vertreter des Landesamtes für Umwelt und Arbeitsschutz, auch Kriminalbeamte der Landespolizeidirektion ermittelten routinemäßig.

Die Müllanlieferung am Blücherflöz bleibt zumindest für diesen Samstag gesperrt, die Abwärmeversorgung wird durch Ölheizkessel sicher gestellt.
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