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Neunkirchen kämpft gegen Müllsünder

Im Umfeld der Wertstoffcontainer und in den städtischen Papierkörben landet seit Jahresbeginn vermehrt Müll, der da nicht hingehört.

Im Umfeld der Wertstoffcontainer und in den städtischen Papierkörben landet seit Jahresbeginn vermehrt Müll, der da nicht hingehört.

Neunkirchen. „Im Jahresschnitt holen wir 120 Tonnen wilden Müll von den 76 Neunkircher Wertstoffcontainer- Plätzen“, sagt der Leiter des Zentralen Betriebshofes Neunkirchen, Karl-Josef Scheer, auf Nachfrage unserer Zeitung. Und ergänzt: „Es hat den Anschein, dass es in diesem Jahr mehr wird.“ Wie bereits in der SZ berichtet, hat das seit Jahresbeginn umgestellte Abfuhrsystem für Hausmüll- und Biotonnen das „Müll-Trenn-Bewusstsein“ der Bürger geschärft – aber auch die Entsorgungsmentalität gewissenloser Zeitgenossen, die ihren Abfall wild in die Gegend kippen. Oder in die städtischen Papierkörbe. „Wir holen da seit Jahresbeginn ein Drittel mehr raus“, so Scheer. Die zusätzlichen Mengen sind Zeug, das da nicht reingehört, oft eben auch Hausabfall. Andererseits hat Thomas Haas vom Umweltamt des Rathauses festgestellt, dass Müllablagerungen in der Landschaft „nicht signifikant zugenommen“ haben.

Den Müll-Sündern beizukommen, ist nicht einfach. Videokameras im öffentlichen Raum, beispielsweise an Container- Standplätzen, erlaubt die Rechtsprechung nicht. „Das greift in die informelle Selbstbestimmung ein“, so Bürgermeister Jörg Aumann, in dessen Dezernat der städtische Betriebshof und damit die Müllentsorgung fällt. Denkbar wäre, wieder einmal Detektive zu engagieren, wie es in den vergangenen Jahren ein paar Mal der Fall war. Sie haben über eine bestimmte Zeitspanne die Containerplätze überwacht und 15 bis 20 Müll-Sünder erwischt, so Haas. „Aber die richtig großen Kracher waren nicht darunter.

“ Dabei drohen denjenigen, die meinen, den Müll auf Kosten der Allgemeinheit entsorgen zu müssen, mitunter happige Bußgelder für diese Ordnungswidrigkeiten. Von zehn Euro (für eine weggeworfene Zigarettenschachtel oder Bananenschale) bis 2500 Euro (für große Mengen illegal abgeladenen Sperrmüll oder Bauschutt).

Große Reichtümer werden dabei aber nicht in den Stadtsäckel gespült – in diesem Jahr seien bisher rund 20 Müll-Sünder zur Kasse gebeten worden, hat Haas registriert. Schwierig sind Sanktionen auch, weil die „Müll-Täter“ persönlich identifiziert werden müssen. Eine Autonummer (Aumann: In diesem Fall gibt es keine Halterhaftung) oder eine im abgeladenen Unrat gefundene Adresse genügen nicht. Bei solchen Indizien würden die Leute aber auf jeden Fall angeschrieben und befragt, so Haas.

Im Wesentlichen setzt man deshalb bei der Stadt – und nicht nur bei der Stadt wie der Bürgerstammtisch Unterstadt zeigt, der den Symbol-Aufkleber „Sauberlix“ öffentlich eingeführt hat – darauf, bei den Müll-Sündern einen Bewusstseinswandel zu bewirken. „Unsere Grundmaxime ist, die Leute anzusprechen und Verständnis zu wecken“, so Aumann. Wenn man die Erwischten gnadenlos verdonnere, suchten sich Uneinsichtige eben andere Stellen. „Und das wäre ein Pyrrhussieg“, so der Bürgermeister.

Letztendlich, so die Einschätzung von Betriebshofchef Scheer, sei die Stadt in den letzten zwei Jahrzehnten sauberer geworden, auch wenn mancher dies subjektiv anders empfinde.

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