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Neunkirchen stellt seine Straßenbeleuchtung komplett um

Neunkirchen. Kostenbewusstsein (im Hinblick auf die Strompreise) und Umweltbewusstsein (im Hinblick auf den Stromverbrauch) schlagen sich jetzt auch im nächtlichen Neunkirchen nieder. Genauer gesagt, auf die Straßenbeleuchtung der Kreisstadt. 5000 der 6600 Peitschen- , Bogen-, Hänge- und sonstigen städtischen Lampen erhalten ein neues Innenleben. LED heißt die angesagte Technik, die die energetisch veralteten Quecksilberdampf- Hochdrucklampen ersetzen wird. Letztere, so beabsichtigt es die EU-Gesetzgebung, werden ab 2015 ohnehin im Halbdunkel verschwinden. „Wir wollen in den kommenden fünf Jahren unseren derzeitigen jährlichen Stromverbrauch für die Straßenbeleuchtung von 3,35 Millionen Kilowattstunden (kWh) auf ein Viertel senken“, kündigt Peter Städtler ein ehrgeiziges Ziel der Rathaustruppe an. Er ist als Leiter des städtischen Tiefbauamtes zuständig für diesen Bereich. Ein bis zwei Mitarbeiter seiner Abteilung seien das ganze Jahr über für die Aktion „Umstellung auf LED“ eingespannt, sagt Städtler. Bis zu 500 Watt – je nach Größe – verbraucht eine der lange verwendeten Quecksilberdampflampen. „Mit einer LEDLampe drücken wir das teilweise auf ein Zehntel, 50 bis 100 Watt“, erläutert Städtler. Auch bei der Lebensdauer sei LED ein klarer Fortschritt: Sie hielten mit etwa 20 Jahren vier bis fünf Mal länger als die bisherigen Leuchtmittel und seien zudem viel wartungsärmer.

Die LED-Lampen hätten mit 600 bis 700 Euro pro Stück zwar einen stolzen Preis, doch die Ausgaben würden sich schnell amortisieren – exakt nach 4,9 Jahren ist die Investition rentabel, hat man im Tiefbauamt errechnet. Auch weil die Bundesregierung die kommunale Umrüstung auf eine stromsparende Technik mit 20 Prozent der Investitionen fördere. Jedes Jahr rund 1000 der Neunkircher Leuchten sollten nun von einer Fachfirma aus St. Ingbert umgestellt werden. „Wir gucken, wo wir die höchsten Wattzahlen haben“, will Städtler bei den Stromfressern beginnen. Für 2013 wolle man sich 27 Straßen vornehmen, wahrscheinlich ab dem Sommer. 500 000 bis 600 000 Euro kalkuliere die Stadt dafür ein. Allein dieser erste Schritt solle schon 540 000 kWh an Stromersparnis bringen. Einen Feldversuch gab es schon, wie Peter Städtler mitteilt. Seit November wurden in der City, in Wiebelskirchen und in Wellesweiler bereits knapp 200 Leuchten in einem guten Dutzend Straßen ins LED-Zeitalter versetzt. Die im Rathaus errechnete Bilanz dieser „Vorhut“- Maßnahme: Gekostet hat das Ganze etwa 130 000 Euro, binnen der ersten Jahres werden 147 000 kWh Strom und damit 35 000 Euro eingespart.


AUF EINEN BLICK

LED steht für „Licht emittierende Diode“. Sie ist grob gesagt ein Kristall, der zu leuchten anfängt, wenn an ihn eine elektrische Spannung angelegt wird. Diese Kristalle müssen hergestellt werden aus Halbleitermaterial, meist einer Galliumverbindung. Die ersten LEDs wurden Anfang der 1960er Jahre entwickelt. Sie wurden bis heute so verbessert, dass sie eine relativ hohe Lichtstärke bei verhältnismäßig geringem Stromverbrauch leisten.

Die Quecksilberdampf-Hochdrucklampe ist eine mit Quecksilberdampf gefüllte Glühlampe. Der Dampf hat einen hohen Druck, was die Belastbarkeit und somit Lichtausbeute und Lebensdauer günstig beeinflusst. Sie zählt zu den „Gasentladungslampen“, die durch elektrische Entladungen zum Leuchten angeregt werden. Die ersten kommerziell erhältlichen Hochdruck-Quecksilberdampflampen gab es ab 1934.

In folgenden Straßen in Neunkirchen stehen bereits LEDLeuchten: Oberer Markt, Marktstraße, Hohlstraße, Zweibrückerstraße, Bläddschesdohle, Eschweiler Hof. Wiebelskirchen: Freiherr-vom-Stein-Straße, Kallenbergstraße, Keplerstraße, Fröbelstraße, Eichendorffstraße, Schiffweilerstraße. Wellesweiler: Am Ochsenwald, Eisenbahnstraße
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