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Neunkircher Eventhalle wird eine Million Euro teurer

Die entkernte Gebläsehalle auf dem alten Hüttenareal in Neunkirchen. Der Umbau soll teurer werden, als ursprünglich veranschlagt.

Die entkernte Gebläsehalle auf dem alten Hüttenareal in Neunkirchen. Der Umbau soll teurer werden, als ursprünglich veranschlagt.

Neunkirchen. 21 Prozent mehr Kosten, 22 Prozent mehr Nutzfläche – so sehen letztendlich die Dimensionen für den Umbau der Gebläsehalle im Alten Hüttenareal aus, nachdem Oberbürgermeister Jürgen Fried Ende Mitte dieses MOnats den Bauauftrag an die OBG Hochbau erteilt hat. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Die neue Neunkircher Eventhalle wird voraussichtlich 6,26 Millionen Euro kosten statt der bisher kalkulierten 5,3 Millionen. Dafür wird die „Bruttogeschossfläche“ auf exakt 3214 Quadratmeter anwachsen, so sieht es der OBG-Entwurf vor. Im Grundlagenentwurf des Rathauses war man von 2634 Quadratmetern ausgegangen.

Größeres Foyer, zusätzliche Umkleideräume und Garderoben

Die Auftstockung der Fläche gehe vor allem darauf zurück, dass die Fluchtwege für den Brandschutz mehr Raum in Anspruch nähmen, erläuterte der Oberbürgermeister im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Dafür springe bei der neuen Aufteilung nun auch ein größeres Foyer heraus, ebenso zusätzliche Umkleideräume und Garderoben.

Ungewöhnlich: Bis zum Ablauf der Angebotsfrist in der ersten Maihälfte hatte sich aus nicht näher bekannten Gründen nur die Ottweiler OBG gemeldet, eine Konkurrenz-Situation war damit ausgeschlossen. Zugleich drängt die Zeit, weil die energetische Sanierung von Fassade, Dach und Boden des Industriedenkmals bis Jahresende über die Bühne sein muss, um den 2,5 Millionen-Euro-Zuschuss des Landes aus dem Konjunkturpaket zu bekommen. So stimmte der 13-köpfige Bau- und Vergabeausschuss des Stadtrates dem OBG-Entwurf zu: Mit den sieben Stimmen der SPD und den vier Stimmen der CDU. Eine Gegenstimme sowie eine Enthaltung kamen von der Linken, die bekanntlich prinzipiell gegen den neuen Kulturtempel ist.

Detailplanung beginnt

Die OBG Hochbau ist nun gefordert, die Eventhalle mit ihren 1000 Sitzplätzen bis Ende 2012 „schlüsselfertig“ hinzustellen. Das Ottweiler Unternehmen geht jetzt die Detailplanung an, arbeitet dabei mit dem renommierten Saarbrücker Architekturbüro Wandel-Hoefer-Lorch zusammen. Der OBG obliegt als Totalunternehmer die Baugenehmigungs- und die Ausführungsplanung, die Bauüberwachung und -ausführung. Vorgesehen ist ein Anbau an der Nordseite der Halle, die den Bühnentrakt aufnehmen wird. Ein Zufahrt von der Königsbahnstraße durch den Hüttenpark dorthin ist nach Auskunft des Rathauses fast fertig.

Der Ablauf des Ausschreibungsverfahrens und die knappe Million Mehrkosten haben den Rathauschef nach eigenen Worten intensiv beschäftigt. Zusammen mit seiner Verwaltungsspitze und der überwiegenden Mehrheit der Ratsfraktionen kam er zu der Überzeugung, dass „es sinnvoll ist, die Mehrkosten zu schlucken, weil man davon ausgehen muss, dass das Projekt ansonsten niemals realisiert würde“. Zum einen sei es sehr unsicher, dass man vom Land jemals wieder die zugesagte Zweieinhalb-Millionen-Euro-Spritze bekommen würde. Zum andern sei auch die Absage des Umbaus nicht zum Nulltarif zu haben. „In die Gebläsehalle als erhaltenswertes Industriedenkmal hätten sowieso 1,5 bis zwei Millionen Euro hineingesteckt werden müssen“, rechnet Fried vor.

Da zudem die Baukosten durch Beiträge stadtbeteiligter Unternehmen und des Landkreises abgepuffert würden, stelle die Verteuerung des Projekts letztendlich kein Problem dar.

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