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Neunkircher Gebläsehalle öffnet mit Musical

Ende November öffnet in Neunkirchen die sanierte Gasgebläsehalle auf dem Alten Hüttenareal.

Ende November öffnet in Neunkirchen die sanierte Gasgebläsehalle auf dem Alten Hüttenareal.

Neunkirchen. Im Hintergrund rumpelt es, ab und an rattert eine Bohrmaschine, die Szenerie ist noch kahl – aber „die wesentlichen Arbeiten sind abgeschlossen“, sagt Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried. 6,5 Millionen Euro haben der einjährige Umbau und die Sanierung der Gasgebläsehalle auf dem Hüttenareal gekostet. Eröffnet wird sie am 30. November mit der jüngsten Produktion des Neunkircher Musicalprojekts: „Der Jedermann! Das Musical“.

Mehr Menschen soll die Halle mit ihrem Programm nach Neunkirchen ziehen – in 300 Meter Fußweg Entfernung eröffne im Juni 2013 ein großes Hotel, sagt Fried und umreißt im Groben das Programm des neuen Spielorts, den er nicht als Eventhalle sieht, sondern als Stützpunkt vor allem für Musik und Theater. 66 Spieltage seien für das Jahr 2013 schon fest gebucht – Termine der Neunkircher Kulturgesellschaft, Konzerte, zudem hofft er auf zwei Musicalveranstaltungen, über die er noch nichts Konkretes sagen will. Dass eine Halle lediglich mit Bühnenkunst nicht ausgelastet ist, weiß Fried: „Wenn man da nur in eine Richtung denkt, funktioniert das nicht.“ Rockkonzerte sollen in der Halle also ebenso eine Heimat finden wie Karnevalsvereine. Das klingt nach einer Herausforderung in Sachen Akustik – die sollen bordeauxrote, motorisierte Vorhänge regeln, die je nach Veranstaltungsgröße auch als Raumteiler dienen. Maximal 2000 Steh- oder 1000 Sitzplätze bietet das 1902/1903 gebaute Industriedenkmal.

Historische Backsteinbauten flankieren den Veranstaltungsraum mit einer Fläche von 767 Quadratmetern, neben dem, verbunden durch transparente Kunststoffwände, das Foyer (300 Quadratmeter) mit Gastronomie und Garderobe liegt. Gegenüber dem Foyer steht die einzige in Neunkirchen erhaltene Gasgebläsemaschine – offen sichtbar und bei Führungen und Sonderveranstaltungen auch zugänglich.

Licht und hell

Zwischen die Backsteinflanken hat man eine Fassadenkonstruktion aus durchscheinendem Material gebaut – insgesamt eine helle und lichte Anmutung besitzt die Halle, an deren hinteren Teil sich ein Neubau mit einem Bühnenhaus anschließt, das durch eine neue Straße zugänglich ist. Die Bühne selbst hat eine Spielfläche von 160 Quadratmetern, die wohl schon die erste Produktion komplett nutzen wird – „Der Jedermann!“. Hugo von Hofmannsthals Stück kommt in Neunkirchen als Musical daher, geschrieben von Ellen Kärcher und Dieter Meier, die auch gemeinsam Regie führen werden; komponiert haben gleich drei Musiker: Amby Schillo, Andreas Puhl und Francesco Cottone. Der gibt zu, dass das Aufteilen der Musik unter drei Komponisten „nicht nur eine Erleichterung“ sei, aber so könne man den „Jedermann“ gleich mit drei Klangfarben malen; seine sei vor allem die elektronische – im Stück fänden sich auch HipHop und die DJ-Kultur wieder. Dieser „Jedermann“ soll auch ein junges Publikum finden – gerade weil bei dem, sagt Kärcher, das Thema des Todes gerne verdrängt werde. Die Betonung des Modernen hört man auch den eingespielten Musikpassagen an: dramatische Synthesizer-Streicher, druckvolle Percussion, Funk-Bass und Sprechgesang kontrastrieren mit einer Komposition über das Leitmotiv des Todes: barock anmutende Leichtigkeit, die von dunkler Orgel und Schlagwerk verdrängt wird – interessante Kontraste. Auch Videoprojektionen wird es geben, die Bühnenmeister Jens Puhl erarbeitet.

Kärcher und Meier haben den Stoff um den Reichen, dem der Tod droht, in unsere Gegenwart verlegt, auch Finanzkrise und Occupy-Bewegung sind Themen; für sie, sagt Kärcher, sei die Inszenierung auch eher Musical-Theater als Musical im üblichen Sinne. Das Duo hat zudem neue Figuren erfunden, nicht zuletzt um der großen Darstellerriege des Musicalprojekts genug Stoff zum Spielen zu geben. 130 Menschen sind insgesamt dabei, davon 35 Neulinge, die erstmals beim Projekt mitarbeiten. Darunter seien einige Musicalprofis aus Stuttgart, sagt Puhl. Ausgewählt wurden sie bei einem Casting im Juni; an diesem Sonntag ist für die Künstler dann eine Art „Kennenlernwochenende“, eine Woche später sollen die Proben beginnen, jeweils an den Wochenende, in Turnhallen oder dem Bürgerhaus. Im November dann geht es auf die Bühne der Gebläsehalle, sobald die letzten Bauarbeiten beendet sind. „Wir werden fertig“ sagt Bauleiter Hans-Joachim Heintz. In Zeiten bröckelnder Pavillons hört man sowas ja besonders gerne.

Premiere von „Der Jedermann! Das Musical“ am 30. November. Weitere Vorstellungen: 1., 2., 4., 5., 7., 8. und 9. Dezember, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es an den üblichen Vorverkaufsstellen, unter www.proticket.de und unter Tel. (02?31) 917?22?90.

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