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Neunkircher Islamisten Eric Breininger: Angebliche Memoiren im Internet

Selbst nach seinem von mehreren Seiten verkündeten Tod meldet sich der Neunkircher Islamist Eric Breininger nochmals zu Wort. Kampfgenossen haben gestern seine angebliche Biographie im Internet verbreitet.

Von SZ-Redakteur Thomas Schäfer


Saarbrücken. „Als ich in das jugendliche Alter kam fing ich an mich für die Versuchungen des diesseitigen Lebens zu interessieren und folgte dem Weg des verfluchten Satans. Ich verbrachte meine Zeit mit Frauen, feierte Partys und ich tat noch viele andere schlechte Dinge. Ich lebte genau das Leben, welches sich ein Jugendlicher in der westlichen Welt wünscht zu leben.“ Mit diesen Worten beschreibt Eric Breininger seine Jugend im Saarland. Gestern sind im Internet neben Fotos seiner vermeintlichen Leiche die angeblichen „Memoiren“ des seit Jahren gesuchten Islamisten aus Neunkirchen aufgetaucht, der vor einer Woche in Pakistan getötet worden sein soll. Weder der Tod des 22-Jährigen, noch die Echtheit der wirren Propaganda-Schrift mit dem Titel „Mein Weg ins Paradies“ sind von offizieller Seite bislang bestätigt. Spezialisten des Terrorismus-Abwehrzentrums in Berlin prüfen derzeit das, was einen tiefen Einblick in sein Leben und seinen Alltag inmitten radikaler Gotteskrieger geben könnte.

Suche nach dem "Sinn des Seins"

Auf 108 Seiten, die mit Inhaltsverzeichnis und Fußnoten an eine Diplomarbeit erinnern, erzählt der 22-Jährige, wie er auf der Suche nach dem „Sinn des Seins“ mit dem Islam in Kontakt kam, wie er dadurch Freunde und Familie aufgab, neue „Brüder“ fand (unter anderem den inzwischen verurteilten Sauerland-Terroristen Daniel Schneider) und zum „Heiligen Krieger“ wurde. Als „Märtyrer“ feiern ihn seine Kampfgenossen, die das Buch mit einem Schlusswort versehen und jetzt veröffentlicht haben.


108 Seiten voll Hass auf den Westen

Es ist ein Schriftstück voller Hass auf den Westen. Breininger, so schreibt er im Vorwort, wollte „die ganze Wahrheit“ über sich aufschreiben, damit „meine Geschwister im Islam, endlich aufgeklärt werden und nicht auf Lügen und Verleumdungen reinfallen“. Dass er zum Sterben bereit ist, deutet er frühzeitig an: „Während dieses Werk verfasst wird, ist mir nicht klar ob es je fertig wird, da wir uns im Krieg befinden. Und ich somit jederzeit meinem Schöpfer begegnen kann.“

Auf etlichen Seiten zitiert Breininger Koran-Verse und andere Texte, interessant dürften für die Ermittler aber vor allem die Passagen sein, in denen er erzählt, wie er nach einem viermonatigen Aufenthalt in Ägypten über Umwege und teilweise – um sein europäisches Aussehen zu verschleiern – mit einer Burka bekleidet in ein Terrorcamp nach Afghanistan gelangt und im „Haus der Selbstmordattentäter“ Unterschlupf findet. Detailliert beschreibt er das tägliche Training mit „Sport und Dehnen“, Waffenkunde, Gebeten, Taktikschulung und einminütigen Essenspausen „(nur Brot und Tee)“.

Breininger berichtet von den Anschlägen, bei denen er dabei war

Voller Stolz berichtet Breininger anschließend von „vielen gesegneten Operationen an denen ich teilnehmen durfte“ – gemeint sind Anschläge auf US-Militärlager, bei denen einmal „55 Amerikaner und Abtrünnige in die Hölle geschickt wurden“. Breininger schildert, wie er selbst Raketen abfeuert und von einem Berg aus beobachtet, wie sie in das Camp der US-Soldaten einschlagen.


Deutsche Dschihad-Gruppe, für die er um Spenden aus Deutschland bittet


Kurz vor seinem wahrscheinlichen Tod gründet er, inzwischen zu den Taliban gewechselt, die „erste deutsche Dschihad-Gruppe der Welt“. Sie solle eine Heimat werden für alle deutschsprachigen Muslime, die von überall auf der Welt an den Hindukusch kommen, „um ihre Pflicht gegenüber Allah zu erfüllen“. Breininger träumt von einer „besonderen Generation von Terroristen, die in keiner Liste der Feinde Allahs erfasst“ sind und „Angst und Terror“ säen sollen.

Dafür bittet er auch um Spenden aus Deutschland: „Wenn die Geschwister in Deutschland nur einen Döner weniger in der Woche kaufen würden, könnte man mit diesem Geld beinahe 20 Kugeln kaufen um damit die Ungäubigen zu bekämpfen.“


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