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Neunkircher Polizei klärt einen von vier brutalen Überfällen auf

Symbolfoto.

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Es ist der Albtraum jeder Frau, die allein bei schummriger Beleuchtung zu ihrem Auto auf dem Parkplatz eilt. Ein Räuber will ihr die Handtasche entreißen, reflexartig schützt die Frau ihr Eigentum und hält mit aller Kraft dagegen. Das lässt sich der Täter nicht bieten. Er hat vorsorglich einen Ziegelstein in eine Jogginghose gewickelt. Wie einen Morgenstern schwingt er die Waffe, trifft die Frau am Kopf, verletzt sie schwer und flüchtet unerkannt. Stark blutend schleppt sich die Frau bis zur Straße, Passanten rufen Polizei und Notarzt.


Klingt nach einer Szene aus Berlin oder Frankfurt, ereignet hat sie sich jedoch am Abend des 21. November 2014 auf dem Parkplatz unterhalb der Post in Neunkirchen . Opfer war eine 46-jährige Frau. Der Angriff war der traurige Höhepunkt einer kleinen Serie brutaler Überfälle, die die Neunkircher Polizei in höchste Alarmbereitschaft versetzte. Und die zur Bildung der vierköpfigen Ermittlungsgruppe „Ziegelstein“ unter Leitung von Kriminalkommissar Frank Habermann führte. Diese fahndete mit Hochdruck nach dem oder den Tätern, denn die Gewaltbereitschaft hatte von Fall zu Fall zugenommen. „Wir wollten mit aller Macht verhindern, dass das nächste Mal vielleicht sogar ein Messer oder Ähnliches im Spiel ist“, verdeutlicht Kriminalhauptkommissar Reiner Spies den Ernst der Lage.

Auf SZ-Nachfrage bestätigte der Leiter des Kriminaldienstes, dass der Neunkircher Polizei durch diesen verstärkten Einsatz ein Teilerfolg gelungen ist: Ein 21-jähriger Neunkircher ist am 19. Dezember als Täter ermittelt worden, der auf dem Saarbrücker Straße eine Frau überfallen hat. Die 42-Jährige war am Mittwoch, 19. November, um 20.30 Uhr in ihr Auto auf dem unbefestigten Parkplatz eingestiegen und hatte ihre Handtasche auf den Beifahrersitz gelegt. Ein junger Mann klopfte an die Beifahrerscheibe, die Frau öffnete diese und der Mann griff nach der Handtasche. Die Frau hielt sie jedoch fest. Es entwickelte sich, so die Polizeirecherchen, ein Kampf, bei dem die Frau verletzt wurde. Der Täter flüchtete mit der Tasche, ging dann aber der Ermittlungsgruppe „Ziegelstein“ ins Netz.

Vier Raubüberfälle, die zwischen dem 17. und 21. November begangen worden waren, hielten die Ermittler in Atem. Faustdick ist die Akte mit Zeugenaussagen, Hinweisen und Spuren, denen die Beamten nachgingen. Dabei ist es sehr schwierig für die Opfer, den Täter genauer zu beschreiben, was aber nach Erfahrung von Kommissar Habermann „völlig normal“ ist. Die Opfer sind überrascht, haben Angst um ihr Leben und stehen später unter Schock. Eine Zeugin war letztendlich in der Lage, Hinweise für ein Phantombild des Täters zu geben. Der Raubüberfall vom 19. November konnte somit aufgeklärt werden. Der 21-Jährige Neunkircher, der bereits wegen einer anderen Straftat einsaß, hat den Raub der Handtasche gestanden und sitzt in der JVA Ottweiler ein.

„Eine der vier Taten ist damit definitiv aufgeklärt“, vermeldet Reiner Spies. Für die anderen drei Fälle kommt der 21-Jährige aber nicht in Frage. Trotzdem wurde die Ermittlungsgruppe jetzt aufgelöst, da alle bisherigen Spuren abgearbeitet sind. Bei Bedarf oder neuem Sachstand könnte die Gruppe reaktiviert werden. Ein Sonderlob gab es jetzt auch vom Chef des Kriminaldienstes: „Ich bin froh über den Ermittlungserfolg und stolz auf meine Mitarbeiter.“

 

Meinung:
 

Die Stadt muss sicher bleiben

Von  Heike Jungmann

Es darf nicht sein, dass sich die Menschen bei Dunkelheit nicht mehr in die Innenstadt trauen. Diese Meinung, die Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried im Dezember nach den brutalen Überfällen auf Frauen öffentlich gemacht hat, kann ich nur unterstreichen. Weitere Übergriffe dieser Art wären Gift für das Image der Stadt, aber in erster Linie natürlich tragisch für jedes weitere Opfer. Die Stadt hat nach dem Bekanntwerden der kleinen Serie reagiert und zu den Maßnahmen der Neunkircher Polizei den städtischen Ordnungsdienst in den Abendstunden verstärkt auf den Parkplätzen und in einigen Straßen patrouillieren lassen. Ob dies der Grund dafür war, dass seither keine Überfälle verzeichnet wurden, darüber kann nur spekuliert werden. Auf jeden Fall gilt auch hier: Gelegenheit macht Räuber .
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