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Neunkircher Rotlicht-Milieu: Vieles läuft unter der Hand

Neunkirchen. Fährt man über die Westspange nach Neunkirchen, fällt es einem sofort ins Auge: ein Gebäude mit gelblichem Grundanstrich und roten farblichen Akzenten. Der frische Anstrich an dem Freudenhaus erinnert daran, dass es das älteste Gewerbe der Welt auch in Neunkirchen gibt. Das neu eröffnete Eros-Center ist eines von drei Etablissements, die baurechtlich als Vergnügungsstätte genehmigt sind. Die Blaue Lagune und Laikas Residenz sind alt eingesessene Bordelle, beziehungsweise „Dirnenwohnheime“. Letzteres ist die offizielle Bezeichnung und macht auch durchaus Sinn. So sind die Zimmer der Damen im Eros-Center nicht nur mit einem Bett, sondern auch mit Küchenzeile und kleinem Bad ausgestattet.

Neben diesen drei offiziellen Vergnügungsstätten gibt es in Neunkirchen auch andere Häuser, in denen mit käuflichem Sex ein Geschäft gemacht wird. „Es existieren mindestens zehn Einrichtungen, die unter der Hand laufen“, schätzt Horst Peter Schäfer, Pressesprecher des Landespolizeipräsidiums. Ein Blick in das Archiv der Saarbrücker Zeitung zeigt, dass es in Sachen Rotlicht in Neunkirchen ruhiger geworden ist. In einem Artikel aus dem Jahr 2005 geht es um das Rotlicht-Kastaster mit Bordellen, Clubs und Bars. Damals waren 60 Adressen in Neunkirchen aufgeführt. Vielleicht hat dieser Rückgang auch etwas damit zu tun, dass die Barszene in der zweitgrößten Stadt des Saarlandes insgesamt zurückgegangen ist. „Es sind 79/80 Gaststätten weniger als früher“, sagt Arnold Jochum vom Ordnungsamt. Gerade „echte“ Bars seien kaum noch zu finden.

Außerdem findet viel Wohnungsprostitution statt, wie eine Sprecherin der Hurenselbsthilfe in Saarbrücken weiß. Gerade deutsche Frauen bieten käufliche Liebe in der eigenen oder in gemieteten Wohnungen an. In Bordellen und ähnlichen Etablissements sind eher Frauen aus Osteuropa anzutreffen. „Es gibt den Trend, dass sich vermehrt Frauen aus Bulgarien und Rumänien hier prostituieren“, so die Sprecherin weiter. In Saarbrücken nimmt aktuell der Straßenstrich in der Dudweiler Landstraße zu. „Hier stehen Frauen aus Osteuropa schon am Nachmittag und warten auf Freier“, berichtet die Sprecherin der Hurenselbsthilfe. Vor über 20 Jahren habe es in Neunkirchen Ansätze gegeben, einen Straßenstrich zu etablieren, erinnert sich Holger Janes vom Ordnungsamt. Doch das Thema habe sich schnell wieder erledigt.

Wer ein Dirnenwohnheim offiziell anmelden möchte, der muss einige baurechtliche Vorschriften beachten. „Notbeleuchtung und gewisse Sicherheitsvorschriften müssen erfüllt werden“, erklärt Jochum. Diese Anforderungen seien vergleichbar mit denen für ein Hotel, ergänzt sein Kollege Janes. In einer normalen Wohnung hingegen, gibt es keine solchen Bestimmungen.

Recherchiert man im Internet in Sachen Rotlicht und Neunkirchen, so stößt man durchaus auf das ein oder andere Etablissement, in dem Mann sich ganz besonders verwöhnen lassen kann. Auch bieten Frauen ganz direkt und unverblümt ihre Dienste in einer Wohnung an. Einen Swinger-Club mit „Spielwiesen“ hat Neunkirchen ebenfalls zu bieten. Der läuft dann offiziell unter der Bezeichnung „Zimmervermietung“.

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