B423 Stadtgebiet Blieskastel, Zweibrücker Straße bis Saar-Pfalz-Straße Zwischen Blieskastel und Aßweiler Vollsperrung, Baustelle bis 28.10.2017 06:00 Uhr Zwischen Ortsausgang Blieskastel und Ortseingang Biesingen (09.10.2017, 06:27)

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Neuschwanstein am DFG

Saarbrücken. Die Besucher seiner Gulliver Welt im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken schickt Walter Mohr auf eine Weltreise. Vom Pariser Eiffelturm bis zum Taj Mahal in Indien können sie an über 60 berühmten Bauwerken im Maßstab 1:25 und 1:33 vorbeischlendern. Im angrenzenden Vergnügungspark gibt es eine Oldtimerfahrt und ein „Stück Achterbahn“. 

Für den „Herr des Miniaturreichs“ scheint Urlaub dagegen ein Fremdwort zu sein: „Wir waren 1972 zum letzten Mal in Spanien in den Ferien“, erklärt Mohr. 1976 eröffnete der Saarbrücker hier sein Lebenswerk: einen kleinen Freizeitpark. Bis heute ist Mohr trotz seiner 79 Jahre dort täglich aktiv und bemüht sich, seine Miniaturwelt, die er von dem Sulzbacher Architekten Dieter Steuer übernommen hat, in Schuss zu halten. Ein nicht immer einfaches Unterfangen, denn die Instandhaltung der Modelle sei sehr kostenintensiv und extrem zeitaufwendig.
 
Doch das möchte der Jazz- und Swing-Fan nicht an den Besuchern „auslassen“: „Die Familien-Freundlichkeit stand für uns immer im Vordergrund“, stellt Mohr klar. Er will seinen Gästen ein günstiges Ausflugsziel vor der Haustür bieten. Die Preise für die Fahrgeschäfte liegen zwischen 50 Cent und einem Euro. „Mein Herz hängt dran“, erklärt er seine Motivation, trotz vieler Rückschläge nicht aufzugeben. Mit seiner Frau Renée, mit der er seit 54 Jahren verheiratet ist, und Mitarbeiter Bernd Künzel hat Mohr zwei Mitstreiter gefunden, die wie er mit Leib und Seele dabei sind. Die Französin kümmert sich um die parkeigene Restauration, Künzel ist der Mann für alle Fälle. Was dem Fußball-Fan Mohr, der nach eigenen Angaben seit 1943 jedes Spiel des 1. FC Saarbrücken verfolgt hat, besonders glücklich macht, ist die Treue einiger Gäste: „Sie waren schon als Kinder hier. Dann kamen sie mit ihren Kindern. Jetzt haben einige schon Enkel“, sagt Walter Mohr. Für sie bedeute ein Besuch Nostalgie und eine Zeitreise in ihre Jugend.
 
Auch er habe sich schon von Kindesbeinen an für die Showbranche interessiert. 25 Jahre handelte er mit Spiel-Automaten und Musikboxen. „Die Idee einen Freizeitpark zu eröffnen, schlummerte schon lange in mir“, blickt er zurück. Auf dem damals verwilderten Gelände errichtete er 1976 den Vergnügungspark. Ursprünglich hatte er im Deutschmühlental mehr vor: ein Freizeit-Paradies im Stile des „Holiday Park“ Hassloch, den es damals noch nicht gab. Die Pläne für seinen „Eldorado Park“ waren fertig. Doch das Projekt wurde zum Politikum und abgelehnt. Der Familienbetriebs-Chef ließ sich davon nicht entmutigen: Auf der Suche nach neuen Attraktionen besuchte er andere Parks und Fachmessen.

Das „Teufelshaus“, das seit Jahren in der Gulliver Welt steht und den Gästen das Gefühl vermittelt, sie stünden Kopf, galt in seiner Anfangszeit in Deutschland als Innovation. Die „Gulliver Welt“ im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken vereint rund 60 berühmte Bauwerke vom Pariser Eiffelturm bis zum Petersdom in Rom im Maßstab 1:25 und 1:33. Im angrenzenden Vergnügungspark gibt es Attraktionen wie eine Lauftrommel, eine Mini-Eisenbahn und ein Looping-Karussell.

Öffnungszeiten: im Sommer täglich von 11 bis 18 Uhr.
Eintritt: Erwachsene vier Euro, Kinder 1,50 Euro, Familien und Gruppen ab vier Personen: 3 Euro pro Erwachsener.
Information: Tel. (06 81) 5 49 29. Marko Völke   
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